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EM 2024: Geheimfavorit Österreich schlägt Holland und gewinnt Gruppe D

epa11437317 Marcel Sabitzer (R) of Austria celebrates with teammate Romano Schmid after scoring his team's third goal during the UEFA EURO 2024 group D match between Netherlands and Austria, in B ...
Österreich feiert den Sieg in der «Todesgruppe».Bild: keystone

Exploit des Geheimfavoriten: Österreich schlägt die Niederlande und ist Gruppensieger

Zuerst als Geheimfavorit gehandelt, nun gar als Gruppensieger weiter: Österreich begeistert an der EM in Deutschland weiter und gewinnt einen spektakulären Schlagabtausch gegen die Niederlande.
25.06.2024, 17:0025.06.2024, 21:32
Dario Bulleri
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Schon im Vorfeld dieser Europameisterschaft war die Euphorie um die österreichische Nationalmannschaft gross. Diese dürfte nun weiter ansteigen: Österreich bezwingt die Niederlande in einem spektakulären Duell mit 3:2 und gewinnt so sensationell die Hammergruppe D.

Das Eindrückliche daran: Der Sieg von Rot-Weiss-Rot gegen den Favoriten aus den Niederlanden ist verdient. Wie schon in den beiden ersten beiden Gruppenspielen starteten die Österreicher furios, wie schon gegen Polen konnten sie sich dafür belohnen. In der 6. Minute spielte Alexander Prass von links den Ball scharf zur Mitte, wo der niederländische Goalgetter Donyell Malen diesen im eigenen Netz versorgte.

Koeman verzockt sich

Während die Österreicher jubelten, steht Malens Eigentor sinnbildlich für eine äusserst wirre Startphase der Niederländer. Bondscoach Ronald Koeman überraschte im Vorfeld mit einer neuen Aufstellung: Im Gegensatz zum ansprechenden Frankreich-Spiel liess Koeman Denzel Dumfries, Jeremie Frimpong und Xavi Simons auf der Bank und setzte auf Lutsharel Geertruida, Donyell Malen und Joey Veerman.

epa11436978 Head coach Ronald Koeman of the Netherlands gestures during the UEFA EURO 2024 group D match between the Netherlands and Austria, in Berlin, Germany, 25 June 2024. EPA/ROBERT GHEMENT
Die Wechsel in der Startelf funktionierten für Ronald Koeman nicht.Bild: keystone

Der Poker ging nicht auf: Frimpong-Ersatz Malen erzielte das Eigentor, Simons-Vertretung Veerman erlebte einen Abend zum Vergessen: Der PSV-Mittelfeldspieler zeigte sich vom Pressing der Österreicher völlig überfordert und verlor jeden zweiten Ball.

Nach 35 Minuten zog Koeman deswegen die Notbremse: Der Bondscoach nahm den bemitleidenswerten Veerman früh vom Platz und brachte Simons doch noch. Erst in der Folge fand die Niederlande den Weg ins Spiel. Schon zum Ende der ersten Halbzeit kam die Oranje zu einer guten Möglichkeit, doch Max Wöber rettete auf der Linie und so die österreichische Führung zur Pause. Kurz nach der Pause war es dann doch um die rot-weiss-rote Führung geschehen: In der 47. Minute legte Xavi Simons für Cody Gakpo auf, welcher im Stile von Mattia Zaccagni den Ball von links in die Maschen schlenzte.

Österreich nicht niederzuringen

Was dann folgte, war wohl das beeindruckendste am österreichischen Sieg. Das Team von Ralf Rangnick liess sich von den immer stärker werdenden Niederländern nicht beeindrucken, wehrten ein paar gefährlich Chancen ab und kamen gut zehn Minuten später zur erneuten Führung: Nach einem zügigen Angriff war es Bremen-Legionär Romano Schmid, welcher den Ball versenkte.

Und in der Schlussviertelstunde kam es zum Déjà-vu: Wieder glichen die Niederländer aus, wieder schien die Oranje plötzlich im Vorteil zu sein. Und wieder schlug Österreich zurück: Marcel Sabitzer tankte sich über links durch und zimmerte den Ball an Bart Verbruggen vorbei in den Netzhimmel.

Nach dem 3:2 gut 10 Minute vor Schluss war die Sache durch. Wie schon gegen die Polen überzeugte Österreich nicht nur mit einer starken taktischen Leistung, sondern auch mit seiner physischen Stärke. Während die Niederländer zum Ende hin ausgelaugt wirkten, konnten die Österreich ihre Pace durchziehen. Am Ende musste die Niederlande glücklich sein, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel.

Sabitzer und Schmid begeistert

«Unser Ziel war das Weiterkommen, das haben wir geschafft und werden es geniessen», freute sich Torschütze Sabitzer nach dem Spiel. Der Mittelfeldspieler, der noch vor wenigen Wochen den Champions-League-Final verloren hatte, zeigte sich von der Stimmung im Team begeistert. «Im Fussball geht es oft schnell, da hast du Ups and Downs. Die Mannschaft unterstützt mich gut», sagt er. Und weiter:

«Wir wechseln oft durch und trotzdem wird nichts vermisst. Jeder weiss um seine Position, jeder weiss, was er zu tun hat.»

Mit dem Sieg gegen die Oranje machte Österreich noch eine weitere Überraschung klar: Weil Frankreich im Parallelspiel gegen Polen nur 1:1 spielte, zieht das Team von Ralf Rangnick gleich als Gruppensieger in den Achtelfinal ein. Dort wartet der zweite der Gruppe F – realistisch scheint die Türkei, möglich sind auch Tschechien und Georgien. «Egal wer kommt, wir spielen um den Sieg», so Torschütze Schmid dazu. Und es scheint klar: Nach der starken Gruppenphase dürften die Österreicher plötzlich als Favorit ins Spiel gehen.

Niederlande - Österreich 2:3 (0:1)
Berlin. - 68'363 Zuschauer. - SR Kruzliak (SVK).
Tore: 6. Malen (Eigentor) 0:1. 47. Gakpo 1:1. 59. Schmid 1:2. 75. Depay 2:2. 80. Sabitzer 2:3.
Niederlande: Verbruggen; Geertruida, De Vrij, Van Dijk, Aké (66. Van de Ven); Reijnders (66. Wijnaldum), Schouten, Veerman (35. Simons); Malen (72. Weghorst), Depay, Gakpo.
Österreich: Pentz; Posch, Wöber, Lienhart (63. Querfeld), Prass; Seiwald, Grillitsch (63. Laimer); Wimmer (63. Baumgartner), Sabitzer, Schmid (92. Weimann); Arnautovic (78. Gregoritsch).
Bemerkungen: Niederlande komplett, Österreich ohne Trauner (verletzt). 83. Tor von Baumgartner nicht anerkannt (Offside).
Verwarnungen: 32. Posch. 33. Wimmer (im Achtelfinal gesperrt). 94. Querfeld. (abu/sda)

Die Tabelle:

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31 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Desert Rose
25.06.2024 20:01registriert Juni 2021
Gruppensieger in der Todesgruppe.
Wer hätte das gedacht.
Gratulation an Österreich.
Hey Jude!!
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Jonas (1) (2)
25.06.2024 19:48registriert April 2024
Meine Tippspiele sind dermassen am ...
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Canuck
25.06.2024 19:39registriert März 2018
Dann haben sie einen Schiri-Experten bei SRF und der sieht nicht, dass es OFFENSICHTLICH (bei der dritten Kamera) kein Hands war von Depay. Wo schaut der hin? Und der ist doch nur dafür da? Check ich nicht
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