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Aufgeräumte Stimmung im Schweizer Training am Dienstagmorgen in Rom – einzig Nico Elvedi fehlt leicht angeschlagen.
Aufgeräumte Stimmung im Schweizer Training am Dienstagmorgen in Rom – einzig Nico Elvedi fehlt leicht angeschlagen.
Bild: keystone

«Nicht Favorit, aber sehr hungrig»: Die Schweizer Nati wartet aufs Achtelfinale

Die Schweiz übt sich im Warten. Doch es lebt sich gerade leicht im Camp der Nationalmannschaft.
23.06.2021, 07:3823.06.2021, 07:47
christian brägger, rom / ch media

Die Sonne kennt schon morgens um 10.30 Uhr kein Erbarmen. Doch sie ist nicht der Grund, weshalb die öffentliche Trainingseinheit der Schweizer im «Tre Fontane» wenig auf einen EM-Achtelfinalisten hindeutet. Spieler drehen hier gemächlich Runden, halten Schwätzchen, suchen wieder und wieder die Nähe der Rasenbewässerungsanlage.

Die EM-Viertelfinals
Freitag, 2. Juli, 18.00 Uhr
Spanien – Schweiz
Freitag, 2. Juli, 21.00 Uhr
Italien – Belgien
Samstag, 3. Juli, 18.00 Uhr
Dänemark – Tschechien
Samstag, 3. Juli, 21.00 Uhr
England – Ukraine

Ein paar Minuten lang in drei Gruppen noch ein Fünf gegen Zwei, das nur dann intensiv ist, wenn Trainerassistent Antonio Manicone und Konditionstrainer Oliver Riedwyl in der Mitte sind. Eine letzte Trinkpause, ein paar Spritzer aus der Flasche auf die Mitspieler.

Die Bewässerungsanlage als willkommene Erfrischung.
Die Bewässerungsanlage als willkommene Erfrischung.
Bild: keystone

Das ist es bereits gewesen für die einen, die, kaum ist die Müdigkeit aus den Beinen geschüttelt, den schützenden Schatten der Trainerbank suchen. Oder barfuss wie Steven Zuber sich im Kunstschiessen versuchen, während Xherdan Shaqiri an seinem Effet feilt. Für die anderen gibt es Abschlussübungen nach Flanken. Die einen, das sind die Stammspieler der Schweizer Nationalmannschaft. Und später wird Breel Embolo sagen:

«Wir brauchen alle, wir sind eine Einheit und wollen die Gruppendynamik hochhalten.»

Geballte Fäuste, etwas Musik

In Baku hatte es am Montag nach dem Sieg gegen die Türkei kein Auslaufen mehr gegeben, dafür kurzfristige technische Probleme beim Flieger, die letztlich eine dreistündige Wartezeit abverlangten. Nach einer Weile durften die Schweizer wenigstens den Rumpf wieder verlassen und an die frische Luft, drinnen war es unerträglich warm geworden. Im Warten und in einer passiven Rolle zu sein, darin sind sie ja geübt – bis am Donnerstag, wenn das letzte Resultat der anderen EM-Gruppen bekannt ist.

Als die Schweizer Delegation spätabends nach viereinhalbstündigem Flug landete im Airport Rom-Fiumicino, wussten sie längst von den Österreichern, und die Belgier belagerten gerade in ihrem dritten Gruppenspiel die Finnen. Während der Passkontrolle, die etwas länger dauerte als üblich, folgte die absolute Gewissheit: Mit den vier Punkten steht die Schweiz als Gruppendritte definitiv im Achtelfinal. Fäuste wurden geballt, es gab «Yes»-Rufe und im Basiscamp einen kleinen Empfang, einen Teller Pasta, womöglich mit einem Glas Wein. Und Breel Embolo liess ein bisschen Musik laufen, Hip-Hop und R&B.

Ausruhen im Schatten.
Ausruhen im Schatten.
Bild: keystone

Es hat also durchaus seine Richtigkeit, dass die Schweizer mit dem Erreichen ihres Minimalziels einen ruhigen Dienstag einlegten nach all den Strapazen und Turbulenzen vergangener Tage. Und sich für Stunden in einem Übergangsmodus befinden, bevor spätestens am Mittwoch die Spannung wieder aufgebaut wird; diese Kurve sollte im Idealfall ansteigen, nicht wie an der WM in Russland, als die Schweizer emotional leer waren. Vielleicht kam diese Leere auch deswegen, weil die Schweden nicht wirklich der prestigeträchtige Widersacher waren. Diese Gefahr besteht heuer jedenfalls nicht.

Petkovic und der Rekord – Frankreich, Deutschland?

Nachdem Trainer Vladimir Petkovic den eigenen Rekord verbessert und das Team zum dritten Mal in Serie in den K.-o.-Modus geführt hat, müssen sich die Schweizer wieder in Geduld üben; noch sind vier Gegner im Achtelfinal möglich. Wobei Belgien am Sonntag in Sevilla der unwahrscheinlichste Widersacher ist.

Trainer Petkovic hat gute Laune.
Trainer Petkovic hat gute Laune.
Bild: keystone

Es dürfte am Montag in Bukarest eher ein Rivale aus der Gruppe F und dem Trio Frankreich, Deutschland oder Portugal werden. Und damit ein Kaliber, gegen das die Spannungskurve von sich aus ansteigen wird, wenngleich für Verteidiger Loris Benito das Warten eine spezielle Note hat. «Ich bin aber froh, ist wieder Ruhe ins Team eingekehrt und herrschen die positiven Themen vor.» Und Embolo glaubt an den Exploit, indem er sagt:

«Für mich spielt der Gegner keine Rolle. Wir werden nicht Favorit sein, sind aber sehr hungrig. Nun müssen wir einen raushauen. Ich weiss, dass das Team das bringen kann.»

In die gestrige Übergangsphase passte auch der freie Nachmittag perfekt. Gut möglich, dass es eine Runde Golf gab, Ruben Vargas beherrscht diesen Sport im Schweizer Kader am besten. Vielleicht auch etwas Tischtennis, bei dem Christian Fassnacht fast unbezwingbar ist. Oder eine Partie Billard, in der Benito kaum zu schlagen ist. Danach ist wieder Fussball König – und der Traum vom Viertelfinal.

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