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EM 2024, Österreich-Frankreich: Kylian Mbappé bricht sich das Nasenbein

Kylian Mbappe of France receives a treatment after suffering an injury during a Group D match between Austria and France at the Euro 2024 soccer tournament in Duesseldorf, Germany, Monday, June 17, 20 ...
Mbappé wollte sich auf dem Platz pflegen lassen, um das Spiel zu unterbrechen.Bild: keystone

«Da ist man fair, nicht so wie er»: Österreich ist sauer auf blutenden Mbappé

Trotz eines beherzten Auftritts muss sich Österreich im Auftaktspiel gegen Frankreich auf unglückliche Art und Weise geschlagen geben. Zu reden gibt die Personalie Kylian Mbappé. Die Österreicher sind nicht glücklich mit seinem Verhalten.
18.06.2024, 07:1118.06.2024, 13:19
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Er konnte den Frust in seinen Aussagen nicht verstecken. «Er ist auch nur ein Mensch, wie wir alle. Er ist schneller als die meisten, aber sonst ist er ein ganz normaler Spieler», sagte Österreichs Goalie Patrick Pentz nach dem Schlusspfiff über Frankreichs Superstar Kylian Mbappé. «Viel haben wir nicht von ihm zugelassen. Unsere Verteidiger hatten ihn absolut im Griff.»

Austria's goalkeeper Patrick Pentz prevents Kylian Mbappe of France from scoring during a Group D match between Austria and France at the Euro 2024 soccer tournament in Duesseldorf, Germany, Mond ...
Im 1 vs. 1 blieb Patrick Pentz gegen Mbappé mehrfach Sieger.Bild: keystone

Dass Pentz überhaupt über Mbappé sprach und seinen Status als einen der weltbesten, aussergewöhnlichsten Fussballer infrage stellte, war einer anderen Situation geschuldet, in welche der Franzose involviert war.

Es läuft die 85. Minute, als Mbappé bei einem Kopfballversuch im gegnerischen Strafraum in die Schulter von Österreich-Schrank Kevin Danso rasselt. Schnell ist klar, dass sich der künftige Real-Star bei der Aktion ernsthaft wehgetan hat.

Das hat auch Österreich-Goalie Patrick Pentz schnell realisiert – er signalisiert Schiedsrichter Jesus Gil Manzano, die Partie zu unterbrechen und winkt medizinische Hilfe herbei. Im Anschluss an die Partie sagt er über die Szene:

«Sein Gesicht war voller Blut. Da legt man dann schon eine faire Haltung an den Tag. Nicht so wie er!»

Was Pentz richtig sauer aufstösst, ist nämlich das Verhalten Mbappés in den nächsten Minuten: Der französische Superstar wird kurz auf dem Feld gepflegt, ehe er dieses für die weitere Behandlung verlassen muss. Frankreich will rasch wechseln, um nicht in Unterzahl spielen zu müssen – doch Schiedsrichter Gil Manzano wartet zu, die Partie läuft weiter.

Was macht also Mbappé? Er marschiert – notabene mit immer noch blutender Nase – kurzerhand zurück auf das Feld und setzt sich auf den Rasen, begleitet von einem gellenden Pfeifkonzert. Gil Manzano ist nun gezwungen, die Partie zu unterbrechen – er zeigt Mbappé folgerichtig die Gelbe Karte.

Doch der Stürmer hat sein Ziel erreicht, Frankreich kann in der Folge wechseln und muss nicht länger in Unterzahl spielen. Zudem tickt die Uhr unerbittlich weiter. Für Österreich-Torhüter Pentz ist das Verhalten Mbappés ein No-Go:

«Das ist ein Wahnsinn. Solche Situationen will man in solch einem Turnier eigentlich nicht sehen.»

Für den gescholtenen Mbappé dürfte die aus österreichischer Perspektive unfaire Aktion indes keine Folgen haben, abgesehen von der Gelben Karte, die er erhalten hat. Der Franzose wird dies im Hinterkopf behalten müssen, weil man an der EM nach zwei Gelben Karten gesperrt wird.

Auch die Verletzung an der Nase scheint weniger gravierend zu sein, als zuerst befürchtet wurde. Einer sofortigen Operation, die nach Spielschluss im Raum stand, muss sich Mbappé nicht unterziehen, wie L'Équipe schreibt.

Der Stürmer habe sich zwar einen Nasenbeinbruch zugezogen, der eine Behandlungspause erfordere. Allerdings eben vorerst nicht in Form einer OP. Laut dem französischen Fussballverband werde eine Spezialmaske für ihn angefertigt. Ausfallen wird Mbappé demzufolge wohl höchstens für eine Partie, wenn überhaupt.

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85 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lümmel
18.06.2024 05:38registriert Mai 2016
Zeit endlich die Regeln zu ändern. Uhr anhalten bei Unterbruch, Problem gelöst.
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Troxi
18.06.2024 06:20registriert April 2017
Wenn ein Spieler verletzt ist, kann man normalerweise immer wechseln. Warum dies hier nicht der Fall gewesen sein soll, macht keinen Sinn. Somit kann ich die bewusst in Kauf genommene Karte nachvollziehen. Es stellt sich eher die Frage, warum liess der Schiedsrichter die Auswechslung nicht im bestehenden Unterbruch zu?
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Jonas (1) (2)
18.06.2024 06:19registriert April 2024
Im Artikel wird unterschlagen, dass Österreich wechselte und es noch zu einem Unterbruch danach kam, den der Schiri aber ebenso ignorierte. Ich habe vollstes Verständnis für das Verhalten der Franzosen.
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