Lange sah es danach aus, als würde die Schweiz tatsächlich die ganz grosse Überraschung schaffen. Mit einem Sieg gegen Gastgeber Deutschland hätte die Nati sich nämlich noch den Gruppensieg geholt und wäre als Erster in den Achtelfinal eingezogen. Aufgrund des späten Ausgleichs durch Niclas Füllkrug zum 1:1 bleiben die Deutschen jedoch an der Spitze der Gruppe A, während aber auch die Schweiz als Zweiter definitiv in der K.-o.-Runde steht.
Und beim Blick auf den weiteren Turnierverlauf macht es gar keinen so grossen Unterschied, dass die Schweiz den Sieg und damit Platz 1 in der Gruppe verpasst hat. Denn sowohl Deutschland als auch das Team von Murat Yakin treffen im Achtelfinal auf einen Gruppenzweiten. Damit sind die Deutschen eines von nur zwei Teams, das trotz Platz 1 in der Vorrunde nicht auf einen der vier besten Drittplatzierten trifft, die sich ebenfalls für die Achtelfinals qualifizieren.
Für die Schweiz geht es am Samstag, 29. Juni, um 18 Uhr gegen den Zweiten der Gruppe B weiter. Dabei handelt es sich entweder um Italien, Albanien oder Kroatien. Am wahrscheinlichsten scheint im Berliner Olympiastadion derzeit ein Aufeinandertreffen mit dem südlichen Nachbarn. Die Squadra Azzurra bekommt es heute Abend (21 Uhr) mit Kroatien zu tun. Im Falle von mindestens einem Unentschieden ist Italien hinter Spanien Zweiter. Im Falle eines kroatischen Sieges ist die Lage hinter den Iberern etwas komplizierter. Spanien steht bereits als Gruppensieger fest.
Hier besteht wohl auch die Hoffnung der Albaner, die einen Sieg brauchen, um weiterhin Chancen auf eine Achtelfinalqualifikation zu haben. Gewinnt Albanien gegen Spanien und siegt Kroatien nicht zu hoch gegen Italien, ist das Team um Captain Berat Djimsiti der Achtelfinalgegner der Nati. Holt Kroatien zwei Tore in der Tordifferenz auf und erzielt ausserdem einen Treffer mehr als Albanien, warten Luka Modric und Co. am Samstag auf die Schweiz.
Noch unklarer ist die Ausgangslage für die Deutschen, die ebenfalls am Samstag (21 Uhr) ihren Achtelfinal bestreiten werden. In Dortmund trifft das Team von Julian Nagelsmann dann auf den Zweiten der Gruppe C. Dabei kommt vor dem letzten Spieltag (Dienstag, 21 Uhr) noch jedes der vier Länder in dieser Gruppe für Platz 2 infrage. England als aktueller Erster trifft noch auf Slowenien, während sich im anderen Spiel Dänemark und Serbien duellieren.
Die Gruppe C ist auch für die Schweiz interessant, da der Gruppenerste ein möglicher Viertelfinalgegner wäre. Einzig Serbien kann es von den vier Nationen nicht mehr werden. England, Dänemark und Slowenien könnten sich hingegen allesamt noch an die Spitze der Gruppe setzen und sich so ein Achtelfinal-Duell mit einem der besten Drittplatzierten ergattern.
Deutschland bekommt es in einem allfälligen Viertelfinal hingegen entweder mit Spanien oder ebenfalls mit einem Gruppendritten zu tun. Sowohl für die Deutschen als auch die Nati könnte es also spätestens im Viertelfinal zu einem Duell mit einem der Topfavoriten auf den Titel kommen.