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Bundesliga: Fanproteste werden kreativer – auch zum Ärger der Spieler

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In Freiburg störten die Fans das Spiel mit einem Modellflugzeug.Bild: www.imago-images.de

Die Fanproteste in der Bundesliga werden kreativer – nun ärgern sich auch Spieler

Modellflugzeuge, ferngesteuerte Autos und weiterhin Tennisbälle. Die Fanproteste halten in der Bundesliga an – sehr zum Ärger einiger Spieler und Trainer. Dennoch könnten die vielen Unterbrüche nun Wirkung zeigen.
19.02.2024, 08:5619.02.2024, 12:27
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Vor dem Wochenende bat Hans-Joachim Watzke, Aufsichtsrats-Chef der Deutschen Fussball-Liga (DFL), die Fans darum, «den Eskalationspunkt nicht weiterzutreiben». Damit sprach er die anhaltenden Fanproteste der letzten Wochen an, die in den oberen zwei deutschen Ligen regelmässig für Spielunterbrüche gesorgt haben. «Unser Gesprächsangebot steht, wir alle sind natürlich bereit, diese Gespräche zu führen», so der 64-Jährige gegenüber «Bild».

Watzke, der gleichzeitig als Geschäftsführer von Borussia Dortmund fungiert, dürfte demnach nicht besonders erfreut gewesen sein, als er die erneuten Proteste an diesem Wochenende gesehen hat. Denn die Fans stellten diese nicht ein – vielmehr fanden sie ganz neue Wege, um ihre Stimme gegen den geplanten Investoreneinstieg bei der DFL zu erheben.

So flog am Sonntag beim Spiel des SC Freiburg gegen Eintracht Frankfurt plötzlich ein ferngesteuerter Modellflieger durchs Stadion. In Köln und in Rostock fuhren die Heimfans mit ferngesteuerten Autos über das Feld. Die Ordner hatten grosse Probleme, diese einzufangen. Zumal die Anhänger von Hansa Rostock die beiden Fahrzeuge auch noch mit einer Rauchfackel ausgestattet hatten.

Zuvor hatten die Fans vor allem mit dem Werfen von Tennisbällen auf den Rasen für Unterbrüche gesorgt, dies wurde vielerorts auch an diesem Wochenende fortgeführt. In Wolfsburg provozierten beispielsweise die Fans des BVB auf diese Weise einen Spielunterbruch und forderten mehr Transparenz seitens der DFL.

Der Hintergrund dazu ist die geheime Abstimmung über den Investoreneinstieg, dem genau die benötigten 24 der 36 Vereine der ersten und zweiten Bundesliga zugestimmt haben. In Fankreisen wird vermutet, dass Hannover-96-Geschäftsführer Martin Kind entgegen der Vorgabe des Vereins für den Investoreneinstieg gestimmt und so das Zünglein an der Waage gespielt habe.

Über die dauernden Unterbrüche ärgern sich mittlerweile aber nicht mehr nur die DFL-Verantwortlichen, sondern immer mehr auch die Spieler und Trainer.

So sagte beispielsweise Niclas Füllkrug, der mit Dortmund kurz nach einer Zwangspause den Ausgleich kassiert hatte: «Es muss so schnell wie möglich eine Lösung gefunden werden. Noch diese Woche, nicht nächste Woche. So kann es nicht weitergehen.» Es sei schwierig, so an eine Top-Leistung heranzukommen, erklärte der Stürmer seinen Unmut nach dem 1:1 in Wolfsburg. Mitspieler Emre Can pflichtete bei: «Wir leiden extrem darunter, verlieren unseren Rhythmus.» Er hoffe, dass es bald ein Ende habe, so der BVB-Captain. Zwar sei Fussball ohne Fans nicht das, was es ist, doch finde er, «dass es irgendwann mal gut ist».

Noch deutlicher wurde Fürth-Trainer Alexander Zorniger, nachdem sein Team am Freitagabend 1:2 in Hannover unterlegen hatte. «Ich finde es unsäglich, wenn immer gesagt wird, dass die Fans das Herz des Spiels sind. Das sind sie nicht. Die einzige Gruppe, ohne die du ein Spiel nicht durchführen kannst, sind die Fussballer selbst», wetterte der 56-Jährige und fügte an: «Die Fan-Gruppierungen machen gerade ihr eigenes Spiel. Die führen die Schiedsrichter, die DFL, die Mannschaften alle am Nasenring durch die Manege. Und keiner greift ein.» Zorniger forderte, dass Spielabbrüche nicht mehr nur angedroht, sondern auch einmal durchgesetzt werden.

Dass die Stimmung bei den Akteuren auf dem Rasen und an der Seitenlinie so langsam kippt, nimmt auch der Geschäftsführer des Deutschen Fussball-Bunds (DFB), Andreas Rettig, so wahr. Dennoch sagt er, dass die Fanproteste in Ordnung seien, «solange sie kein Selbstzweck sind». Ähnlich sieht dies Wolfsburgs Yannick Gerhardt, der glaubt, dass Proteste nur wirken würden, «wenn sie auch nerven».

Und tatsächlich scheint das Verhalten der deutschen Fans Wirkung zu zeigen. DFL-Präsidiumsmitglied Axel Hellmann, der den Investoreneinstieg befürwortet, verschliesst sich einer erneuten Abstimmung, wie diese von verschiedenen Fangruppen gefordert wird, nicht mehr länger. Denn: «Es braucht einen Weg raus aus der Sackgasse.»

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52 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Snowy
19.02.2024 09:39registriert April 2016
Jesses.
Einige Fussballer und Trainer fühlen sich in ihrem Rhythmus gestört.
Ja, dann bitte sofort aufhören mit dem Protest!

Der Sinn eines wirkungsvollen Protestes (vor allem wenn seitens DFB mit derart unfairen Mitteln vorgegangen wird), ist nicht möglichst niemanden in seiner gewohnten Wohlfühlzone zu stören...

Unfriendly reminder: Es geht um nichts anderes als um das Überleben der Bundesliga als Fussball(!)-liga.
Eine Liga wo Fans noch nicht nur zu Bezahlmaskottchen degradiert wurden (wie z.Bsp in Spanien).

Finde den Protest sehr kreativ, gewaltlos und v.a. sehr fest notwendig!
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FJ97
19.02.2024 10:16registriert August 2022
"Ich finde es unsäglich, wenn immer gesagt wird, dass die Fans das Herz des Spiels sind. Das sind sie nicht. Die einzige Gruppe, ohne die du ein Spiel nicht durchführen kannst, sind die Fussballer selbst" - Da mag er teilweise recht haben. Er vergisst dabei aber, dass er ohne zahlenden Zuschauer keine Million pro Jahr verdient sondern Trainer einer Amateurmannschaft ist.
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D. Saat
19.02.2024 09:18registriert Februar 2016
Finde ich gut. Nur der beste Protest wäre in grosser Zahl nicht mehr ins Stadion zu gehen. Geld ist die Sprache die der Fussball spricht
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