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Bei Real ruhen alle Hoffnungen auf Gareth Bale.
Bei Real ruhen alle Hoffnungen auf Gareth Bale.
Bild: EPA/EFE

Die erste Chance für den CR7-Nachfolger – tritt Bale heute aus Ronaldos Schatten?

Erstmals in der Geschichte des europäischen Supercups treffen zwei Teams aus derselben Stadt aufeinander. Das Madrider Derby in Tallinn zwischen Champions-League-Sieger Real und Europa-League-Gewinner Atlético Madrid steht im Zeichen eines Abwesenden.
15.08.2018, 09:52

Im Rahmen des UEFA Super Cup trifft Real Madrid heute Abend um 21 Uhr in Tallinn auf Stadtrivale Atlético Madrid. Es ist der erste Ernstkampf für Real Madrid einer neuen Ära – der Ära seit dem Abgang von Cristiano Ronaldo.

Was löste sie aus, diese Meldung der Königlichen, in der just am Tag des WM-Halbfinals zwischen Frankreich und Belgien vor einem guten Monat der Transfer des portugiesischen Superstars Cristiano Ronaldo zu Juventus Turin bekannt gemacht wurde? Während ganz Turin sich nach der Nachricht im Freudentaumel befand, herrschten in der spanischen Hauptstadt komplett unterschiedliche Stimmungslagen. Schockstarre und Trauer im reichen Norden, bei den Fans von Real Madrid, Freude und Erleichterung in den Arbeitervierteln im Süden, dem Herkunftsort von Atlético Madrid.

Denn mit dem 33-Jährigen verliess im Juli so was wie der Angstgegner der Rojiblancos die Stadt. In 31 Spielen gegen den Stadtrivalen war Ronaldo an 30 Toren beteiligt – 22 schoss er selber, acht bereitete er vor. Gerade deshalb wird das erste Aufeinandertreffen der beiden Madrider Stadtklubs nach dem Abgang des fünffachen Weltfussballers im europäischen Supercup viel mit der Personalie Ronaldo zu tun haben.

Darum geht's, um den UEFA Super Cup.
Darum geht's, um den UEFA Super Cup.
bild: UEfa

Atlético-Coach Diego Simeone konnte sein Stammpersonal grösstenteils halten, einzig der Abgang von Captain Gabi war beim Gewinner der Europa League zu kompensieren. Grösser war dagegen der Umbruch bei Champions-League-Sieger Real Madrid. Neben dem gewichtigen Abgang Ronaldos waren die Königlichen vom plötzlichen Rücktritt ihres Erfolgstrainers Zinédine Zidane überrascht worden.

Bale unter Zugzwang

Zidanes Nachfolger Julen Lopetegui, der vor seinem Engagement bei Real die spanische Nationalmannschaft trainiert hatte, sieht im Abgang Ronaldos kein Problem. Auch dass bislang kein Ersatz für den Portugiesen gefunden wurde, belastet den bald 52-Jährigen nicht. «Es ist eine spannende Aufgabe, das Team ohne Cristiano neu zu erfinden, um ein wettbewerbsfähiges Team zu schaffen», sagte Lopetegui. Aber es droht noch weiteres Ungemach: Luka Modric droht zu Inter Mailand abzuwandern. Der Transfer müsste allerdings schnell über die Bühne gehen, in Italien schliesst der Mercato diesen Freitag.

Hier wird gespielt: Im Tallinner Lilleküla Staadion mit 9692 Plätzen.
Hier wird gespielt: Im Tallinner Lilleküla Staadion mit 9692 Plätzen.
bild: Wikipedia

Auf der anderen Seite haben die Königlichen erst zwei nennenswerte Neuzugänge vermeldet, den von Torhüter Thibaut Courtois und den von Sturm-Talent Vinicius Junior. Nachdem weder Robert Lewandowski noch Eden Hazard oder Neymar als Ersatz für Ronaldo verpflichtet werden konnten, setzt Lopetegui nun zwangsläufig auf schon vorhandenes Personal, vor allem auf den Waliser Gareth Bale. Der 29-jährige Waliser soll der neue Ronaldo werden.

Mit 70 Toren aus 126 Ligaspielen weist auch Bale für Real eine Topquote aus. Bei den Fans ist der wieselflinke Alleskönner dennoch weniger beliebt als sein Vorgänger. Dies liegt einerseits an seiner Verletzungsanfälligkeit, andererseits auch an seiner bisher schwachen Ausbeute in den Prestigeduellen mit dem Stadtrivalen.

In 16 Spielen gegen Atlético glückte Bale erst ein Treffer. Mit Toren und Vorlagen in Tallinn gegen die robuste Atlético-Verteidigung könnte nun ausgerechnet Bale dafür sorgen, dass die Stimmungslage der Fans in der spanischen Hauptstadt wieder umschlägt. Bale ist also unter Zugzwang, denn Real-Präsident Florentino Perez gilt als Mann mit kurzer Zündschnur. Liefert der Waliser nicht, wird ihm wohl doch noch ein neuer Hoffnungsträger vor die Nase gesetzt. (pre/sda)

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