Braucht es viele Worte? Nicht in diesem Fall. Der Sport, gerade der Ski-Sport, lebt von Zahlen. Und die sprechen im Fall der 29-jährigen Amerikanerin Mikaela Shiffrin eine eindrückliche Sprache.
So viele Weltcupsiege hat Mikaela Shiffrin auf ihrem Konto. Den ersten feierte sie am 20. Dezember 2012 im Alter von 17 Jahren im Slalom im schwedischen Are.
Das ist Shiffrins Anzahl Podestplätze. Kaum zu glauben: Der Schwede Ingemar Stenmark führt in dieser Statistik noch bis heute gemeinsam mit Shiffrin. Auch er hat 155 Podestplätze inne.
In ihrer Laufbahn bestritt Mikaela Shiffrin bislang 278 Weltcuprennen. Bei 155 Podestplätzen bedeutet das, dass sie bei mehr als der Hälfte aller Starts aufs Siegertreppchen fuhr.
Analog zur Podest- die Siegquote. Seit ihrem ersten Weltcuprennen vor mehr als 13 Jahren schaffte es die Amerikanerin in über einem Drittel ihrer Rennen, diese zu gewinnen.
Das ist Shiffrins Anzahl Slalom-Siege. Im Stangenwald sind ihre ohnehin schon absurden Erfolgsquoten noch höher. Die Kippstangen-Königin gewann 54,3 Prozent all ihrer Weltcupslaloms und stand in 87 von 116 Slaloms auf dem Podest – in 75 Prozent.
Zu den 62 Siegen in einem Slalom kommen diese Erfolge hinzu: 22 Riesenslaloms, 5 Super-G, 4 Abfahrten, 1 Kombination und 5 Parallel-Rennen.
Während bei uns der Schwingerkönig einen Muni erhält, gibt es für die Siegerin des Slaloms im finnischen Levi nebst dem Preisgeld ein Rentier. Shiffrin hat das Rennen kürzlich zum achten Mal gewonnen und taufte ihr jüngstes Rentier auf den Namen Rori. Ihre Herde, die auf dem Ounaskievari-Hof lebt, besteht daneben aus Rudolph, Sven, Mr. Gru, Ingemar, Sunny, Lorax und Grogu.
I’ve had lots of questions about the reindeer, so I figured I’d share some more info about them. They live comfortably at a reindeer farm in Levi called “Ounaskievari” - we of course do not take them home (☺️)…the winner has naming rights…
— Mikaela Shiffrin ⛷️ (@MikaelaShiffrin) November 26, 2024
(cont. below) pic.twitter.com/eNh0MRX5fm
So oft liess sich die Schwyzerin Wendy Holdener in einem Slalom einzig von Mikaela Shiffrin schlagen. Manchmal war die Entscheidung zwischen Sieg oder Rang 2 knapp (0,07 s im März 2019 in Soldeu), manchmal war sie überdeutlich (2,36 s im März 2016 in Jasna).
Wer in einer Saison die oder der Beste war, erhält als Auszeichnung eine wunderbare Kristallkugel. Shiffrin besitzt 16 davon: 5 grosse für den Gewinn des Gesamtweltcups und 11 kleine für den Gewinn einer Disziplinenwertung. Alleine 8 Mal gewann sie die Slalom-Kugel.
Das ist Shiffrins Medaillen-Ausbeute an Olympischen Spielen beziehungsweise an Weltmeisterschaften. Zur Sammlung gehören zwei Olympiasiege (2014 in Sotschi im Slalom, 2018 in Pyeongchang im Riesenslalom) und acht Mal WM-Gold, vier davon im Slalom. Zuletzt auch in Saalbach, als sie sich gemeinsam mit Breezy Johnson Gold in der Team-Kombination holte. Bei Weltmeisterschaften ist Shiffrin sogar noch erfolgreicher als im Weltcup: In 19 Rennen holte sie 15 Medaillen.
Olympia 2022 in Peking ist einer der seltenen Tiefpunkte einer einzigartigen Karriere. Mikaela Shiffrin reiste als Kandidatin für eine Medaille in jeder Disziplin nach China – und ohne Edelmetall wieder ab. In Riesenslalom, Slalom und Kombination schied sie aus, in Super-G (9.) und Abfahrt (18.) wurde es ebenso nichts wie am Ende mit dem Team, wo Rang 4 zu verkorksten Spielen passte.
In Killington gastiert der Weltcup seit 2016. Shiffrin gewann sechs der sieben Slaloms auf der Piste, die «Superstar» heisst. 2022 wurde Shiffrin Fünfte, nachdem sie bei Halbzeit noch geführt hatte. Das war auch aus Schweizer Sicht historisch: Wendy Holdener, «die ewige Zweite», gewann in ihrem 106. Weltcupslalom erstmals.
Im Riesenslalom wartet Mikaela Shiffrin in Killington noch auf einen Erfolg. Auch in diesem Winter konnte sie diese Riesenslalompiste nicht bändigen – Shiffrin stürzte, zog sich eine schwere Stichwunde zu und fiel wochenlang aus.
Diese Story erschien im November 2024 erstmals und wurde nach Shiffrins 100. Weltcupsieg in Sestriere nochmals überarbeitet.