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Eman Kospo: Schweizer Nati-Juwel spielt lieber für Bosnien-Herzegowina

Gavirate, Italy, 17th November 2024. Andrea Orlandi of Italy is pursued by Eman Kospo of Switzerland during the International Friendly, L
Eman Kospo im vergangenen Jahr gegen Italien.Bild: www.imago-images.de

Kospo macht den Rakitic – Schweizer Nati-Juwel spielt lieber für Bosnien

Der 18-jährige Eman Kospo ist eines der vielversprechendsten Talente im Schweizer Fussball. Oder besser gesagt: Er war eines.
18.08.2025, 16:2018.08.2025, 16:20

Talentierte Doppelbürger stecken oft in einer Zwickmühle. Für welches Land sollen sie im Nationalteam spielen?

Eman Kospo hat sich entschieden. Der 18-jährige Verteidiger will künftig nicht mehr für die Schweiz auflaufen, sondern für Bosnien-Herzegowina. Kospo ist Aargauer, 1,91 m gross und bei der Fiorentina unter Vertrag. Er wechselte in diesem Sommer aus der U19-Mannschaft des FC Barcelona nach Italien.

Mp Bagno a Ripoli FI 20/07/2025 - amichevole / Fiorentina-Fiorentina Primavera / foto Matteo Papini/Image nella foto: Eman Kospo PUBLICATIONxNOTxINxITA
Kospo im Dress seines neuen Klubs Fiorentina.Bild: www.imago-images.de

Kurz nach seinem 15. Geburtstag hatte Kospo sein erstes Nachwuchs-Länderspiel für die Schweiz bestritten. «Seit diesem Tag habe ich immer alles gegeben, gekämpft und es vor allem genossen», schreibt der Abwehrspieler auf Instagram. Aber: «Ich habe mich entschieden, einen anderen Weg zu gehen.» Es sei ein Entscheid, der ihm schwer gefallen sei.

Was Eman Kospo mit dem anderen Weg meint, sehen die Follower auf dem nächsten Slide in seiner Instagram-Story. Dort postet er das Aufgebot der bosnisch-herzegowinischen A-Nationalmannschaft für die WM-Qualifikationsspiele im September gegen San Marino und Österreich. Nationaltrainer Sergej Barbarez, ein einstiger Bundesliga-Star, hat den Doppelbürger erstmals nominiert.

Eman Kospo auf Instagram gegen die Schweiz und für Bosnien-Herzegowina
Der Abschiedsgruss an die Schweiz.Bild: instagram

Noch am Wochenende hiess es seitens des Schweizerischen Fussballverbands, man habe nie ein Signal des Spielers erhalten, dass ein Nationenwechsel im Raum stehe. Man zähle in der Qualifikation für die U19-EM auf Kospo.

Gegenüber «20 Minuten» äusserte der Verband nun sein Bedauern über den Nationenwechsel. «Wir haben in die Ausbildung des Spielers investiert, er war fester Bestandteil unserer Junioren-Nationalteams. Aber wir wollen Spieler, die sich zu hundert Prozent mit unserem Land und unserer Nati identifizieren.»

Eman Kospo ist nicht der erste Doppelbürger, der sich gegen die Schweiz entscheidet, und er wird auch kaum der letzte sein. Am bekanntesten ist der Fall von Ivan Rakitic, dem als Mittelfeldspieler eine Weltkarriere gelang und der mit Kroatien 2018 den WM-Final erreichte. Angesprochen auf seine Entscheidung als 19-Jähriger erklärte er gestern in einem Interview mit der NZZ:

«Ich sagte dem FIFA- und dem UEFA-Präsidenten mehrmals, sie sollen dafür sorgen, dass Spieler solche Entscheide bereits früher treffen müssen, mit 15 oder 16 Jahren, wenn sie noch ohne Druck spielen. Am besten wäre es, wenn man sich dann für ein Nationalteam entscheidet und nachher nicht mehr wechseln kann. Bei mir war der Druck damals riesig.»

Ivan Rakitic sah sich damals scharfer Kritik ausgesetzt. Mittlerweile wird in der Öffentlichkeit entspannter mit Nationenwechseln umgegangen, auch weil man sich an sie gewöhnt hat. Für die Spieler selber bleibt es nichtsdestotrotz eine sehr schwierige Entscheidung.

Eman Kospo hat seine Wahl getroffen. Wenn alles rund läuft, läuft er am 6. September in San Marino erstmals als A-Nationalspieler von Bosnien-Herzegowina auf. (ram)

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