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Macht schwere Zeiten durch: Wolfsburgs Angreifer Max Kruse.
Macht schwere Zeiten durch: Wolfsburgs Angreifer Max Kruse.Bild: Getty Images Europe

Geburtstag ist nur einmal im Jahr – Max Kruse feiert und fällt tief. Eine Chronologie

Das Fussballbusiness ist schnelllebig und schreibt jeden Tag neue Geschichten. Für Max Kruse geht es gerade von 100 auf 0. Nach dem Rausschmiss aus der DFB-Elf fehlt der deutsche Offensivspieler heute auch im Training des VfL Wolfsburg – ab morgen soll er wieder dabei sein.
22.03.2016, 11:3130.09.2016, 12:15
Janick Wetterwald
Janick Wetterwald
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Max Kruse, Stürmer beim VfL Wolfsburg und deutscher Nationalspieler. Oder besser: Ex-Nationalspieler. Denn seit seinem 28. Geburtstag am Samstag ist er in Medien und auf sozialen Plattformen plötzlich ein riesiges Thema.

Eigentlich wäre Kruse heute zusammen mit seinen Nationalmannschaftskollegen in die Vorbereitungen für das Testspiel gegen England gestartet. Doch Bundestrainer Jogi Löw hat ihn nach seinen Eskapaden aus dem Kader gestrichen. Somit würde heute morgen eigentlich Training beim VfL Wolfsburg anstehen. Doch auch da: keine Spur von Max Kruse.

Eben noch im Hoch

Vor gut zwei Wochen, am 5. März, trifft Max Kruse im wichtigen Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach in der 15. Minute zum 2:0. Am Ende gewinnen die Wolfsburger mit 2:1 und bleiben an den Gladbachern und den europäischen Plätzen dran.

Kruse wechselte erst im letzten Sommer von Gladbach zu Wolfsburg und spielte in den bisher 27 Meisterschaftspartien fast immer von Anfang an. Dabei schoss er fünf Tore, gab fünf Torvorlagen und brachte über 80 Prozent seiner Pässe zu einem Mitspieler. Zahlen, die belegen, dass Max Kruse ein überdurchschnittlich guter Bundesligaspieler ist.

Max Kruse sorgt auf und neben dem Platz für Schlagzeilen.
Max Kruse sorgt auf und neben dem Platz für Schlagzeilen.Bild: Michael Probst/AP/KEYSTONE

Das sah auch Jogi Löw so. Der Bundestrainer bot Kruse am Freitagmittag für die beiden Testländerspiele gegen England und Italien auf. 

Geburtstagsparty mit Folgen

Das Aufgebot für Max Kruse war nicht weiter eine Überraschung nach den zuletzt guten Leistungen beim VfL Wolfsburg. Zudem hatte der Stürmer auch beim letzten EM-Qualifikationsspiel gegen Georgien geglänzt. Nach seiner Einwechslung in der 76. Minute beim Stand von 1:1 schoss Kruse nur drei Minuten später den 2:1-Siegtreffer.

Eine Woche später passierte Kruse ein erstes Missgeschick – das aber lange sein Geheimnis blieb. Erst vor zehn Tagen wurde bekannt, dass Kruse Mitte Oktober, früh an einem Sonntagmorgen, 75'000 Euro in einem Berliner Taxi liegen gelassen hatte. Kruse spielt gern Poker und hatte das Geld wohl nach einem Poker-Turnier auf dem Weg nach Hause vergessen – naja, kann ja mal passieren. Oder nicht?

Wie dumm ist es, 75'000 Euro in einem Taxi liegen zu lassen?

Jedenfalls musste der VfL-Spieler bei seinem Chef Klaus Allofs antraben und nach einer Aussprache 25'000 Euro Busse abdrücken. Damit war die Sache (vorerst) vom Tisch und eine Woche darauf kam Löws Aufgebot.

Doch nur einen Tag später sorgt Kruse wieder für Aufsehen. Nach dem 1:1 gegen Darmstadt feiert er am Samstag in einem Berliner Club seinen 28. Geburtstag. Dabei passierte laut der «Bild»-Zeitung dies: 

«Gegen zwei Uhr fotografierte eine junge Frau den tanzenden Kruse. Der Wolfsburg-Star stürmte auf sie zu, nahm ihr wütend das Handy weg und löschte aufgeregt die Fotos. Was der wilde Kruse da noch nicht wusste: Die junge Frau war «Bild»-Reporterin Jessica Pillatzki.»

Damit war die morgendliche Story auf dem Silbertablett serviert und sie bescherte Kruse ein böses Erwachen. Erneut reagierte VfL-Boss Allofs und zitierte den Stürmer erneut in sein Büro – das Resultat war eine weitere Busse von 25'000 Euro und negative Schlagzeilen, welche den Taxi-Fauxpas wieder aufleben liessen. Für den Bundestrainer war das zu viel des Guten.

Joachim «Jogi» Löw setzt vorerst nicht mehr auf Max Kruse.
Joachim «Jogi» Löw setzt vorerst nicht mehr auf Max Kruse.Bild: INA FASSBENDER/REUTERS

«Wiederholtes unprofessionelles Verhalten»

Jogi Löw reagierte auf die erneuten Schlagzeilen rund um Max Kruse und schmiss ihn drei Tage nach der Nomination wieder aus dem Kader für die beiden anstehenden Testspiele. Die Meinungen über diese Massnahme gehen auseinander: 

In seiner offiziellen Begründung spricht der Bundestrainer davon, dass sich Kruse wiederholt unprofessionell verhalten habe und er das nicht akzeptiere. Er habe klar kommuniziert, was er erwarte. Weiter sagte Löw, er habe mit der Nationalmannschaft an der EM grosse Ziele und darauf müssten alle Spieler fokussiert sein.

Interessant ist auch ein Statement von DFB-Teammanager Oliver Bierhoff: «Wir waren auch ständig in Kontakt mit dem VfL Wolfsburg und haben uns eng mit Klaus Allofs und Dieter Hecking abgestimmt.» Somit dürfte Kruse auch bei den Clubverantwortlichen des VfL Wolfsburg mehr in Ungnade gefallen sein als angenommen. Hat er sich mit seinen Handlungen nun einen grossen Stein in seine Karriere gelegt? 

Wie geht's weiter?

War die Entscheidung von Jogi Löw bereits eine wegweisende Handlung im Hinblick auf die Europameisterschaft in Frankreich oder nur ein Denkzettel? Und wie geht es für Kruse beim VfL Wolfsburg weiter? 

Nach dem heutigen Training nahm Trainer Dieter Hecking Stellung und sagte: «Ein Rausschmiss ist aktuell kein Thema. Er wird morgen wieder mit der Mannschaft trainieren.» Ob Kruse aber an der EM auflaufen wird, dass steht in den Sternen. Viel spricht aktuell nicht für ihn. 

Kruse ist aktuell in der Kritik: Diese folgenden Spieler werden mehr gehasst als geliebt!

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6 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Clank
22.03.2016 17:03registriert Mai 2015
Was soll das? Verstehe die Sanktionen nicht?
Der Typ darf doch sein Privatleben ausleben, wie er will. Wen hat er bitte damit geschadet, ausser seinen eigenen Ruf?
Solange seine wilde Partys nicht vor einem Spiel oder Training stattfinden und er fit auftaucht, darf er doch tun und machen, was er will. Was hat sein Nachtleben mit seiner Leistung im Club zu tun? Man sollte zwischen Freizeit und Berufsleben unterscheiden.
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