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FCB-Praesident Bernhard Burgener bei der Saisonvorschau-Medienkonferenz des FC Basel Stadion St. Jakob in Basel, am Mittwoch, 18. Juli 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

FCB-Präsident Bernhard Burgener hält an seinem «Plan 2020» fest.  Bild: KEYSTONE

Interview

FCB-Präsident Burgener nach 1:7-Schlappe: «Verfallen weder in Panik noch in Aktionismus»

Nach dem 1:7 gegen YB stärkt FCB-Präsident Burgener seinem Sportchef Marco Streller den Rücken. Und er hält weiterhin an seinem Konzept und den Zielen fest.

 céline Feller/ Aargauer Zeitung



Bernhard Burgener, was hat beim 1:7 gegen YB am meisten wehgetan?
Bernhard Burgener: Unter dem Strich sind es drei Punkte, die wir verloren haben. Aber dieses 1:7 ist natürlich eine emotionale Ausnahmesituation. Mein Herz, wie jedes andere rot-blaue auch, hat stark geblutet. Dieses Spiel hat in der Öffentlichkeit einen Tsunami ausgelöst.

Wie geht es jetzt weiter?
Man ist nach sieben Runden bereits zwölf Punkte hinter Leader YB, kann aus eigener Kraft nicht mehr Meister werden. Wir müssen als Team vorwärtsschauen, einen kühlen Kopf bewahren und mit voller Kraft und Konzentration zurückkommen.

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Die Tore beim 1:7 gegen YB. Video: YouTube/BSC Young Boys

Sie sind mit einem Konzept angetreten, mit dem der Erfolg gewahrt werden sollte. Bislang war dem nicht so, die Misserfolge sammeln sich an. Ist es Zeit, über die Bücher zu gehen?
Wir sind weiterhin von unserem Konzept überzeugt und halten an unseren Zielen fest.

Muss man aber aktuell nicht vom Konzept abweichen und mehr auf erfahrene Spieler setzen, um auf den Erfolgspfad zurückzukehren?
Wir haben sehr viele erfahrene Spieler. Aber wir haben aufgrund der vielen Verletzungen ein Problem in der Defensive. Ausserdem hat Taulant Xhaka, der in diesem Spiel wichtig gewesen wäre, mit einer Sperre gefehlt. Das sollen keine Entschuldigungen sein, aber man muss das einfach auch sachlich beurteilen. Wir können ja nicht immer neue Spieler kaufen. Und das Transferfenster ist zurzeit ohnehin zu.

Aber im Winter ist das Fenster wieder offen, man könnte aufrüsten und die Mannschaft stabilisieren.
Wir werden zu gegebener Zeit die Situation anschauen. Man muss solche Zeiten auch mal durchstehen. Es hat uns hart getroffen, vor allem in der Defensive. Wofür wir selber verantwortlich sind, sind die regelmässigen Platzverweise.

Wie viel Zeit geben Sie dem Konzept denn, bis Sie etwas anpassen?
Das ist doch gar keine Frage. Wir haben einen Plan bis 2020, der besteht immer noch und der bleibt auch bestehen. Ich wusste, was ich mit dem FCB erwerbe. Mir ist auch bewusst gewesen, welch grossen Erfolg dieser Verein hatte. Klar hätte ich auch lieber 1:2 oder 1:3 verloren als gleich mit 1:7. Deswegen verfallen wir jetzt aber weder in Aktionismus noch in Panik.

Steht Marco Streller zur Debatte?
Er steht nicht zur Diskussion. Ich vertraue meinen Mitarbeitern und Führungskräften. Ich kann nur sagen, dass wir an unseren Zielen festhalten, dass wir Marcel Koller voll vertrauen und dass es wichtig ist, dass wir jetzt hart an uns arbeiten.

FC Basels Sportchef Marco Streller bei der Ankunft der Mannschaft nach dem Ausscheiden aus der Europa League am EuroAirport in Basel, am Freitag, 31. August 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Trotz viel Kritik: Marco Streller bleibt Sportchef beim FC Basel. Bild: KEYSTONE

Halten Sie auch am Ziel fest, in dieser Saison Meister werden zu wollen?
Wir haben die Meisterschaft letzte Saison auch nicht in den Spielen gegen YB verloren. Wir hatten sogar das bessere Torverhältnis in den Direktduellen mit ihnen. Natürlich gibt die Art und Weise der 1:7-Niederlage zu reden, aber wenn man es nüchtern betrachtet, ist es eine Niederlage und wir haben drei Punkte verloren. Wir werden heute nicht unsere Saisonziele revidieren, wenn noch 29 Runden zu spielen sind.

Eine Pleite historischen Ausmasses.
Historisch? Dieses Wort können Sie benutzen, ich tue das nicht. Ich kann mich erinnern, dass ich vor sechs Jahren in München sass und gebetet habe, dass nicht noch mehr Tore gegen den FCB fallen.

Sie sprechen vom 0:7 im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Bayern München. Mit allem Respekt gegenüber YB, die Bayern sind doch ein anderes Kaliber.
Wir müssen YB nicht schlechtreden. Ich habe schon genügend erlebt in Basel. Wir sind beispielsweise auch schon mit einem 1:8 gegen Sion in eine Saison gestartet.

Basels Trainer Marcel Koller sitzt auf der Spielerbank vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen den Berner Young Boys und dem FC Basel, am Sonntag, 23. September 2018, im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Der Koller-Effekt ist beim FCB bereits verpufft. Bild: KEYSTONE

Machen Sie sich im Rückblick einen Vorwurf für etwas, was in den letzten eineinhalb Jahren passiert ist?
Einen Vorwurf mache ich mir nicht, nein.

Werden Sie in Zukunft vereinsintern präsenter sein und mehr Gespräche führen?
Ich bin in all meinen Unternehmen gleich präsent. Und ich sehe keinen Grund dafür, dass ich etwas verändern muss.

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • EhrenBratan. Hääää! 25.09.2018 13:11
    Highlight Highlight Die Ära FCB ist nun zu Ende. Definitiv. Da hilft Burgeners geschwafel nichts. Garnichts!
  • Schnurri 25.09.2018 10:32
    Highlight Highlight Ich habe ein dejavu. Man erinnere sich an GC vor 15 Jahren...
  • Mate 25.09.2018 09:50
    Highlight Highlight Schade das hier langsam auch die Stammtischexperten einzug nehmen. Ich lese nur noch Pessimismus, Häme und die Forderung nach Entlassungen... Die Zukunft wird ihm Recht geben, so optimistisch bin ich mal.
    • Triumvir 25.09.2018 11:57
      Highlight Highlight Die Realität sieht aber mehr als anders und ziemlich bitter aus. Deshalb muss die gesamte Führungsriege des FCB ausgetauscht werden. Punkt.
  • Triumvir 25.09.2018 09:16
    Highlight Highlight Das geniale "Konzept" ist grandios gescheitert. Und das in Rekordzeit. Danke für rein gar nichts, lieber Herr Burgener. Den Gewinn haben sie ja schon mal ins Trockene gebracht. Die Verluste werden aber wohl nicht lange auf sich warten lassen...
  • McStem 25.09.2018 09:12
    Highlight Highlight "Wir sind weiterhin von unserem Konzept überzeugt und halten an unseren Zielen fest."
    YB dankt für diese Aussage.
  • Linus Luchs 25.09.2018 09:04
    Highlight Highlight "Wir sind weiterhin von unserem Konzept überzeugt."

    Akuter Realitätsverlust! Ein starker, auch auf europäischem Parkett angesehener FC Basel wurde mit diesem Konzept in unglaublich kurzer Zeit kaputt gemacht. Diese Mannschaft hat keine Substanz mehr. Es ist schon vermessen, dass Burgener das Wort "Meister" überhaupt noch in den Mund nimmt.

    Ja, so lange Burgener und Streller beim FCB das Sagen haben, wird die Talfahrt weitergehen. Braucht es einen Abstiegskampf, bis Konsequenzen gezogen werden?
    • Amboss 25.09.2018 15:03
      Highlight Highlight "Ach hätte doch Heusler weitergemacht, es wäre alles so geblieben wie es war"...
      Ne, so einfach ist es nicht.

      Auch Heusler hätte den FCB neu erfinden müssen. Denn die Erfolge des FCB beruhen darauf, als Meister die CL auf sicher zu haben. Denn damit konnte man Spieler locken, die eigentlich zu gut sind für die Schweiz.
      Und verkauft viele Saisonabos = hat immer volles Stadion.
      All dies fiele auch weg, wenn Heusler noch Präsi wäre. Abe er hat ja rechtzeitig den Abgang gemacht...

      Und auf junge, lokale Spieler zu setzen finde ich in der Situation des FCB eigentlich ein ziemlich gutes Konzept.
  • tinu77 25.09.2018 08:32
    Highlight Highlight Was für ein Looser dieser Bernhard Burgener! Wie konnte Herr Heusler diesem Mann den FCB bloss überlassen? Fehlentscheidung des Jahrzehnts mit weitreichenden Konsequenzen. Mit Geld alleine geht's eben doch nicht.
  • manhunt 25.09.2018 08:22
    Highlight Highlight «Verfallen weder in Panik noch in Aktionismus»
    nein nein, wir machen weiter wie geplant. und fahren den karren so richtig an die wand.
  • le croissant 25.09.2018 07:55
    Highlight Highlight Geht's noch unsympathischer?
  • MyPersonalSenf 25.09.2018 07:41
    Highlight Highlight Beim wechsel der chef-etage beim fcb wurde vorgegangen, als ob alles vorher da gewesene sofort verschwinden oder komplett in Frage gestellt werden musste! Es kam einem vor mit mit einem neuen CEO einer kriselnden Firma in der Privatwirtschaft welcher partout neuen Wind bringen will und sich wie ein Elefant im Porzellanladen verhält! Ich rede nicht vom Spielfeld, alle Lieferanten wurden in Frage gestellt und neuverhandlungen in der ersten woche unter druck eingefordert, laufende Projekte gestoppt usw usw.. sie haben auch auf menschlicher eben viel gutes das war zerstört.. voilá die Quittung!
  • JudgeofDeath 25.09.2018 07:13
    Highlight Highlight Herr Burgener, Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung...
  • Asmodeus 25.09.2018 07:09
    Highlight Highlight Null Einsicht.

    Null Selbstkritik.


    Der FCB wird unter Burgener für Jahre nichts mehr erreichen.
    • ChSt 25.09.2018 08:28
      Highlight Highlight Ich bin der gleichen Meinung.
    • Randy Orton 25.09.2018 08:41
      Highlight Highlight Absolut. Wenn ein Verein innerhalb eines Jahres so abstürzt, kann es nicht nur an roten Karten und Verletzungen liegen.

Petr Cech feiert sein Debüt als Eishockey-Goalie – und wird zum grossen Helden

Erst vergangenen Donnerstag wurde bekannt, das Premier-League- und Champions-League-Sieger Petr Cech seine Karriere fortsetzt. Im Eishockey und nicht etwa im Fussball. Der Tscheche unterschrieb beim englischen Amateurteam Guildford Phoenix – natürlich als Torhüter.

Gestern Abend feierte er nun bereits sein Debüt – und wie! Beim Stand von 2:2 ging das Spiel zwischen Guildford und den Swindon Wildcats 2 ins Penaltyschiessen. Cech hielt zwei der ersten vier Penaltys, sein Gegenüber allerdings auch.

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