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Super League: Der Fluch des Leaders und grosse Spannung an der Spitze

Albian Ajeti (FCB) im Fussball Meisterschaftsspiel der Regular Season der Swiss Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC Lausanne-Sport im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Samstag, 30. No ...
Als Leader gewinnt auch Basel in Topform nicht.Bild: keystone

Niemand will Meister werden – das sorgt in der Super League für grosse Spannung

Die ersten sechs Teams der Super League sind innerhalb von fünf Punkten klassiert. Was auffällt: Die Teams, welche jeweils Leader sind, gewinnen praktisch nie ihre Spiele. Fast jede Woche ein Wechsel an der Tabellenspitze.
02.12.2024, 15:3602.12.2024, 17:11
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Was haben Zürich, Basel, Servette und Luzern gemeinsam? Alle vier Mannschaften waren seit dem achten Spieltag mindestens ein Spiel an der Spitze, aber konnten die Spiele als Leader jeweils nie für sich entscheiden.

Auch nach knapp der Hälfte der ersten Phase der Super League, bevor die Liga in zwei Gruppen geteilt wird, hat sich noch kein klares Bild im Meisterrennen abgezeichnet. Noch mehr als die Hälfte der Teams können sich berechtigte Hoffnungen auf die Plätze ganz vorne machen.

Wird Basel der Favoritenrolle gerecht?

Aktuell weist der FC Basel einen Punkteschnitt von 1,81 Punkten pro Spiel auf. Mit diesem Schnitt würden die Basler nach 38 Runden 68,78 Punkte auf dem Konto haben. Mit so wenigen Punkten ist seit der Gründung der Super League im Jahr 2003 noch nie jemand Meister geworden. Umso erstaunlicher ist dies, da es bis zur Saison 2022/2023 noch zwei Runden weniger zu spielen gab.

Nach dem Sieg letzte Woche gegen Servette und der Übernahme der Tabellenspitze war der FC Basel für die Buchmacher der definitive Meisterfavorit. Von den zuvor letzten sieben Spielen gewann der FCB sechs und das dreimal mit drei oder mehr Toren Differenz.

Basel, Switzerland, November 30st 2024: Xherdan Shaqiri 10 Basel during the Super League football match between FC Basel 1893 and FC Lausanne at St. Jakob-Park in Basel, Switzerland. Philipp Kresnik P ...
Gegen Angstgegner Lausanne gab es für Basel nur ein Unentschieden.Bild: www.imago-images.de

Gegen Angstgegner Lausanne gab es nun als Leader mal wieder nur einen Punkt für Basel. Weil aber Lugano gegen Servette unterging, bleibt der FCB eine weitere Runde Leader in der Super League. Am nächsten Sonntag steht das Auswärtsspiel gegen St.Gallen an. Gelingt es den Baslern endlich, den Fluch des Erstplatzierten abzulegen, oder steht vielleicht bereits der nächste Wechsel an der Spitze an?

Horrorbilanz vom FCZ als Leader

Sechs Spiele in dieser Saison hat der FC Zürich bereits als Leader bestritten, und keines von diesen konnten die Stadtzürcher für sich entscheiden. Nach der Niederlage in Lugano vor einer Woche gab Zürich die Tabellenspitze abermals ab.

Nikola Katic (FCZ), during the Super League soccer match FC Lugano against FC Zurich, at the Cornaredo Stadium in Lugano, Sunday, November 24, 2024. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)
Der FCZ weist als Leader eine Horrorbilanz auf.Bild: keystone

Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Stadtzürchern bereits letzte Saison. Ziemlich genau vor einem Jahr konnte der FC Zürich nach einem Sieg gegen die Young Boys die Leaderposition übernehmen. Doch kaum war der FCZ an der Spitze, brachen sie komplett ein und konnten daraufhin sieben Spiele in Serie nicht gewinnen.

Zwar haben die Zürcher in dieser Saison erst dreimal verloren, aber bei den Niederlagen zeigte der FCZ jeweils erschreckende Leistungen und hatte keine Chance. Gegen St.Gallen und Lugano gab es eine 1:4-Auswärtsniederlage und gegen Servette unterlag der Meister aus dem Jahr 2022 mit 1:3 im eigenen Stadion. Auch die aktuelle Form ist wenig berauschend: In den letzten vier Spielen konnte die Mannschaft von Ricardo Moniz keines gewinnen.

Lugano und Servette fehlt die Konstanz

Lange Zeit ist Lugano seit der Krise von YB der Favorit auf den Titel gewesen. Doch nach einem fulminanten Saisonstart mit drei Siegen in den ersten drei Spielen konnten die Tessiner nie zwei Spiele in Serie gewinnen. Seit nun elf Spieltagen folgt auf ein Unentschieden oder eine Niederlage ein Sieg und eine Runde später jeweils wieder höchstens ein Punkt.

Uran Bislimi (LUG), left, and Anto Grgic (LUG), 2nd left, react after receiving their second goal, during the Super League soccer match of Swiss Championship between Servette FC, SFC, and FC Lugano, L ...
Im gestrigen Duell zwischen Servette und Lugano hatten die Tessiner das Nachsehen. Bild: keystone

Ebenfalls die ersten drei Spiele der Saison konnte Servette gewinnen. Ähnlich wie bei Lugano verloren die Genfer daraufhin die Konstanz und konnten seither nur noch einmal zwei Siege aneinanderreihen. Durch den deutlichen Sieg gestern gegen Lugano feierte Servette den ersten Sieg nach vier Spielen ohne Dreier. Mit dem 3:0-Erfolg ziehen die Genfer mit Lugano gleich und sind momentan nur ein Punkt hinter dem Leader FC Basel.

Luzern und Lausanne in Lauerstellung

Nach einem extrem starken Saisonstart und nur einer Niederlage in den ersten neun Spielen war auch der FC Luzern schon einmal Erster in dieser Spielzeit. Doch nachdem die Spitze am neunten Spieltag erklommen werden konnte, verlor der FCL die darauffolgenden zwei Spiele und auch ein wenig den Anschluss an die Spitze. Mit dem Sieg gegen Yverdon am vergangenen Samstag gelang Luzern der Anschluss an das Spitzen-Quartett. Die Mannschaft ist aktuell nur drei Punkte hinter Basel klassiert.

Nur zwei Punkte hinter den Luzernern lauert Lausanne-Sport. Die Waadtländer zogen im Gegensatz zu Luzern einen schwachen Saisonstart ein, aber haben in den letzten acht Spielen nur ein Spiel verloren und konnten fünf Siege einfahren. Das Team von Trainer Ludovic Magnin trifft in den zwei letzten Spielen des Jahres noch auf Zürich und Luzern. Sollten weitere Siege dazukommen, dürfen die Waadtländer schon bald von mehr als nur einem Platz in den ersten Sechs träumen.

Alvyn Sanches et les joueurs du LS fetent la victoire lors de la rencontre de football de Super League entre FC Lausanne-Sport, LS, et FC Sion le samedi 23 novembre 2024 au stade de la Tuiliere a Laus ...
Gelingt Lausanne in diesem Jahr die grosse Überraschung?Bild: KEYSTONE

Schafft es am Schluss doch wieder YB?

Trotz eines miserablen Saisonstartes ist der Titelverteidiger aktuell nur neun Punkte hinter dem ersten Platz. Auch die Form der Young Boys zeigt langsam aber sicher einen Aufwärtstrend, denn in den letzten fünf Spielen sammelte keine andere Mannschaft mehr Punkte als die Berner.

Noch sind acht Teams vor YB klassiert, doch es sind auch noch 22 Runden zu spielen. Sind die Berner einmal in der Spitzengruppe angekommen, kann definitiv mit dem aktuellen Meister gerechnet werden.

Cedric Itten (YB) (Mitte) jubelt mit seinen Mitspielern Darian Males und Loris Benito (von links) und Zachary Athekame (rechts) im Fussball Meisterschaftsspiel der Swiss Super League zwischen BSC Youn ...
Bei den Young Boys zeigt die Formkurve stark nach oben.Bild: keystone

Bis zur Winterpause stehen nun noch Spiele gegen Sion und Servette an. Mit zwei Siegen könnte man sich weiter an die Spitzengruppe heran saugen und mit einem neuen Trainer eine ruhigere Weihnachtszeit erleben. Im Januar stehen zuerst zwei Pflichtaufgaben an, zu Hause empfangen die Berner den FC Winterthur und eine Woche später ist man im Letzigrund bei den Grasshoppers zu Gast.

Auch hinten gibt es wenig Luft

Auch in der unteren Tabellenhälfte ist das Feld nahe beieinander. Einzige Ausnahme: Yverdon hat als einziges Team der Liga eine Differenz von mehr als drei Punkten zur jeweiligen Mannschaft, welche direkt vor respektive hinter ihnen klassiert ist.

Für Sion und St.Gallen wird es wichtig, vor der Winterpause den Anschluss an die ersten sechs nicht zu verlieren, denn mit einer Serie von mehreren Siegen in Serie ist auch für diese beiden Mannschaften wieder einiges möglich.

Chadrac Akolo (SG), rechts, zieht ab, links Numa Lavanchy (SIO), im Fussball Meisterschaftsspiel der Swiss Super League zwischen dem FC St. Gallen (St. Gallen) und dem FC Sion (FCS), am Samstag, 2. No ...
Sion und St.Gallen sind nur knapp unter dem Strich platziert.Bild: keystone

Winterthur und GC sind bereits leicht abgeschlagen auf den letzten zwei Plätzen klassiert. Auf das zehntplatzierte Yverdon fehlen dem FCW vier und GC fünf Punkte. Für die beiden Zürcher Mannschaften wird es nur noch darum gehen, in dieser Saison die Liga zu halten.

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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Bullet-Tooth-Joni
02.12.2024 17:33registriert September 2015
Wieso tun alle immer so als wäre Ausgeglichen = schlecht? In der Superleague wurde schon bedeutend schlechterer Fussball gespielt, die Ausgeglichenheit spricht eher für die gute Arbeit von Klubs wie Servette, Lugano und mit Abstrichen auch FCL, Senfverweigerer und Lausanne.

Zuvor jammern alle, dass es nie spannend sei, jetzt kann jeder jeden schlagen und das soll auch nicht gut sein? 🤣😂🤣😂
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ThePower
02.12.2024 16:12registriert März 2016
Die warten alle auf YB. Nett von ihnen😄
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