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epa08193208 Referee Harm Osmers (C) shows Hertha's Jordan Torunarigha (L) the red card during the German DFB Cup round of sixteen soccer match between Schalke 04 and Hertha BSC Berlin in Gelsenkirchen, Germany, 04 February 2020.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL CONDITIONS - ATTENTION: The DFB regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Schiedsrichter Osmers kennt kein Erbarmen und stellt Torunarigha vom Platz. Bild: EPA

Hertha-Spieler sieht nach rassistischer Beleidigung Rot: «Er hat auf dem Platz geweint»



Trotz 2:0-Führung ist Hertha BSC im Achtelfinal des DFB-Pokals bei Schalke 04 gescheitert. 2:3 nach Verlängerung verloren die Berliner, in der 115. Minute lief man in den fatalen Konter. Zu diesem Zeitpunkt spielte die Hertha nur noch zu zehnt. Jordan Torunarigha flog in der 100. Minute mit Gelb-Rot vom Platz, weil er nach einem Foul von Mascarell neben Schalke-Coach David Wagner eine Getränkekiste wutentbrannt auf den Boden schmiss.

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Die Gelb-Rote Karte gegen Torunarigha. Video: streamable

Erst nach dem Spiel wurde der wahre Grund für den Ausraster des 22-jährigen Deutschen mit nigerianischen Wurzeln bekannt. Torunarigha wurde von vereinzelten Schalke-Fans mit Affenlauten rassistisch beleidigt. Mit Tränen in den Augen verliess der Herthaner das Spielfeld.

«Es gab rassistische Beleidigungen von der Tribüne», klärte Hertha-Captain Niklas Stark nach dem Schlusspfiff auf. «Jordan ist ein emotionaler Spieler, der war heulend auf dem Platz. Wenn so etwas passiert, wäre ich wahrscheinlich auch ausgerastet. So etwas geht nicht. Das ist menschlich abstossend.»

Ein geschlossenes Verlassen des Spielfelds hat man sich bei Hertha offenbar nicht überlegt. Stark stellt jedoch klar: «Wenn das Signal gekommen wäre, wäre ich mitmarschiert. Ich weiss nicht, was man dagegen machen soll. Man will ja trotzdem Fussball spielen. Der erste Schritt ist einfach, dass wir als Mannschaft hinter Jordan stehen und die Stimme erheben. So was geht nicht.»

Warum es Zeit ist, dass sich die Spieler wehren. Solidarisch und konsequent.

Schalkes Siegtorschütze Benito Raman sah die Tränen in Torunarighas Augen ebenfalls: «Er hat auf dem Platz geweint und wollte aufhören. Ich habe die Rufe nicht gehört, habe ihm aber Mut zugesprochen und gesagt, dass er weitermachen soll.»

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Das Schalke-Siegtor von Raman in der 115. Minute. Video: streamable

Auch Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann merkte, dass mit Torunarigha etwas nicht stimmt. «Der Junge wurde beleidigt, hat emotional reagiert», so Klinsmann. «Wir haben dem Schiri gleich gesagt, dass wir Jordan schützen müssen. Da muss man auch etwas Fingerspitzengefühl haben und nicht gleich die zweite Gelbe Karte zeigen. Er ist ein junger Mensch, er darf damit nicht allein gelassen werden.»

Schiedsrichter Harm Osmers liess aber nicht Gnade vor Recht walten und machte so aus einem Opfer einen Täter. Auch David Wagner flog mit Rot vom Platz, dabei wollte er Torunarigha nach dessen Harass-Wurf wohl bloss beruhigen. Der Schalke-Trainer zeigte nach dem Spiel Verständnis für Torunarigha: «Wenn der Junge rassistisch beleidigt wurde, möchte ich mich bei ihm und Hertha entschuldigen.»

Zur Roten Karte sagte er: «Ich habe mir die Bilder angeschaut, meine Hand war an seinem Hals, ja. Ich versuche aber mehr, dass alle die Balance halten. Der Spieler wirft dann die Wasserkiste hin.» (pre)

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