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Porto

Wer schon da war, schwärmt in der Regel von Porto. Falls er in der richtigen Stadt war. Bild: Shutterstock

Porto oder Bordeaux? 10 schöne Verwechslungen aus der Welt des Sports



Ich kann nicht anders, aber wenn heute Abend YB in der Europa League gegen den FC Porto spielt, dann kommt mir automatisch die Geschichte mit der armen Touristin aus Sachsen in den Sinn. Deren falsche Aussprache der Stadt Porto («Bordoo») hatte zur Folge, dass ihr im Reisebüro kein Flug in die portugiesische Hafenstadt gebucht wurde, sondern nach Bordeaux in Frankreich.

Es geht aber auch anders: Wenn man nach Bordeaux will, aber nicht dort ankommt. Wie das erste Beispiel von Verwechslungsgeschichten aus der Welt des Sports zeigt.

2016 nimmt Wales erstmals an einer Fussball-EM teil, im ersten Spiel trifft es in Bordeaux auf die Slowakei. Die Waliser Gruffydd Evans, Jack Roberts, Liam Kennedy und Iolo Jones wollen sich das nicht entgehen lassen. Also wird gebucht – doch da ereignet sich eine Panne. So landet das Quartett in Bourdeaux in der Nähe der Alpen, rund 700 Kilometer entfernt von Bordeaux im Westen Frankreichs. Das Quartett entscheidet sich (natürlich), das Geld für die gebuchte Unterkunft abzuschreiben, macht sich auf ans richtige Ziel und trifft rechtzeitig ein, um im Stadion einen 2:1-Sieg zu bejubeln.

Wales team celebrates at the end of the Euro 2016 Group B soccer match between Wales and Slovakia, at the Nouveau stadium in Bordeaux, France, Saturday, June 11, 2016. Wales won 2-1. (AP Photo/Andrew Medichini)

Irgendwo in der roten Wand: Das Quartett, das fast den historischen Moment verpasst hätte. Bild: AP

Im Juni 2015 spielt Deutschlands Nationalmannschaft auswärts gegen Gibraltar. Christoph Kramer steigt nach dem 7:0-Sieg in den falschen Mannschafts-Car. Offenbar hat er nicht mitbekommen, dass die DFB-Elf in einem neuen Gefährt unterwegs ist.

Kramer nimmt's mit Humor. Nach dem Spiel ist Sommerpause und der Weltmeister postet aus den Ferien in Afrika dieses Foto mit dem Kommentar: «… weil der Gibraltar-Bus einfach die schönere Route hat.»

Gross ist die Neugier, als Afrikas dreifacher Fussballer des Jahres im Sommer 1996 in die Bundesliga wechselt. Und gross die Verwunderung, dass Abédi Pelé nicht bei einem Topklub unterschreibt, sondern bei 1860 München. Irgendwann kursiert das Gerücht, der Ghanaer habe geglaubt, wenn von «München» die Rede sei, dann gehe es automatisch um die Bayern, den Rekordmeister. Viele Jahre später verweist Pelé die Story ins Reich der Legenden: «Ich wusste sehr wohl, zu welchem Klub ich gehe. Bayern war wohl mal ein paar Jahre vorher an mir interessiert.»

Der Witz geht auch umgekehrt: Erst nach 50 Spielen für 1860 hätten die «Löwen» gemerkt, dass sie den falschen Pelé verpflichtet hätten.

Kultreporter Hans Jucker hat Skirennfahrer Peter Müller vor dem Mikrofon – und spricht ihn ausgerechnet als Pirmin Zurbriggen an, Müllers grosser Rivale. Müller trägt es mit Fassung und Jucker bezeichnet sich lachend als «huere Löli».

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Video: streamable

Gary Anderson tritt als Weltmeister zum WM-Final 2016 an. Gegen Adrian Lewis führt der Schotte mit 2:1 Sätzen, als er sich im vierten Satz das zweite Leg sichern kann. Doch weil Anderson die Doppel-12 verpasst, muss er umdisponieren. Er wirft eine 3, die Kamera schwenkt nun auf die Doppel-6 – aber dort landet kein Pfeil. Anderson hat sich verrechnet, hat das Doppel-1-Feld anvisiert und somit vier Punkte zu wenig. So gelingt Lewis der Ausgleich.

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Video: streamable

Anderson verrechnet sich im gleichen WM-Final sogar noch einmal, wirft eine Dreifach-20, als er nur noch 56 Rest hat. Am Ende wird er dennoch zum zweiten Mal Weltmeister, auch wenn er festhält: «Ich weiss gar nicht, was heute los war. Ich habe zeitweise sehr gut gespielt, zeitweise aber auch sehr wirr.»

Auch Matthew Emmons zielt auf eine Scheibe, aber mit einem Gewehr im Anschlag. An den Olympischen Spielen 2004 liegt er vor dem letzten Schuss so deutlich in Führung, dass selbst die miese Wertung von 8,1 noch zu Gold genügt. Aber der Schuss des Amerikaners wird gar nicht angezeigt – weil er auf die falsche Scheibe geschossen hat. Emmons fällt vom ersten auf den letzten Platz zurück. Vier Jahre später liegt Gold erneut für ihn bereit, als beim finalen Schuss wieder die Nerven versagen – Rang 4. Immerhin: Matthew Emmons besitzt trotz der Missgeschicke einen kompletten Satz Olympiamedaillen.

Auch Alexander Schlonski kann mit seiner Geschichte eine Runde unterhalten. Der deutsche Segler will 2008 nach Sydney reisen. Doch anstatt in Australien anzukommen, strandet Schlonski in Seattle. Denn dass er in einem Propellerflugzeug von der US-Westküste über den Pazifik fliegen soll, kommt ihm seltsam vor. Des Rätsels Lösung: Ein Tippfehler im Reisebüro, das ihn nicht nach Sydney in Australien buchte, sondern nach Sidney im US-Bundesstaat Montana. 13'000 Kilometer vom eigentlichen Ziel entfernt.

epa07349216 Australia, Britain and Japan race their F50 Catamarans during their first practice and training run ahead of the inaugural Sail GP on Sydney Harbour, Sydney, Australia, 07 February 2019. The Sail GP will run its first global race on Sydney Harbour next Friday, 15th and Saturday, 16th of February with teams competing from Australia, United States of America, Great Britain, France, Japan and China.  EPA/DEAN LEWINS  AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Katamarane vor der berühmten Harbour Bridge im «richtigen» Sydney. Bild: EPA

Es ist aber auch fies, dass es in Belgien sowohl Gent als auch Genk gibt und dass beide Städte über derzeit erfolgreiche Fussballklubs verfügen. Zwei Liverpool-Fans wollen in diesem Herbst ans Champions-League-Spiel der «Reds» in Genk und bemerken erst eine halbe Stunde vor Gent, dass sie das falsche Ziel anvisiert haben. Zu spät, um noch rechtzeitig nach Genk zu kommen. Den 4:1-Sieg sehen sie in einem Pub.

Der KAA Gent erfährt von der Story und lädt die zwei englischen Fans zum Europa-League-Spiel am Abend darauf gegen Wolfsburg ein. Doch da sind die Liverpooler bereits auf dem Heimweg. Doch Gent hat noch eine Idee: Es lädt die zwei Verirrten im Januar 2020 mitsamt Partnerinnen zu einem Heimspiel ein. Dann, wenn KAA Gent gegen KRC Genk spielt.

Auf die Spitze treibt es das Magazin «11 Freunde», das die Weltpresse mit Fakenews narrt. Es verbreitet die Story, dass zwei Benfica-Fans zum Spiel bei der Eintracht von Lissabon aus nicht nach Frankfurt am Main reisen, sondern nach Frankfurt an der Oder. «Wir wollten die Medienmechanismen zeigen», erklärt der Chefredaktor, «dass egal, was auf einem Dorfplatz passiert, als Meldung ungeprüft in die Öffentlichkeit getragen wird.»

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Video: streamable

Für die letzte Anekdote habe ich keinen handfesten Beweis. Aber einer meiner besten Freunde erzählt sie mit so einer grossen Überzeugung, dass ich ihm gerne glaube. YB trifft 2007 im Europacup auf Athletic Bilbao und einer der Spieler kündigt vor dem Auswärtsspiel nach Spanien an: «Jetzt gehen wir nach Athletic und wollen die drei Punkte holen!» Was in etwa so zutreffend ist, wie wenn man ein Auswärtsspiel in Xamax hat. Immerhin geht das Vorhaben des YB-Spielers auf: Die Berner gewinnen in Athletic in Bilbao 1:0.

epa01811691 BSC Young Boys' players celebrate after scoring first goal against Athletic Bilbao during their third qualifying roud match in the Europa League at the San Mames stadium in Bilbao, Basque Country, northern Spain, 30 July 2009.  EPA/MIGUEL TONA

YB-Spieler feiern ihren Treffer im San Mames. Bild: EPA

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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
fisk
28.11.2019 11:38registriert October 2018
Sascha Ruefer verwechselt in gefühlt jedem Spiel eine Mannschaft.
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Rock'n'Rohrbi
28.11.2019 12:42registriert March 2017
...sind schon viele in Geographie durchgefallen! 😅
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