Was haben Zürich, Basel, Servette und Luzern gemeinsam? Alle vier Mannschaften waren seit dem achten Spieltag mindestens ein Spiel an der Spitze, aber konnten die Spiele als Leader jeweils nie für sich entscheiden.
Auch nach knapp der Hälfte der ersten Phase der Super League, bevor die Liga in zwei Gruppen geteilt wird, hat sich noch kein klares Bild im Meisterrennen abgezeichnet. Noch mehr als die Hälfte der Teams können sich berechtigte Hoffnungen auf die Plätze ganz vorne machen.
Aktuell weist der FC Basel einen Punkteschnitt von 1,81 Punkten pro Spiel auf. Mit diesem Schnitt würden die Basler nach 38 Runden 68,78 Punkte auf dem Konto haben. Mit so wenigen Punkten ist seit der Gründung der Super League im Jahr 2003 noch nie jemand Meister geworden. Umso erstaunlicher ist dies, da es bis zur Saison 2022/2023 noch zwei Runden weniger zu spielen gab.
Nach dem Sieg letzte Woche gegen Servette und der Übernahme der Tabellenspitze war der FC Basel für die Buchmacher der definitive Meisterfavorit. Von den zuvor letzten sieben Spielen gewann der FCB sechs und das dreimal mit drei oder mehr Toren Differenz.
Gegen Angstgegner Lausanne gab es nun als Leader mal wieder nur einen Punkt für Basel. Weil aber Lugano gegen Servette unterging, bleibt der FCB eine weitere Runde Leader in der Super League. Am nächsten Sonntag steht das Auswärtsspiel gegen St.Gallen an. Gelingt es den Baslern endlich, den Fluch des Erstplatzierten abzulegen, oder steht vielleicht bereits der nächste Wechsel an der Spitze an?
Sechs Spiele in dieser Saison hat der FC Zürich bereits als Leader bestritten, und keines von diesen konnten die Stadtzürcher für sich entscheiden. Nach der Niederlage in Lugano vor einer Woche gab Zürich die Tabellenspitze abermals ab.
Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Stadtzürchern bereits letzte Saison. Ziemlich genau vor einem Jahr konnte der FC Zürich nach einem Sieg gegen die Young Boys die Leaderposition übernehmen. Doch kaum war der FCZ an der Spitze, brachen sie komplett ein und konnten daraufhin sieben Spiele in Serie nicht gewinnen.
Zwar haben die Zürcher in dieser Saison erst dreimal verloren, aber bei den Niederlagen zeigte der FCZ jeweils erschreckende Leistungen und hatte keine Chance. Gegen St.Gallen und Lugano gab es eine 1:4-Auswärtsniederlage und gegen Servette unterlag der Meister aus dem Jahr 2022 mit 1:3 im eigenen Stadion. Auch die aktuelle Form ist wenig berauschend: In den letzten vier Spielen konnte die Mannschaft von Ricardo Moniz keines gewinnen.
Lange Zeit ist Lugano seit der Krise von YB der Favorit auf den Titel gewesen. Doch nach einem fulminanten Saisonstart mit drei Siegen in den ersten drei Spielen konnten die Tessiner nie zwei Spiele in Serie gewinnen. Seit nun elf Spieltagen folgt auf ein Unentschieden oder eine Niederlage ein Sieg und eine Runde später jeweils wieder höchstens ein Punkt.
Ebenfalls die ersten drei Spiele der Saison konnte Servette gewinnen. Ähnlich wie bei Lugano verloren die Genfer daraufhin die Konstanz und konnten seither nur noch einmal zwei Siege aneinanderreihen. Durch den deutlichen Sieg gestern gegen Lugano feierte Servette den ersten Sieg nach vier Spielen ohne Dreier. Mit dem 3:0-Erfolg ziehen die Genfer mit Lugano gleich und sind momentan nur ein Punkt hinter dem Leader FC Basel.
Nach einem extrem starken Saisonstart und nur einer Niederlage in den ersten neun Spielen war auch der FC Luzern schon einmal Erster in dieser Spielzeit. Doch nachdem die Spitze am neunten Spieltag erklommen werden konnte, verlor der FCL die darauffolgenden zwei Spiele und auch ein wenig den Anschluss an die Spitze. Mit dem Sieg gegen Yverdon am vergangenen Samstag gelang Luzern der Anschluss an das Spitzen-Quartett. Die Mannschaft ist aktuell nur drei Punkte hinter Basel klassiert.
Nur zwei Punkte hinter den Luzernern lauert Lausanne-Sport. Die Waadtländer zogen im Gegensatz zu Luzern einen schwachen Saisonstart ein, aber haben in den letzten acht Spielen nur ein Spiel verloren und konnten fünf Siege einfahren. Das Team von Trainer Ludovic Magnin trifft in den zwei letzten Spielen des Jahres noch auf Zürich und Luzern. Sollten weitere Siege dazukommen, dürfen die Waadtländer schon bald von mehr als nur einem Platz in den ersten Sechs träumen.
Trotz eines miserablen Saisonstartes ist der Titelverteidiger aktuell nur neun Punkte hinter dem ersten Platz. Auch die Form der Young Boys zeigt langsam aber sicher einen Aufwärtstrend, denn in den letzten fünf Spielen sammelte keine andere Mannschaft mehr Punkte als die Berner.
Noch sind acht Teams vor YB klassiert, doch es sind auch noch 22 Runden zu spielen. Sind die Berner einmal in der Spitzengruppe angekommen, kann definitiv mit dem aktuellen Meister gerechnet werden.
Bis zur Winterpause stehen nun noch Spiele gegen Sion und Servette an. Mit zwei Siegen könnte man sich weiter an die Spitzengruppe heran saugen und mit einem neuen Trainer eine ruhigere Weihnachtszeit erleben. Im Januar stehen zuerst zwei Pflichtaufgaben an, zu Hause empfangen die Berner den FC Winterthur und eine Woche später ist man im Letzigrund bei den Grasshoppers zu Gast.
Auch in der unteren Tabellenhälfte ist das Feld nahe beieinander. Einzige Ausnahme: Yverdon hat als einziges Team der Liga eine Differenz von mehr als drei Punkten zur jeweiligen Mannschaft, welche direkt vor respektive hinter ihnen klassiert ist.
Für Sion und St.Gallen wird es wichtig, vor der Winterpause den Anschluss an die ersten sechs nicht zu verlieren, denn mit einer Serie von mehreren Siegen in Serie ist auch für diese beiden Mannschaften wieder einiges möglich.
Winterthur und GC sind bereits leicht abgeschlagen auf den letzten zwei Plätzen klassiert. Auf das zehntplatzierte Yverdon fehlen dem FCW vier und GC fünf Punkte. Für die beiden Zürcher Mannschaften wird es nur noch darum gehen, in dieser Saison die Liga zu halten.