FIFA-Präsident Infantino fordert neue Regel nach Vinicius-Fall: «Dann muss es Rot geben»
Rot für verdeckte Sprüche an den Gegner? FIFA-Präsident Gianni Infantino fordert im Kampf gegen Rassismus Massnahmen mit abschreckender Wirkung. Dabei im Fokus: Spieler, die beim Ansprechen ihrer Gegner den Mund zuhalten, sodass nicht zu sehen ist, was sie sagen. «Wenn ein Spieler seinen Mund bedeckt und etwas sagt und dies rassistische Folgen hat, dann muss er natürlich vom Platz gestellt werden», sagte Infantino im Sky-Interview nach der Versammlung der internationalen Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) in Wales.
«Das ist etwas, das ich ohnehin nicht verstehe: Warum muss ein Spieler seinen Mund zudecken, wenn er etwas zu einem anderen Spieler sagt?», so Infantino. Man müsse in so einem Fall davon ausgehen, dass der Spieler auf dem Fussballplatz etwas gesagt hat, was er nicht gesagt haben sollte. Für Infantino ist die Sache klar: «Wenn man nichts zu verbergen hat, hält man sich beim Sprechen nicht den Mund zu. So einfach ist das.»
Mutmasslicher Rassismus-Vorfall beschäftigt Ifab
Die IFAB war mit dem Thema befasst, nachdem es im Champions-League-Spiel zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon zu einem mutmasslichen Rassismus-Vorfall gekommen war. Lissabons Profi Gianluca Prestianni soll den Brasilianer Vinícius Júnior als «Affe» bezeichnet haben. Der Benfica-Profi bestreitet das, er hatte sich in der Szene das Trikot vor den Mund gezogen.
Das Gremium, das am vergangenen Wochenende bereits einige weitreichende Regelreformen beschlossen hatte, arbeitet im Hintergrund an Massnahmen für Fälle dieser Art. Infantino kündigte an, dass neue Bestimmungen schon bei der Fussball-WM im Sommer Anwendung finden könnten.
Mehr Macht für VAR und weniger Zeitspiel
Die beschlossenen Regelreformen umfassen unter anderem, dass der VAR in Zukunft auch bei Eckbällen eingreifen kann, «sofern die Überprüfung sofort und ohne Verzögerung der Spielfortsetzung durchgeführt werden kann». Ausserdem werden auch Gelbe Karten, die zu einem Platzverweis führen, überprüft. Weiterhin wird das Countdown-Prinzip wie bei der Acht-Sekunden-Regel für Torhüter bei Abschlägen auch auf Einwürfe und Abstösse angewandt. (nih/t-online/dpa)

