Sport
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epa06361881 Draw assistant, former Argentine international Diego Maradona shows the ticket of Switzerland during the Final Draw of the FIFA World Cup 2018 at the State Kremlin Palace in Moscow, Russia, 01 December 2017. The FIFA World Cup 2018 will take place from 14 June until 15 July 2018 in Russia.  EPA/YURI KOCHETKOV

Diego Maradona lost die Schweiz in eine Gruppe mit Brasilien, Costa Rica und Serbien. Bild: EPA/EPA

Interview

Petkovic nach der Gruppenauslosung: «Wir müssen mit 150 Prozent unserer Mittel spielen»

Seit Diego Maradona der Schweizer Nationalmannschaft Brasilien als ersten WM-Gegner beschert hat, lässt sich Vladimir Petkovic nicht davon abbringen: Er ist überzeugt, dass gegen den fünffachen Weltmeister etwas möglich ist.



Vladimir Petkovic, ist es nicht ein Traum, wenn die Schweiz an einer WM-Endrunde erstmals seit 60 Jahren gegen Brasilien spielen kann?
Vladimir Petkovic: Es ist kein Traum. Es ist ganz einfach die Wirklichkeit. Es ist an uns, dafür zu sorgen, dass die Wirklichkeit so schön wird wie ein Traum. Wir werden mit der Überzeugung auf den Platz gehen müssen, dass dieser Match nicht von Vornherein entschieden ist. Wir werden überzeugt sein müssen, dass wie fähig sind, etwas Zählbares herauszuholen.

Aber zeichnet sich Brasilien nicht als der grosse Favorit der WM ab?
Nach dem Scheitern an der WM im eigenen Land wird sich die brasilianische Mannschaft in Russland rehabilitieren müssen. Die Mannschaft hat eine hervorragende Qualifikation gespielt. In den letzten anderthalb Jahren ist es Trainer Tite gelungen, neue Spieler zu integrieren. Aber ich sage es noch einmal: Wir müssen zeigen, dass wir fähig sind, uns mit einer solchen Mannschaft zu messen.

epa05626100 Brazil's Neymar (C) celebrates with teammates Philippe Coutinho (L) and Gabriel Jesus (R) after scoring a goal against Argentina during their FIFA World Cup 2018 qualifying soccer match at Mineirao Stadium in Belo Horizonte, Brazil, 10 November 2016.  EPA/FERNANDO BIZERRA

Überragendes Offensiv-Trio: Coutinho, Neymar und Jesus (v.l.n.r.) Bild: EPA/EFE

Wie?
Wir haben sechs Monate Zeit, um uns mit dieser Frage zu beschäftigen. Deshalb sage ich es sogar noch einmal: Man darf sich nicht ausschliesslich auf den Gegner konzentrieren, wie stark er auch sein mag. Wir müssen uns auf unsere Arbeit konzentrieren. Wir müssen die Fortschritte weiterführen, die seit einigen Monaten da sind. Wir müssen mehr und mehr an unsere Möglichkeiten glauben. Aber es ist mir bewusst, dass wir mit 150 Prozent unserer Mittel spielen müssen, um gegen Brasilien etwas Grosses zu erreichen.

«Wer kann schon sagen, dass die Schweiz keine Chance haben wird, selber Gruppensieger zu werden?»

Nachher geht es gegen Serbien und Costa Rica. Um nicht schon von einem möglichen Achtelfinal zu sprechen...
Was nach der Gruppenphase passiert, darüber kann man nur spekulieren. Wer kann heute schon sagen, dass Deutschland Gruppensieger wird und gegen den Zweiten unserer Gruppe spielen wird? Und wer kann schon sagen, dass die Schweiz keine Chance haben wird, selber Gruppensieger zu werden? Jedes Spiel wird für jede Mannschaft sehr schwer werden. Ich bin sicher, dass es für uns ein Vorteil ist, schon im ersten Match auf Brasilien zu treffen. Brasilien wird vielleicht nicht schon von Anfang an sein ganzes Potential ausspielen.

Können wir also Diego Maradona danken, der für uns Brasilien gezogen hat? Und Gordon Banks, der die Reihenfolge der Spiele gelost hat?
Ich weiss nicht, ob wir Maradona und Banks danken sollten. Ich danke lieber unseren Spielern und all denen, die in den letzten Monaten mit uns und für uns gearbeitet haben. Die Tatsache, dass wir an dieser WM spielen können, zeigt, dass wir unsere Arbeit gut erledigt haben.

Nach den WM-Playoffs gegen Nordirland sagten Sie, dass die Spieler, denen es in ihren Vereinen nicht läuft, in der nächsten Transferzeit keine schwerwiegenden Entscheide fällen sollen. Dachten Sie da besonders an Haris Seferovic und Breel Embolo?
Ich will nicht von einzelnen Fällen sprechen. Aber allen meinen Spielern ist die Realität bewusst. Sie müssen zumindest während einer gewissen Zeit in ihren Klubs spielen, damit sie in unser Kader kommen und eine Chance haben, an der WM Titulare zu sein. Ich stütze mich für die WM auf eine Gruppe von 33 bis 35 Spielern ab. In dieser Gruppe gibt es Spieler, die sich bestätigen müssen. Andere müssen sich ihren Platz erkämpfen. Die beiden Länderspiele im März werden schon ein wenig Klarheit verschaffen. Ab Ende Mai läuft die Vorbereitung. Dann kann es noch einige Überraschungen geben.

ARCHIV – ALS VORSCHAU ZU DEN ENTSCHEIDUNGSSPIELEN DER SCHWEIZER NATIONALMANNSCHAFT FUER DIE FUSSBALL WM 2018 AM SAMSTAG, 7. OKTOBER UND DIENSTAG, 10 OKTOBER 2017, STELLEN WIR IHNEN EIN BEST-OF AUS DER LAUFENDEN WM-QUALIFIKATION ZUR VERFUEGUNG – Swiss forwards Haris Seferovic, left, Breel Embolo, right, celebrate the goal during the 2018 Fifa World Cup Russia group B qualification soccer match between Switzerland and Portugal at the St. Jakob-Park stadium, in Basel, Switzerland, Tuesday, September 6, 2016. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Derzeit in einer schwierigen Phase: Haris Seferovic und Breel Embolo. Bild: KEYSTONE

2016 hatten Nico Elvedi und Denis Zakaria ihren Platz im Kader für die Europameisterschaft gefunden. Sie schafften das während der EM-Vorbereitung in Lugano. Ist es möglich, dass auch für die WM neue Spieler dazukommen?
Es spielt sich bei uns Ähnliches ab wie bei Brasilien. Die Mannschaft wurde in den letzten Monaten ziemlich verjüngt. Es ist wichtig, dass gerade jene Spieler weiter auf sich aufmerksam machen, die neu berufen worden sind. Aber im Fussball weiss man nie. Die Zukunft kann schöne Überraschungen bereithalten.

«Ja, es wird ein grossartiges Turnier werden. Wir werden bahnbrechenden Fussball erleben.»

Sie werden Ihre erste WM als Nationalcoach erleben. Glauben Sie wie FIFA-Präsident Gianni Infantino, dass es die schönste WM der Geschichte werden wird?
Ich bin versucht, es zu glauben, wenn ich an all die Investitionen denke, die die russische Regierung in die Stadien, in die Infrastruktur und in die Sicherheit gesteckt hat. Ich will auch daran glauben, dass die 32 Mannschaften des WM-Turniers alle sehr stark sein werden. Ja, es wird ein grossartiges Turnier werden. Wir werden bahnbrechenden Fussball erleben.

(sda/jsc)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 02.12.2017 15:21
    Highlight Highlight Ja gut, Herr Petkovic,
    aber wie soll das gehen, mit 150% der Mittel spielen?
    Wer gibt uns die zusätzlichen 50%?
    Schmiergelder?
  • Posersalami 02.12.2017 12:10
    Highlight Highlight Ich freue mich sehr auf unsere Nati an der WM. Jede WM hat eine Überraschungsmannshaft, wieso soll das 2018 nicht unsere Nati sein?

    Wir müssen nicht gegen Brasilien gewinnen um weiter zu kommen sondern gegen Serbien und Costa Rica. Das sollte doch zu schaffen sein! In der ko Phase ist dann immer alles möglich an einem guten Tag.

  • Max Dick 02.12.2017 12:08
    Highlight Highlight Hmm gegen Brasilien zu gewinnen wäre natürlich schon schön. Trotzdem möchte ich lieber Gruppenzweiter werden, um dann im Achtelfinale Deutschland nach Hause zu schicken.
    • rodolofo 02.12.2017 15:22
      Highlight Highlight Ja das wär's!
      Wir rächen die Brasilianer und schmeissen die Deutschen raus!
      Das ginge, wenn die Deutschen nicht die Deutschen wären...
  • Realitäter 02.12.2017 10:44
    Highlight Highlight Es ist toll objektiv und hoch motiviert zu sein. 150% wird realistischerweise niemand leisten können. Über sich hinauswachsen klingt schon näher am Möglichen....
  • Realitäter 02.12.2017 09:21
    Highlight Highlight Ich gönne jedem einzelnen Spieler, dass der Kindheitstraum, mit der Schweizer Nationalmannschaft an einer Weltmeisterschaft, gegen die Seleção spielen zu dürfen, in Erfüllung gegangen ist!
    • DerTaran 02.12.2017 10:23
      Highlight Highlight Du meinst hoffentlich: «die Seleção zu besiegen»
      Wem «spielen» reicht, soll daheim bleiben.
    • rodolofo 02.12.2017 15:25
      Highlight Highlight @ DerTaran
      Keine Angst! Lichtsteiner würde einer solchen Person den WM-Aufenthalt schon gehörig vermiesen!
      Er vermiest seinen Mitspielern ja schon die Spiele in "Friedenszeiten"...
  • WhatZitTooya 02.12.2017 09:15
    Highlight Highlight "Vlädu du bisch ä geilä cheib!"

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