DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Haaland provoziert nach seinem zweiten Treffer Sevilla-Goalie Bono.
Haaland provoziert nach seinem zweiten Treffer Sevilla-Goalie Bono. bild: imago-images.de

Haaland über den Penalty-Zoff mit Sevilla-Keeper Bono: «Vielleicht ist es Karma»

Erling Haaland hat Borussia Dortmund quasi im Alleingang in den Champions-League-Viertelfinal geschossen. Mit seinen zwei Toren beim 2:2 gegen Sevilla knackt der Norweger gleich mehrere Rekorde. Für fast noch mehr Aufsehen sorgte aber ein kleiner Disput mit dem gegnerischen Torhüter.
10.03.2021, 10:2811.03.2021, 09:47

Borussia Dortmund steht zum ersten Mal seit vier Jahren und dem Bomben-Attentat auf den Teambus vor dem Duell gegen die AS Monaco wieder im Viertelfinal der Champions League. Zu verdanken hat der BVB das Weiterkommen gegen den FC Sevilla vor allem einem Mann: Erling Haaland.

Der 20-jährige Norweger erzielte beim 2:2 im Rückspiel wie schon im Hinspiel zwei Tore und vertuschte mit seiner Gala-Vorstellung, dass Dortmund ansonsten eine schlechte Leistung ablieferte. Wie schon beim 2:4 gegen Bayern München am Wochenende liessen sich die Schwarz-Gelben von Sevilla viel zu weit zurückdrängen.

Selbst nach dem 2:0 schaffte es der BVB nicht, einen soliden Spielaufbau zu bewerkstelligen, weil sich wegen des hohen Sevilla-Pressings immer wieder Fehlpässe einschlichen. Am Ende standen in den Statistiken 31 Prozent Ballbesitz und eine unterirdische Passquote von 67 Prozent. Aber eben: Dortmund hatte Haaland – und das genügte am Ende zum Weiterkommen.

Gegen Sevilla knackte der «Gelbe Hulk» (Eurosport) mal wieder mehrere Rekorde. Als jüngster Spieler der Geschichte erreichte Haaland die magische Marke von 20 Champions-League-Treffern. Nur 14 Spiele hat er dafür gebraucht, auch das ist natürlich Rekord: Harry Kane brauchte als bisher Bester 24 Partien.

Mit seinem 20. CL-Treffer hat Haaland auch den norwegischen Rekord von Ole Gunnar Solskjaer bereits eingestellt. Der heutige Trainer von ManUnited brauchte dafür allerdings 81 Anläufe. Zudem ist Dortmunds Shooting Star der erste Spieler, der in der Champions League in vier Spielen in Folge doppelt traf – das schafften nicht mal Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi. Nach sechs CL-Spielen in dieser Saison steht Haaland jetzt bei 10 Treffern, die ersten Verfolger haben 6 Tore auf dem Konto.

Haaland im Stile eines Berserkers

«Er ist herausragend und sprüht vor Selbstvertrauen», freute sich BVB-Trainer Edin Terzic: «Es macht uns stolz, dass er uns in unserem Trikot weitergeschossen hat. Wir sind einfach froh, dass wir ihm noch zwei weitere Champions-League-Spiele diese Saison besorgen konnten, damit er auch noch weiter treffen darf.» Seine Treffer erzielte Haaland gestern erneut in unnachahmlicher Manier. Beim 1:0 schloss er nach unglaublichem Laufweg und starker Vorarbeit von Marco Reus ab.

Das 1:0 von Haaland.Video: streamable

Vor dem 2:0 pflügte sich der Norweger erneut im Höchsttempo und im Stile eines Berserkers durch die Sevilla-Abwehr, doch Schiedsrichter Cüneyt Cakir verweigerte dem Treffer nach Sichtung der TV-Bilder die Anerkennung. Haaland hatte seinen Gegenspieler etwas gar intensiv bearbeitet, weshalb der VAR einschritt. Ein klarer Fehlentscheid war der Nicht-Pfiff von Cakir allerdings nicht.

Aber statt eines Entlastungs-Freistosses für Sevilla gab es Penalty für Dortmund. Warum? Weil der türkische Unparteiische gerade so schön am Monitor stand, spielte ihm der VAR eine Szene aus der Minute davor ein, in der Haaland im Strafraum von Jules Koundé gehalten worden war – Cakir entschied also rückwirkend auf Strafstoss für BVB.

Natürlich trat Haaland an, doch er scheiterte an Sevilla-Keeper Bono. Weil dieser sich aber vor der Ausführung mit beiden Füssen von der Linie bewegt hatte, wurde der Penalty wiederholt. Im zweiten Anlauf liess Haaland Bono dann keine Chance. «Er hatte gemogelt, sonst hätte ich den ersten Elfmeter schon reingemacht», sagte Haaland hinterher schelmisch bei «Sky». «Als er dann auf der Linie geblieben ist, habe ich ihn reingemacht. Beim zweiten Mal war ich aber schon etwas nervös», gab der Norweger zu.

Haalands Zoff mit Bono

Deshalb entluden sich bei Haaland unmittelbar nach dem versenkten Penalty auch die Emotionen. Weil Bono ihn nach der Parade beim ersten Strafstoss vor Freude laut angeschrien hatte, liess sich der BVB-Stürmer zu einer Retourkutsche hinreissen und lief jubelnd auf den Torhüter zu. Es folgte ein kleines Handgemenge, nach dem Haaland für die Unsportlichkeit die Gelbe Karte sah.

Das Wortduell zwischen Bono und Haaland.Video: streamable

«Als er mich nach dem ersten Schuss angeschrien hat, hat mich das angestachelt», verriet Haaland nach dem Spiel. «Ich weiss nicht, was er mir zugeschrien hat. Aber ich hab's dann nach meinem Treffer einfach wiederholt. Vielleicht war es Karma.» Schon nach dem Schlusspfiff folgte jedoch die Versöhnung und Haaland und Bono schafften ihre kurzfristigen Meinungsverschiedenheiten noch auf dem Platz wieder aus der Welt.

Mehr zur Champions League:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Alle Champions-League-Sieger seit 1993

1 / 62
Alle Champions-League-Sieger seit 1993
quelle: keystone / yoan valat
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Keine Fussball-Fans im Büro, bitte!

Video: watson

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

20 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
René Obi
10.03.2021 11:05registriert Oktober 2015
Grandioser Junge. Wobei es die ganze Penalty-Geschichte nicht gebraucht hätte. Sein Tor war meiner Meinung absolut regulär. Der spanische Verteidiger hatte zu einem Bodycheck angesetzt, ist dabei aber gescheitert, weil Haaland einfach durchgelaufen ist und halt schon über viel Standfestigkeit verfügt. Schön aber die Szene nach dem Schlusspfiff zwischen ihm und Bono.
1859
Melden
Zum Kommentar
avatar
Lars mit Mars
10.03.2021 11:07registriert März 2020
Klar, dass Rapper Haaland den ollen Bono nicht mag
6812
Melden
Zum Kommentar
avatar
NoNo JaJa
10.03.2021 11:21registriert Januar 2021
Wie sagte es Béla Réthy beim Spiel gegen Bayern, als Haaland ausgewechselt wurde? "Dortmund ohne Haaland, spielt eben wie Dortmund ohne Haaland"😆
514
Melden
Zum Kommentar
20
Der nächste Schweizer NHL-Exportschlager – weshalb Lian Bichsel gerne ein Gorilla wäre
Fast zwei Meter und gross und 100 kg schwer: Lian Bichsel dürfte im NHL-Draft in der Nacht auf Freitag in der ersten Runde ausgewählt werden. Sämtliche 32 Teams der besten Eishockey-Liga der Welt wollten vorgängig mit ihm reden. Doch selbst im grössten Trubel bleibt der Verteidiger mit den Gardemassen die Ruhe selbst.

Ginge es nach Lian Bichsel, dann könnte der NHL-Draft recht unspektakulär über die Bühne gehen. Warum nicht so, wie im letzten Jahr, als die Talentziehung der besten Eishockey-Liga der Welt coronabedingt via Bildschirm stattfand? Da fläzten sich zu Hause die Spieler mitsamt ihrer Familien auf dem Wohnzimmersofa oder in der Garten-Lounge und wurden dabei von einer Kamera gefilmt. Wurde das jeweilige Talent von einem NHL-Team ausgewählt, dann wurden die entsprechenden, intrafamiliären Jubelszenen eingeblendet.

Zur Story