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Eine Protestaktion gegen die Arbeitsbedingungen in Katar vor dem FIFA-Hauptsitz in Zürich.
Eine Protestaktion gegen die Arbeitsbedingungen in Katar vor dem FIFA-Hauptsitz in Zürich.Bild: keystone

WM-Organisatoren geben Ausbeutung von Arbeitern in Katar zu

In Katar werden weiterhin Arbeitsmigranten ausgebeutet. Das wirft die Menschenrechtsorganisation Amnesty International privaten Sicherheitsfirmen in dem Land vor. Die Organisatoren der WM bestätigen die Vorwürfe.
07.04.2022, 06:43

Nach erneuten Vorwürfen von Amnesty International gaben die WM-Organisatoren in Katar die Ausbeutung von Arbeitern im Zusammenhang mit Fussball-Turnieren in dem Land zu. Das berichtete die US-Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf eine Stellungnahme. Die Menschenrechtsorganisation hatte zuvor einen Bericht veröffentlicht und privaten Sicherheitsfirmen in Katar darin die Ausbeutung von Arbeitsmigranten vorgeworfen.

Die Arbeiter seien «schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen» ausgesetzt, die «teilweise Zwangsarbeit» entsprächen, teilte Amnesty mit. So hätten Arbeiter gegen ihren Willen und unter Androhung von Strafen Arbeit verrichten müssen. «Manche von ihnen mussten bis zu 84 Wochenstunden arbeiten – und das mit dem Wissen der katarischen Regierung», kritisierte die Menschenrechtsorganisation.

Die WM-Organisatoren geben zu, dass Arbeiter im Zusammenhang mit dem Turnier ausgebeutet wurden.
Die WM-Organisatoren geben zu, dass Arbeiter im Zusammenhang mit dem Turnier ausgebeutet wurden. Bild: EPA

Drei Firmen hätten sich in mehreren Bereichen nicht an die Regeln gehalten, hiess es in der Stellungnahme der WM-Organisatoren nach Angaben von AP. Betroffen waren demnach private Sicherheitsfirmen, die bei der Klub-WM und dem Arabien Cup eingespannt waren.

Amnesty berief sich für den neuen Bericht auf Gespräche mit Personal von acht Sicherheitsfirmen. Darin beklagen Mitarbeiter, ihnen würden freie Tage und Urlaub vorenthalten. «Wir arbeiten von Januar bis Januar, von Sonntag bis Sonntag. Wir haben keinen freien Tag», zitiert die Organisation einen Wachmann aus Uganda. Anderen Mitarbeitern sei der Lohn gekürzt worden, wenn sie wegen Krankheit nicht arbeiten konnten. (abu/sda/dpa)

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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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nicooo
07.04.2022 07:32registriert Dezember 2020
Ich bin nicht dafür dass man die WM boykottiert, das wäre der Fifa doch sowieso egal. Aber ich bin dafür dass man den ganzen Fifa Vorstand richtig durchsucht und sie zur Rechenschaft zieht. Man schaut schon zu lange dieser Mafia zu.
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Lowend
07.04.2022 10:05registriert Februar 2014
Und wie reagiert Infantino? Ist doch klar! Er will den Sitz der FIFA und seinen eigenen Wohnsitz gleich in das Land verlegen, wo derart traumhafte Bedingungen für selbstherrliche Potentaten und brutale Sklaventreiber herrschen.
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josoko
07.04.2022 08:28registriert Januar 2021
Es ist nicht zu glauben. Katar schwimmt in Öl- und Gasgelder und ist zu knauserig, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dabei wäre es so einfach für die diese Länder, Prestige und Ruf aufzubauen. Bessere Löhne und Arbeitsbedingungen würden für ein viel besseres und nachhaltigeres Klima sorgen. Es könnten gute Beziehungen aufgebaut werden usw. Und das alles eigentlich zu einem Spottpreis, denn die Löhne machen bestimmt nur einen kleinen Finanzposten im Ganzen aus. Aber was will man auch von so Ländern erwarten, in denen es verboten ist, über Probleme nachzudenken?
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