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Sepp Blatter.
Sepp Blatter.Bild: Christophe Ena/AP/KEYSTONE

FIFA strich Blatter 12 Millionen Franken Bonus

«Es lief sauber und fair.» Der ehemalige FIFA-Präsident Sepp Blatter wehrt sich gegen die Abzocker-Vorwürfe. Es geht um 80 Millionen Dollar.
05.06.2016, 04:4705.06.2016, 08:40
yannick nock / schweiz am Sonntag
Ein Artikel von Schweiz am Sonntag
Schweiz am Sonntag

Säuberlich haben die Anwälte der US-Grosskanzlei die Zahlen aufgelistet: «FWC 2014 Bonus: CHF 12 000 000», steht da neben Sepp Blatters Name. Allein der Fifa Weltcup in Brasilien hätte dem ehemaligen Präsidenten einen Millionenbetrag gesichert. Den Bonus hat Blatter aber nie erhalten.

Quellen, die mit den internen Ermittlungen vertraut sind, bestätigen, dass der Geldhahn zugedreht wurde. Das Entschädigungskomitee unter der Leitung des damaligen Audit-Chefs Domenico Scala strich Blatter die WM-Gelder. Gemäss «Handelszeitung» behielt die FIFA auch Zahlungen für 2015 ein.

Es ist die neuste Wendung in einem alten Skandal, der am Freitag eine andere Dimension erreicht hat. Die FIFA selbst legte den Vorgang offen: Das Funktionärstrio Sepp Blatter, Jérôme Valcke (Generalsekretär) und Markus Kattner (Finanzchef) soll sich in fünf Jahren 80 Millionen Dollar zugeschoben haben.

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Liessen sich grosszügig entschädigen: Jérôme Valcke und Sepp Blatter. 
Bild: MOHAMED MESSARA/EPA/KEYSTONE

«Sepplwirtschaft», titelte die «Süddeutsche Zeitung», «ein spektakuläres Ausmass an Gier», nennt es der britische «Guardian». Laut FIFA könnten zumindest manche der Kontrakte gegen Schweizer Recht verstossen. Am Donnerstag hatte die Bundesanwaltschaft erneut die FIFA-Hauptzentrale durchsucht.

Sepp Blatter hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäussert. In seiner Kolumne schreibt er mit Bezug auf die jüngsten Schlagzeilen, es gebe einiges klarzustellen. Auf Anfrage will er sich nicht näher äussern, sagt aber: «Es ist alles sauber und fair gewesen – wie schon mein Anwalt Richard Cullen klarstellte.»

Dass die FIFA die Boni gerade jetzt offenlegt, ist kein Zufall. Vor den Enthüllungen geriet der amtierende FIFA-Präsident immer stärker unter Druck. Der Walliser Gianni Infantino soll veranlasst haben, Ton-Aufnahmen einer Sitzung zu löschen. Darin ging es angeblich um die geplante Absetzung des Chefaufsehers Scala.

Das offizielle Protokoll sollte unter Infantinos Leitung entstehen. Damit macht sich der amtierende Präsident angreifbar. Laut Governance-Reglement muss der Generalsekretär das Protokoll erstellen. Das soll die Gewaltentrennung sichern.

Teure Hotels in Moskau

Der neue Präsident hat schon viel Kredit verspielt. Das liegt auch an seinem Salär. Den ihm zugedachten Lohn von zwei Millionen Franken hat er angeblich als «Beleidigung» bezeichnet und den Vertrag vorläufig nicht akzeptiert.

Liess es sich in Russland offenbar gut gehen: FIFA-Präsident Gianni Infantino mit Wladimir Putin.
Liess es sich in Russland offenbar gut gehen: FIFA-Präsident Gianni Infantino mit Wladimir Putin.Bild: Ivan Sekretarev/AP/KEYSTONE

Aus FIFA-Kreisen ist zudem zu hören, dass Infantino hohe Spesen verursacht. Bei seinem Besuch in Moskau habe das Hotelzimmer 4000 Franken pro Nacht gekostet. Über die Ausgaben für Flüge soll es intern ebenfalls zu Auseinandersetzungen gekommen sein. Der alte Präsident hat den neuen aus den Schlagzeilen geholt, aber wohl nur für kurze Zeit.

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2 Kommentare
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Hat Patrick Fischer seine Spieler noch im Griff?
Nach dem 5:3 gegen die Slowakei gibt es eine bange Frage: Warum kassiert ein so talentiertes Team wie die Schweiz so viele Strafen? Aber wir sind nach wie vor Geheimfavorit.

Was für ein Steigerungslauf: Eine Pflichtübung zum Auftakt (5:2 Italien), dann eine Gala (6:0 Dänemark), anschliessend Pausenplatzhockey (3:2 Kasachstan) und nun wildes Hollywood-Spektakel gegen die Slowakei (5:3).

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