«Keine Überraschung»: Heftiger Unfall sorgt in Formel 1 für erneute Regelkritik
Beim Grossen Preis von Japan ist es am Sonntag zu einem heftigen Unfall gekommen: Haas-Pilot Oliver Bearman musste dem vor ihm fahrenden Alpine von Franco Colapinto ausweichen, auf dem Rasen verlor er die Kontrolle über seinen Boliden und schlug in den Reifenstapeln ein. Dabei wirkten Kräfte von 50 G – also das Fünfzigfache seines Körpergewichts – auf Bearman. Der 20-jährige Brite, der nach dem Unfall von seinem Auto weghumpelte, hatte Glück, ohne schwere Verletzung davonzukommen.
Here’s the moment Bearman went into the barriers at Spoon #F1 #JapaneseGP pic.twitter.com/XmurXApWkp
— Formula 1 (@F1) March 29, 2026
Der Grund für den Unfall war der hohe Geschwindigkeitsunterschied zwischen den beiden Autos. «Es ist wirklich merkwürdig. Es ist eine Kurve, die wir voll fahren, und er war mehr als 50 Stundenkilometer schneller als ich», erklärte Colapinto danach. Bearman näherte sich dem Vordermann also extrem schnell, und als dieser leicht nach links ausscherte, sah er sich bei einer Geschwindigkeit von über 300 km/h gezwungen, die Strecke zu verlassen, was dann im Unfall endete.
«Das ist keine Überraschung», sagt McLaren-Teamchef Andrea Stella mit Verweis auf die Neuerungen in der Formel 1. Aufgrund der Regelrevolution müssen die Fahrer mit ihrer Energie haushalten. Wenn einer nun gerade in einer Phase des Aufladens der Batterie ist und der andere zusätzliche Energie nutzt, gibt es eklatante Unterschiede in der Leistung der Motoren und damit der Geschwindigkeit. «Das haben wir bereits bei den Testfahrten gesagt», erklärte Stella deshalb. Carlos Sainz schlug in dieselbe Kerbe: «Es war klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ein solcher Unfall passiert.»
Stella fordert deshalb, dass nun Massnahmen ergriffen werden, die «insbesondere aus Sicherheitsgründen notwendig sind». Es dürfe nicht gewartet werden, bis ein Unfall schlimmere Folgen habe als nun bei Bearman, um diese umzusetzen, so der 55-jährige Italiener. «Das sollte in der Agenda ganz oben stehen.»
Aufgrund der Kriege im Nahen Osten hat die Formel 1 nach drei Rennen der Saison eine längere Pause vor sich. Der nächste Grand Prix ist erst am 3. Mai in Miami geplant. Diese Pause will der Weltverband FIA für mehrere Treffen der Formel-1-Beteiligten nutzen. Dort sollen «die Umsetzung der neuen Vorschrift bewertet und entschieden werden, ob Anpassungen erforderlich sind», teilte die FIA in einem Statement nach dem Grossen Preis von Japan mit und fügte an: «Jegliche Anpassungen, insbesondere jene bezüglich des Energiemanagements, erfordern eine sorgfältige Berechnung und detaillierte Analyse.»
