DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
01.09.2016;  Rapperswil; Fussball WM Quali - Training Schweiz; Trainer Vladimir Petkovic (SUI) und das Team (Marc Schumacher/freshfocus)

Vladimir Petkovics (Mitte) Stimme findet bei den Nationalspielern Gehör. Bild: freshfocus

«Mein Weg wird akzeptiert» – Petkovic und die Nati gehen gestärkt in das Spiel gegen Portugal

Das Topspiel zum Start der WM-Ausscheidung: Die Schweiz will in Basel gegen Portugal ihre Fortschritte unter Vladimir Petkovic bestätigen. Die SFV-Auswahl träumt vom Coup gegen den Europameister.



Kleinlaut sind sie nicht, die Schweizer Fussballer. «Wir wollen uns mit den Besten messen», sagt etwa Granit Xhaka, der im Premier-League-Alltag mit Arsenal ohnehin kein anderes Credo kennt. Der unumstrittene Chef im zentralen Mittelfeld verspricht 72 Tage nach dem EM-Achtelfinal-Out gegen Polen eine «noch bessere Qualifikations-Kampagne als zuletzt».

Breel Embolo, Ricardo Rodriguez und Granit Xhaka, von links, beim Training der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft in Rapperswil-Jona, am Donnerstag, 1. September 2016. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Granit Xhaka (r.) gibt sich auch im Kreis der Nationalmannschaft selbstbewusst. Bild: KEYSTONE

Im Kreis der Mannschaft, die innerhalb der letzten zwölf Jahre nur die vorletzte EM verpasst hat, ist eine ausgeprägte Zuversicht spürbar. Der Tenor zur Gruppe B mit Portugal, Ungarn, Lettland, den Färöern und Andorra: «Interessant, aber machbar.» Sie müssten angesichts ihrer Qualitäten in der Lage sein, bis zum Schluss um die Topklassierung zu spielen, hatte Stephan Lichtsteiner vor etwas mehr als 13 Monaten am Tag der Auslosung gesagt. Der Captain revidierte seine Einschätzung nach dem Titelgewinn der Portugiesen nicht. «Sie sind gut, aber launisch.»

Erfreuliche Signale

Ihre Ambitionen verheimlichen auch die Protagonisten des Schweizer Fussballverbandes (SFV) nicht. Selbst die in der Regel eher diplomatische SFV-Führung wünscht sich explizit eine vierte WM-Teilnahme in Folge. «Ziel ist die direkte Qualifikation», sagt auch Präsident Peter Gilliéron und bezeugt damit, wie viel er Team und Trainer zutraut.

epa05379447 Peter Gillieron, President of the Swiss Football Association (ASF-SFV) speaks during a press conference at the Stade de la Mosson stadium, in Montpellier, France, 20 June 2016. The Swiss national soccer team is in France for the UEFA EURO 2016 soccer championship which runs until 10 July.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

SFV-Präsident Peter Gillieron ist überzeugt von der Nati. Bild: EPA/KEYSTONE

An der vergangenen EM-Endrunde bekräftigten die Schweizer mit ihrer energischen Haltung, an der erweiterten Spitze nicht nur mitspielen zu wollen. Ihr taktischer Entwurf soll die nächste Vorwärtsbewegung einleiten: «Unser Ziel ist es, gegen jeden Gegner mehr Ballbesitz zu haben», bestätigt Blerim Dzemaili am Wochenende in der Trainingsbasis den in Frankreich eingeschlagenen Kurs.

Bis zum Penalty-Drama gegen Polen in Saint-Etienne sandte die Schweizer Equipe erfreuliche Signale. Sie fand eine hervorragende Balance zwischen Angriffslust und defensiver Organisation. Die UEFA-Statistiker erhärteten die überzeugenden Impressionen. Keine andere Nation erreichte im Passspiel eine höhere prozentuale Quote (91) als Petkovics Ensemble.

Das Problem vor dem Tor

Nicht nur die blanken EM-Kennzahlen und übrigen statistischen Hochrechnungen, sondern auch die moderne Ausrichtung auf dem Rasen belegen: Lichtsteiner und Co. haben ein gewisses Selbstverständnis entwickelt und sich europaweit in den Top 16 etabliert. «Wir wollen Akzente setzen – gegen jeden!» Xhakas Sicht ist keine exklusive. Nicht nur der Arsenal-Profi ortet weiteres Wachstumspotenzial.

Um einem Kontrahenten vom Weltklasseformat Portugals auf gleicher Höhe begegnen zu können, genügt ein perfekter Auftritt in der Abwehr nicht. In ihrer Turnier-Analyse haben die Techniker festgestellt, dass der Mannschaft in der offensiven Zone «etwas fehlt», sie «zu wenig konkret» sei. Kurzum: Die Stürmer müssen ihre Effizienz markant anheben.

Nationalspieler Alexander

Einen Knipser wie Alex Frei haben die Schweizer aktuell nicht in ihren Reihen. Bild: KEYSTONE

Die zu geringe Torproduktion ist kein Thema, das innerhalb von zwei Monaten zu beseitigen ist. Deshalb strebt Petkovic vorerst im Bereich der weichen Faktoren eine weitere Optimierung an. Ihm schwebt vor, den im über vierwöchigen EM-Camp aufgebauten Spirit zu reanimieren: «Mit einer positiven Einstellung ist sehr viel möglich. Die Bereitschaft, mit vollem Herz dabei zu sein, hilft allen.»

Petkovics Erkenntnis

Anders als vor zwei Jahren bei seinem missratenen SFV-Debüt gegen England (0:2) und in Slowenien (0:1) sind Petkovics Ideen und Art im Kern verankert. Es gibt keinerlei Irritationen oder Interpretationsspielräume. Jeder hat verstanden, wie der Chef an der Linie funktioniert; im zwischenmenschlichen Bereich sind keine relevanten Störfaktoren wahrnehmbar.

Und in der medialen Aussendarstellung wird Petkovic inzwischen deutlich weniger oft als «Nachfolger von Ottmar Hitzfeld» apostrophiert. Der um Nuancen couragiertere Stil des Tessiners mit Wurzeln in Sarajevo ist mehrheitsfähig. «Mein Weg wird akzeptiert», sagte der Nationalcoach kürzlich zur Nachrichtenagentur SDA. «Wir haben einen Punkt erreicht, an dem ich sagen kann, dass man mir mehr Kredit einräumt.»

Vladimir Petkovic gewinnt den Award

Petkovic wurde bei den Swiss Football Awards als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Bild: PPR

Neben dem Vertrauen schwillt auch die Erwartungshaltung an, der Fokus ist schärfer als in anderen nationalen Teamsportarten – das lässt sich nicht nur anhand der TV-Quoten belegen. Für den Pulsschlag des Nationalteams interessiert sich auch während einer profanen Vorbereitungswoche ein Millionen-Publikum. Petkovic bekommt den Hype mit: «Unser Projekt löst enorm viel aus.» (sda/drd)

Die Rekordspieler der Schweizer Nati

1 / 20
Die Rekordspieler der Schweizer Nati
quelle: keystone / alessandro della valle
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Der Fussball schreibt oft die schönsten Geschichten

«Oh Zinédine, pas ça!» Zidanes Kopfstoss im WM-Final gegen Materazzi erschüttert die Welt

Link zum Artikel

Martin Palermo schafft's ins Guinness-Buch – weil er 3 Penaltys in einem Spiel verschiesst

Link zum Artikel

Filipescu macht den FC Zürich in Basel in der 93. Minute zum Meister

Link zum Artikel

Maradona schiesst das Tor des Jahrhunderts – aber in Erinnerung bleibt die «Hand Gottes»

Link zum Artikel

Ailton wettert: «For mi das nicht Profi-Mannschaft, das nicht Profi-Fussball. Unglaublig»

Link zum Artikel

Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel

Der Goalie mit Pudelmütze sorgt für eine der grössten Sensationen der Fussball-Geschichte

Link zum Artikel

Die Schweizerin Nicole Petignat pfeift als erste Frau ein Europacup-Spiel der Männer

Link zum Artikel

Mit dem letzten Spiel im Hardturm gehen 78 Jahre Schweizer Fussball-Geschichte zu Ende

Link zum Artikel

Ein Carlos Varela in Höchstform: «Heb de Schlitte, du huere Schissdrägg»

Link zum Artikel

Nati-Goalie Zuberbühler schiebt die Schuld für ein Riesen-Ei dem «Blick» zu

Link zum Artikel

Marco van Basten schiesst den «ewigen Zweiten» mit seinem Traumtor zum EM-Titel

Link zum Artikel

Märchenprinz Volker Eckel legt GC mit 300-Millionen-Versprechen aufs Kreuz

Link zum Artikel

«Hoch werd mas nimma gwinnen» – der legendäre Ösi-Galgenhumor beim 0:9 gegen Spanien

Link zum Artikel

Andrés Escobar wird nach einem Eigentor an der WM mit 12 Schüssen hingerichtet

Link zum Artikel

Ronaldo kämpft vor dem WM-Final mit dem Tod – warum er trotzdem spielt, bleibt ein Rätsel

Link zum Artikel

Der «entführte» Raffael wird zum Fall für die Polizei – und muss ein Nachtessen blechen

Link zum Artikel

Roberto Baggios Penalty in die Erdumlaufbahn lässt ganz Italien weinen

Link zum Artikel

«Decken, decken, nicht Tischdecken» – als man(n) im TV noch über Frauenfussball lästerte

Link zum Artikel

Jay-Jay Okocha demütigt Oliver Kahn und drei Verteidiger mit einem Wahnsinnstanz

Link zum Artikel

Cabanas fordert Respekt, denn «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»

Link zum Artikel

Das schlimmste Foul im Schweizer Fussball: Gabet Chapuisat zertrümmert Lucien Favres Knie

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

Arsenals «Invincibles» starten eine Serie von 49 Spielen ohne Pleite

7. Mai 2003: Niemand ahnt, welche Serie mit dem 6:1-Sieg von Arsenal über Southampton gestartet wurde. Die «Gunners» bleiben in 48 weiteren Premier-League-Spielen ungeschlagen und holen 2004 als «The Invincibles» ihren bislang letzten Meistertitel.

Die Arsenal-Fans verlassen das Highbury gut gelaunt. Robert Pires und Jermaine Pennant ist gegen Southampton jeweils ein Hattrick gelungen, das Heimteam feiert einen 6:1-Sieg. Doch niemand weiss, dass dieser Erfolg am Ursprung einer legendären Serie steht. 49 Meisterschaftsspiele in Folge wird Arsenal ungeschlagen überstehen und 2004 als ungeschlagenes Team Meister werden. Etwas, das zuvor nur Preston North End gelungen ist: als der Fussball laufen lernte, 1888/89.

Arsenals Serie beginnt in der …

Artikel lesen
Link zum Artikel