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epa07920374 Switzerland's head coach Vladimir Petkovic (C) leads a training session in Geneva, Switzerland, 14 October 2019. Switzerland play the Republic of Ireland in an UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match on 15 October.  EPA/SALVATORE DI NOLFI

«Ja, es läuft derzeit harzig. Aber ein gutes Team geht durch schwierige Phasen und bleibt cool.» Sagt Torhüter Yann Sommer. Bild: EPA

Alex Frei und die böse Erinnerung an Irland – was die Schweiz nun besser machen muss

Die Schweiz bestreitet am Dienstagabend in Genf gegen Irland das vorerst entscheidende EM-Qualifikationsspiel. Sie muss verhindern, in eine Krise zu stürzen. Dafür bräuchte sie einen zuverlässigen Torschützen wie es Frei einst war. Gegner Irland hat in der EM-Qualifikation erst zwei Treffer kassiert.

etienne wuillemin / ch media



Der Gast steht ganz hinten in der Ecke. Manchmal lauscht er den Äusserungen von Granit Xhaka, Yann Sommer und Vladimir Petkovic. Manchmal richtet er seinen Blick kurz aufs Smartphone. Die Erinnerungen an ihn als Fussballer sind sehr präsent. Gerade in einer Phase wie dieser, wo die Schweiz gerne einen Stürmer in den Reihen hätte, der regelmässig Tore schiesst. So, wie das Alex Frei jahrelang zuverlässig tat.

ARCHIV – ZUM RUECKTRITT VON ALEX FREI ALS VERWALTUNGSRAT DES FC BASEL STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Basel's temporary head coach Alex Frei during the UEFA Champions League second qualifying round second leg match between Switzerland's FC Basel 1893 and Greece's PAOK FC in the St. Jakob-Park stadium in Basel, Switzerland, on Wednesday, August 1, 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Alex Frei bildet sich weiter. Bild: KEYSTONE

Jetzt steht Frei also im Medienraum des Stade de Genève. Er absolviert gerade einen Kurs, um die UEFA-Pro-Lizenz als Trainer zu erlangen. Dazu gehört der Besuch der Medienkonferenz des Nationalteams. Er grüsst freundlich. Möchte er über die Nati von heute sprechen? «Lieber nicht.» – «Wäre aber spannend!» – «Es ist doch immer spannend.»

Stimmt. Gerade aber vielleicht noch etwas mehr als sonst. Das hat auch mit den fehlenden Toren der Schweizer Stürmer zu tun. Und darum ist Schweiz-Irland heute Abend das vorgezogene Endspiel für die direkte EM-Qualifikation.

Die Frage nach Petkovics Zukunft

Für einen ist diese Partie besonders wichtig: Trainer Vladimir Petkovic. Noch nie in seiner Karriere als Schweizer Nationaltrainer seit 2014 war er derart unter Druck wie jetzt. Es geht für ihn auch darum, zu beweisen, weiterhin der richtige Trainer für die Schweiz zu sein. Ganz unabhängig davon, ob sein Vertrag im Sommer 2020 überhaupt verlängert würde. «Es kommen immer wieder Zeiten, wo man in Frage gestellt wird. Bei mir vielleicht ein bisschen häufiger. Eigentlich werde ich seit fünfeinhalb Jahren in Frage gestellt. Aber jetzt geht es nicht um Vladimir Petkovic oder andere einzelne Personen. Es geht darum, als Mannschaft zu gewinnen und an die EM zu kommen.»

epa07920360 Switzerland's head coach Vladimir Petkovic leads a training session in Geneva, Switzerland, 14 October 2019. Switzerland play the Republic of Ireland in an UEFA Euro 2020 qualifying Group D soccer match on 15 October.  EPA/SALVATORE DI NOLFI

Vladimir Petkovic vor dem kapitalen Spiel gegen Irland: «Ich werde seit fünfeinhalb Jahren in Frage gestellt.» Bild: EPA

Die Schweizer betonen, die Enttäuschung von Kopenhagen, von diesem unnötigen 0:1, überwunden zu haben. Torhüter Yann Sommer sagt: «Es bringt nichts, daran rumzustudieren. Wir haben uns gesagt: Kopf hoch und dann mit viel Mut und Konzentration einlaufen gegen Irland.»

Seit die Generation um Xhaka und Shaqiri die Nati prägt, fragt man sich: Wie gut ist dieses Team wirklich? Kann einmal sogar der grosse Wurf gelingen, also ein Viertelfinal an einer Endrunde? Sommer sagt «Ja, es läuft derzeit harzig. Aber ein gutes Team geht durch schwierige Phasen und bleibt cool.» Es klingt für das Duell gegen Irland wie ein Versprechen. Doch nun müssen die Schweizer beweisen, dass sie wieder mal ein entscheidendes Spiel gewinnen können.

Stratege Granit Xhaka ist zuversichtlich, dass das klappt. «Es ist nicht das erste Mal, dass wir Druck haben. Wir wissen, wie wir damit umgehen müssen.» Xhaka wurde vorletzten Sonntag erstmals Vater, reiste darum erst am Mittwoch zum Team. «Seit ich eingerückt bin, zählt nur eines: die Konzentration auf den Fussball. Danach kann ich mich immer noch freuen, wenn ich mit drei Punkten nach Hause komme.»

Irland vergleicht Schweiz mit ManCity

Es wäre dringend nötig, dass es genauso kommt. In erster Linie natürlich, damit die direkte EM-Qualifikation weiter möglich bleibt. Aber auch, um ein Signal zu senden gegen die Tendenz, dass derzeit aus Schweizer Sicht alles schief läuft, was schief laufen kann. Sollte auch im vierten Duell mit den härtesten Gruppen-Widersacher Dänemark/Irland kein Sieg gelingen – es würde sehr kritische Fragen provozieren.

Die Ausgangslage für Irland ist selbstredend verheissungsvoll. Ein Sieg aus den letzten beiden Partien gegen die Schweiz oder Dänemark reicht ihnen, um an die EM zu fahren. Es bedeutet aber auch: Ob sie gegen die Schweiz unentschieden spielen oder verlieren, ist einerlei – was der Schweiz wiederum entgegen kommen könnte, sollte es lange 0:0 oder 1:1 stehen, weil dann Irland plötzlich ebenfalls mehr riskieren dürfte.

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Die Medienkonferenz mit Irland-Trainer Mick McCarthy. Video: YouTube/RTÉ Sport

Trainer Mick McCarthy lobte die Schweizer gestern mehrfach. «Sie sind klar das beste Team der Gruppe. Aber das garantiert nicht, dass sie auch gewinnen werden. Manchester City fuhr auch nach Norwich und verlor.» Und schliesslich fügte er noch an: «Natürlich hoffe ich, die Schweizer kassieren wieder ein spätes Gegentor. Aber ich glaube nicht, dass es wieder passieren wird.»

Und Alex Frei? Eine Erinnerung seiner Nati-Karriere würde man gerne ausblenden. Vor fast genau 14 Jahren war es, als Frei im WM-Qualifikationsspiel in Irland in der 90. Minute alleine aufs Tor stürmte. Er übersah den freistehenden Marco Streller, vergab die Chance. Es blieb darum beim 0:0 und die Schweiz musste darum in die legendäre Barrage gegen die Türkei.

JAHRESRUECKBLICK 2005 - SPORT - NACH DEM IRLAND SPIEL MUSS DIE SCHWEIZ IN DIE BARRAGE: Alex Frei scheitert mit der besten Schweizer Torchance am irischen Torhueter Shay Given, rechts, beim Fussball WM-Oualifikationsspiel Irland gegen die Schweiz in Dublin am Mittwoch, 12. Oktober 2005. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Alex Frei scheitert in der WM-Quali 2006 an Shay Given. Bild: KEYSTONE

Auf ein solches Szenario würden Petkovic und Co. liebend gerne verzichten.

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hofer Ernst 15.10.2019 14:43
    Highlight Highlight Die sollten sich ein Beispiel nehmen an der U21 Nati, alles gewonnen und auf Platz 1. Heute spielen sie gegen Aserbaidschan, Live im TV um 17.55h - nicht verpassen und Hopp Schwiiz
  • FischersFritz 15.10.2019 13:02
    Highlight Highlight Noch nie hat ein Entscheidungsspiel der Nati für so wenig Resonanz und Emotionen gesorgt. Das ist für den SFV das viel grössere Problem als eine allfällige Nichtqualifikation.
    • greeZH 15.10.2019 16:16
      Highlight Highlight Liegt aber auch ein bisschen daran dass sich der Schweiz noch ca. 7 Sicherheitsnetze bieten. Auch bei einer Niederlage ist es noch längst nicht vorbei.
  • *sharky* 15.10.2019 11:56
    Highlight Highlight Die Stürmer sind momentan sicher ein Diskussions-Punkt.
    Aber sie müssen auch mit brauchbaren Flanken und punktgenauen Pässen in die Tiefe gefüttert werden.
    Eigentlich beides DIE Domäne von Shaqiri.
    Rodriguez momentan nicht in Form, aber er kann es (Flanken) und Lichtsteiner konnte es noch nie.
    Gegen die wie immer kopfballstarken Iren sind wahrscheinlich zu viele hohe Bälle nicht das probate Mittel. Da gilt es eher darum ihre Hüftsteifigkeit auszuspielen.
    Kommt gut... :)
  • nickname not available 15.10.2019 10:58
    Highlight Highlight Man könnte aber auch den Oktober 2003 erwähnen, als Alex Frei das entscheidende 2:0 gegen Irland erzielte, und uns somit die Teilnahme an der EM ermöglichte.
    • Glenn Quagmire 15.10.2019 11:04
      Highlight Highlight Oder den genialen Pass von Murat auf Hakan in Dublin. Aber Im Bezug auf die Nati will ein Fussball-Chronist, dessen Namen mir gerade entfallen ist, nie etwas positives erwähnen.
    • McStem 15.10.2019 11:15
      Highlight Highlight Könnte man, wäre aber keine schwarzmalende Schlagzeile.

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