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EM-Auslosung: Das sind die Reaktionen auf die Schweizer Traumgruppe

The head coaches of Switzerland Murat Yakin, left,and Germany Julian Nagelsmann, right, pose next to the trophy after the draw for the UEFA Euro 2024 soccer tournament finals in Hamburg, Germany, Satu ...
Nati-Trainer Murat Yakin scheint mehr Freude am EM-Direktduell zu haben als Bundestrainer Julian Nagelsmann.Bild: keystone

«Hätte schwierigere Gruppen gegeben» – das sind die Reaktionen auf das Schweizer EM-Los

Jetzt ist klar, auf wen die Schweizer Nati an der EM 2024 trifft. Das erste Ziel heisst: Achtelfinal. Nati-Trainer Murat Yakin sagt: «Nun kommen ganz andere Spiele auf uns zu als zuletzt.»
02.12.2023, 21:57
etienne Wuillemin / ch media
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Xherdan Shaqiri sprach die Worte direkt nach dem 0:1 der Schweiz in Rumänien zum Abschluss der EM-Qualifikation: «Ich würde gerne einmal ein Eröffnungsspiel bestreiten. Darum wünsche ich mir Deutschland als Gegner.»

Nun, das Eröffnungsspiel ist es nicht geworden. Aber immerhin Deutschland. Die Nati fordert den Gastgeber der EM 2024. Ganz zum Schluss der Vorrunde. Zuvor trifft die Schweiz auf Ungarn und Schottland. Es ist ein gutes Los. Eines, das der Nati alle Möglichkeiten offen lässt, um erneut in den Achtelfinal einzuziehen – zum sechsten Mal hintereinander an einem grossen Turnier? Um in den Achtelfinal zu kommen, muss die Schweiz entweder Rang 1 oder 2 belegen. Oder dann unter den vier besten Gruppendritten sein.

02.12.2023, Hamburg: Fu
Die Schweizer Gruppe A.Bild: keystone

Murat Yakin: «Jetzt kommen andere Spiele auf uns zu»

Der Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin ist gemäss einer ersten Einschätzung gegenüber SRF zufrieden mit der Auslosung. «Es hätte schwierigere Gruppen gegeben», sagte er. Als Beispiel: Die Nati hätte auch auf Frankreich, Holland und Österreich treffen können.

Yakin kündigt an: «Es werden herausfordernde Spiele. Aber wir wollen die Gruppenphase überstehen. Deutschland ist der Favorit, auch wenn die Auftritte zuletzt nicht gut waren.» Dann sagt er mit Blick auf die letzten Spiele in der EM-Qualifikation: «Nun kommen ganz andere Partien auf uns zu.» Yakin scheint nicht unglücklich darüber, dass die Nati nicht mehr als klarer Favorit antreten muss.

Eines ist aber auch klar: Die Schweiz muss sich klar steigern, damit die EM nicht zum Desaster wird. Leistungen wie gegen den Kosovo, Israel, Weissrussland oder Rumänien reichen an der EM nicht mehr.

Murat Yakin (Trainer Schweiz):

«Wir können mit der Auslosung zufrieden sein. In Deutschland lebt man den Fussball, es herrscht immer tolle Stimmung. Die ganze Schweiz kann sich auf das Duell freuen. Frankfurt und Köln sind von der Schweiz aus gut zu erreichen, wir werden sicherlich von den Fans toll unterstützt. Deutschland ist Gastgeber und eine Turniermannschaft. Auch gegen die anderen Gegner wird es eine grosse Herausforderung, wir werden sie nicht unterschätzen. Sie haben eine gute Qualifikation gespielt. Unser Ziel ist es, die Gruppe zu überstehen.»

Deutschland: Wie lange dauert die Krise an?

Natürlich, das Spiel gegen Gastgeber Deutschland überstrahlt alles. Und selten schien die Gelegenheit günstiger, dem grossen Nachbarn eins auszuwischen. Fussball-Deutschland befindet sich in einer grossen Krise. Im September wurde Hansi Flick entlassen. Julian Nagelsmann übernahm. Aber so wirklich besser ist die Stimmung noch nicht geworden.

An der WM in Katar schied Deutschland wie schon vier Jahre zuvor in Russland in der Vorrunde aus. Seit dem WM-Titel 2014 hat die Abwärtsspirale eingesetzt. Geht das auch bei der Neuauflage des «Sommermärchens» so weiter? Oder gelingt die fussballerische Auferstehung?

Julian Nagelsmann (Trainer Deutschland):

«Das ist eine sehr interessante Gruppe, vor allem das Eröffnungsspiel gegen Schottland. Das ist natürlich emotional, die haben tolle Fans. Ich glaube, das ist ein schöner Auftakt in München. Ungarn und die Schweiz haben einige Bundesligaspieler, auch einige, die ich selbst trainiert habe. Das sind, glaube ich, spannende Duelle. Emotionen wollen wir dann rauslassen, wenn die Spiele beginnen. Nicht vorher zu viel palavern. Wir haben einen Weg zu gehen, den wir gehen wollen. Das ist eine interessante Gruppe, in der wir uns natürlich durchsetzen wollen. Das ist keine Todesgruppe, aber es gibt keine wirklich schlechten Gegner.»

Zuletzt verlor Deutschland gegen die Türkei (2:3) und Österreich (0:2). Der anfängliche Schwung unter Julian Nagelsmann schien bereits wieder verloren, dementsprechend leise Töne spuckt der Bundestrainer: «Wir freuen uns auch, aber die Schweiz ist ein sehr guter Gegner mit vielen Bundesliga-Spielern. Da wird uns sicher einiges abverlangt. Murat ist ein Trainer mit kreativen Ideen, es wird ein tolles Nachbarschaftsduell.»

Nagelsmann gibt zwar zu, dass es sicherlich schwerere Gruppen gegeben hätte, aber: «Ich finde es schon wichtig, dass wir gerade bei unseren letzten Ergebnissen demütigt auftreten und nicht zu sehr auf die Trommel hauen. Erstmal sollten wir Taten folgen lassen, das ist das Ziel.»

Schottland: Revanche für die EM 1996

Im nächsten Sommer ist es 28 Jahre her, seit die Schweiz und Schottland an einer EM bereits einmal aufeinander trafen. 1996 in England war es. Es wurde ein bitterer Abend für die Nati. 0:1 ging das Spiel aus, Ally McCoist traf.

Nun ist die Gelegenheit da zur Revanche. Und mittlerweile haben sich die Stärkeverhältnisse gedreht. Die Schweiz wird als Favorit in die Partie gehen. Schottland ist mittlerweile die Nummer 36 der Welt. In der Qualifikation wurden die Schotten hinter Spanien Gruppenzweiter – allerdings siegte Schottland im ersten Direktduell 2:0. Es war der Schlüssel für die ungefährdete EM-Qualifikation. Erling Haaland und seine Norweger hatten keine Chance.

Steve Clarke (Trainer Schottland):

«Es ist eine sehr kompetitive Gruppe. Für uns ist es natürlich schön, bei Eröffnungsspiel dabei zu sein. Ich bin seit viereinhalb Jahren Trainer dieses Teams, das sich stetig verbessert hat. An der EM werden unsere Qualitäten ausspielen und am Schluss schauen, wohin uns das bringt. Die Schweiz spielt seit Jahren auf hohem Niveau und hat einige gute Spieler in ihren Reihen. Ungarn blieb in der Qualifikation unbesiegt. Ich erwarte gegen beide Mannschaften umkämpfte Partien.»

Vor dem nächsten Aufeinandertreffen stapelt Schottland-Trainer Steve Clark erst einmal tief. «Das wird eine schwierige Gruppe, für uns ist es natürlich schön, dass wir das Eröffnungsspiel bestreiten dürfen», erklärte er nach der Auslosung gegenüber dem SRF. Für sein Team gehe es darum, möglichst viele zu Punkte zu sammeln, «dann hoffen wir, dass es am Ende reicht.»

Vor der Nati hat Clark viel Respekt: «Die Schweiz ist seit Jahren ein starkes Team. Es wird sicherlich schwierig, aber wir sind seit ein paar Jahren zusammen und verbessern uns ständig. Aber natürlich müssen wir uns noch weiter verbessern.»

Weitere Stimmen

Remo Freuler (Schweiz):

«Es ist schön, gegen den Gastgeber zu spielen. Auch für die Fans wird es toll, denn das Stadion in Frankfurt wird 'brennen'. Schottland und Ungarn spielen ebenfalls guten Fussball. Eine tolle Gruppe!»

Silvan Widmer (Schweiz):

«Ich finde es eine sehr coole Gruppe und ich freue mich auf alle Matches. Aber klar, insbesondere auf das Spiel gegen Deutschland. Ich kenne natürlich viele Spieler aus der Bundesliga. Eine spannende Gruppe, in der wir keinen der drei Gegner unterschätzen dürfen.»

Rudi Völler (Sportdirektor Deutschland):

«Ich bin ehrlich: Natürlich gab es eine Konstellation in Topf 3 und 4 mit Holland und Italien, wenn du mit denen in die Gruppe kommst, ist das natürlich eine sogenannte Hammer- oder Todesgruppe, aber das ist uns erspart geblieben. Aber auch die drei, die jetzt bei uns sind, die haben eine richtig gute Qualifikation gespielt. Wir sind nicht in der Situation, dass wir irgendwelche Gegner nicht respektieren oder auf die leichte Schulter nehmen, diese Zeiten sind vorbei.»
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Die Stadien der EM 2024 und ihre kuriosen Namen
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