Teilnehmende ehren am Kerzerslauf die Postautobrand-Opfer
Zahlreiche Läuferinnen und Läufer haben am Samstag am Kerzerslauf eine schwarze Armbinde getragen. Dies in Andenken an die Opfer des Postautobrands in Kerzers FR vom 10. März.
«Soweit ich gesehen habe, haben wirklich viele Läufer den Trauerflor getragen», sagte Markus Ith, Präsident des Organisationskomitees der 48. Ausgabe des Kerzerslaufs, im Interview mit dem westschweizer Radio und Fernsehen RTS. Der Trauerflor wurde von den Organisatoren zur Verfügung gestellt.
Vor dem Start jedes Rennens wurden Schweigeminuten abgehalten. Zudem strichen die Organisatoren einige der geplanten festlichen Anlässe am Rande der Veranstaltung. Die Atmosphäre sei «sehr sportlich» gewesen. Die Teilnehmenden machten ihren Sport, aber er sei sicher, dass sie alle «einen kleinen Gedanken» bei den Opfern und ihren Angehörigen hätten, so Ith weiter.
Eine Absage des Laufs sei nie gefordert worden. Es sei sehr wichtig gewesen, die Veranstaltung durchzuführen, sagte Ith. Dies einerseits für die Teilnehmenden, die monatelang trainiert hätten, aber auch «als Zeichen der Gemeinschaft», um «vorwärtszuschauen».
Sport als Zeichen der Solidarität
Bereits am Freitag hatte Ith in der Zeitung «La Liberté» erklärt: «Wir möchten zeigen, dass der Sport ein Vektor der Hoffnung und der Solidarität ist. Er soll uns ermöglichen, an jene zu denken, die gegangen sind, aber auch vorwärtszukommen.»
Am 10. März zündete sich ein 65-jähriger Mann in einem Postauto in Kerzers an. Sechs Menschen, darunter der randständige, psychisch instabile Täter, kamen ums Leben. Weitere fünf Personen wurden zum Teil schwer verletzt.
Für die 48. Ausgabe des Laufs waren über 7500 Personen angemeldet. Das waren mehr als im Vorjahr. Der Kerzerslauf findet jeweils am dritten Samstag im März statt und gilt in der Schweizer Laufszene als Saisonauftakt. Gelaufen werden unterschiedliche Distanzen, die Hauptstrecke beträgt 15 Kilometer. (sda)
