Es war nicht unbedingt ein Abschied im Guten, als Frankreichs Fussball-Superstar Kylian Mbappé im Sommer den Spitzenklub Paris St. Germain verliess und sich Real Madrid anschloss. Nicht erst seitdem scheint das Verhältnis zwischen dem 25-jährigen Stürmer und dem Scheich-Klub nachhaltig gestört zu sein. Unter anderem fordert Mbappé eine Zahlung von 55 Millionen Euro von PSG, die der Klub ihm angeblich noch schuldet.
Am Dienstag soll es in der Sache eine weitere Anhörung vor der Schiedskommission der französischen Ligue 1 geben. Doch nun machen Negativschlagzeilen die Runde.
Die schwedische Staatsanwaltschaft ermittelt im Nachgang eine Klubbesuchs. Ein mutmassliches Opfer klagt wegen Vergewaltigung.
Real Madrid-star Kylian Mbappé investigated for rape after visit to Sweden.https://t.co/WxGVEmCLwY pic.twitter.com/2pvJm6O1nt
— Expressen (@Expressen) October 14, 2024
Es sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, bestätigte die schwedische Staatsanwaltschaft am Dienstag, ohne jedoch den Namen des Verdächtigen zu nennen. Der Vorfall soll sich am Donnerstag vor einer Woche in einem Hotel im Zentrum Stockholm ereignet haben.
Die schwedische Zeitung «Expressen» hatte am Montag berichtet, bei dem Verdächtigen handle es sich um den 25-jährigen Mbappé. Am Dienstag berichteten auch die Zeitung «Aftonbladet» und der Sender SVT, gegen Mbappé bestehe ein «begründeter Verdacht». Für eine Anklage oder eine Untersuchungshaft muss im schwedischen Strafrecht ein «hinreichender Verdacht» bestehen, was bis jetzt nicht der Fall ist.
Wie «Aftonbladet» berichtete, hatte Mbappé am Donnerstagabend in Begleitung mehrerer Menschen ein Restaurant und dann einen Nachtclub in der schwedischen Hauptstadt besucht. Am Freitag habe die Gruppe das Land wieder verlassen. Nach einer medizinischen Untersuchung habe das mutmassliche Opfer am Sonntag Anzeige erstattet. «Expressen» berichtete, als Beweismittel habe die Polizei mehrere Kleidungsstücke beschlagnahmt.
Demnach sei der Fussballer am vergangenen Donnerstag und Freitag mit seiner Entourage in Stockholm gewesen und habe dort unter anderem ein Restaurant und anschliessend einen Nachtklub besucht. Am Sonntag erstattete eine Person bei der Polizei Anzeige wegen Vergewaltigung in der Innenstadt von Stockholm, berichtet «Expressen» am Montag. Der Vorfall soll sich am Donnerstag vor einer Woche in einem Hotel im Zentrum Stockholm ereignet haben.
Mbappé wehrte sich umgehend gegen jegliche Anschuldigungen. Bei X schrieb er «Das sind FAKE NEWS. Es ist so offensichtlich. Ausgerechnet kurz vor der Anhörung, wohl kaum Zufall», und erhob so Verdacht auf eine Schmierkampagne von PSG. Die Entourage des Superstars nennt die Vorwürfe laut Nachrichtenagentur AFP ein «übles Gerücht». Mbappés Umfeld spricht von Verleumdung und droht mit einer Klage.
FAKE NEWS !!!! ❌❌❌
— Kylian Mbappé (@KMbappe) October 14, 2024
Ça en devient tellement prévisible, veille d’audience comme par hasard 😉 https://t.co/nQN98mtyzR
Ob die Anzeige gegen Mbappé selbst gestellt wurde oder jemanden aus seiner Entourage, ist nicht bekannt. Eine Polizeisprecherin bestätigte AFP lediglich, dass entsprechende Ermittlungen aufgenommen werden. Berichten zufolge soll es sich aber im Ermittlungen der niedrigsten Stufe handeln, was bedeuten würde, dass gegen Mbappé selbst kein schwerwiegender Verdacht bestehe.
In Schweden herrscht seit 2018 ein besonders strenges Vergewaltigungsrecht. Demnach macht sich strafbar, wer vor einer sexuellen Handlung nicht ausdrücklich das Einverständnis des Gegenübers einholt. Die Anzeigen wegen des Vorwurfs sexualisierter Gewalt waren daraufhin in den ersten beiden Jahren um bis zu 75 Prozent in die Höhe geschnellt.
Der Zeitpunkt der Vorwürfe gegen Mbappé kommt für den 25-Jährigen zu einem ungünstigen Zeitpunkt, erwartet der Real-Star doch am Dienstag den Schiedsspruch der Ligagerichtsbarkeit zu seiner Klage gegen PSG.
Schon im Sommer 2023 war die Stimmung zwischen dem gebürtigen Pariser und dem vom Ölstaat Katar mit Milliarden finanzierten Hauptstadtklub auf dem Tiefpunkt. Damals hatte Mbappé PSG darüber informiert, die Option auf eine Vertragsverlängerung bis ins Jahr 2025 nicht ziehen, sondern den französischen Serienmeister 2024 ablösefrei verlassen zu wollen. Daraufhin nahm ihn der Klub nicht mit auf die Saisonvorbereitungstour, Mbappé musste mit dem B-Team trainieren.
Später einigten sich die Parteien darauf, dass der Stürmer wieder in der A-Mannschaft eingesetzt wird. Doch seitdem ist das Tischtuch zwischen Mbappé und dem Klub, der in der Hand des katarischen Staatsfonds ist, zerschnitten. (abu/t-online.de)