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FCB-Präsident Bernhard Burgener hält an seinem «Plan 2020» fest. 
FCB-Präsident Bernhard Burgener hält an seinem «Plan 2020» fest. 
Bild: KEYSTONE
Interview

FCB-Präsident Burgener nach 1:7-Schlappe: «Verfallen weder in Panik noch in Aktionismus»

Nach dem 1:7 gegen YB stärkt FCB-Präsident Burgener seinem Sportchef Marco Streller den Rücken. Und er hält weiterhin an seinem Konzept und den Zielen fest.
25.09.2018, 07:05
 céline Feller/ Aargauer Zeitung

Bernhard Burgener, was hat beim 1:7 gegen YB am meisten wehgetan?
Bernhard Burgener: Unter dem Strich sind es drei Punkte, die wir verloren haben. Aber dieses 1:7 ist natürlich eine emotionale Ausnahmesituation. Mein Herz, wie jedes andere rot-blaue auch, hat stark geblutet. Dieses Spiel hat in der Öffentlichkeit einen Tsunami ausgelöst.

Wie geht es jetzt weiter?
Man ist nach sieben Runden bereits zwölf Punkte hinter Leader YB, kann aus eigener Kraft nicht mehr Meister werden. Wir müssen als Team vorwärtsschauen, einen kühlen Kopf bewahren und mit voller Kraft und Konzentration zurückkommen.

Die Tore beim 1:7 gegen YB.

Sie sind mit einem Konzept angetreten, mit dem der Erfolg gewahrt werden sollte. Bislang war dem nicht so, die Misserfolge sammeln sich an. Ist es Zeit, über die Bücher zu gehen?
Wir sind weiterhin von unserem Konzept überzeugt und halten an unseren Zielen fest.

Muss man aber aktuell nicht vom Konzept abweichen und mehr auf erfahrene Spieler setzen, um auf den Erfolgspfad zurückzukehren?
Wir haben sehr viele erfahrene Spieler. Aber wir haben aufgrund der vielen Verletzungen ein Problem in der Defensive. Ausserdem hat Taulant Xhaka, der in diesem Spiel wichtig gewesen wäre, mit einer Sperre gefehlt. Das sollen keine Entschuldigungen sein, aber man muss das einfach auch sachlich beurteilen. Wir können ja nicht immer neue Spieler kaufen. Und das Transferfenster ist zurzeit ohnehin zu.

Aber im Winter ist das Fenster wieder offen, man könnte aufrüsten und die Mannschaft stabilisieren.
Wir werden zu gegebener Zeit die Situation anschauen. Man muss solche Zeiten auch mal durchstehen. Es hat uns hart getroffen, vor allem in der Defensive. Wofür wir selber verantwortlich sind, sind die regelmässigen Platzverweise.

Wie viel Zeit geben Sie dem Konzept denn, bis Sie etwas anpassen?
Das ist doch gar keine Frage. Wir haben einen Plan bis 2020, der besteht immer noch und der bleibt auch bestehen. Ich wusste, was ich mit dem FCB erwerbe. Mir ist auch bewusst gewesen, welch grossen Erfolg dieser Verein hatte. Klar hätte ich auch lieber 1:2 oder 1:3 verloren als gleich mit 1:7. Deswegen verfallen wir jetzt aber weder in Aktionismus noch in Panik.

Steht Marco Streller zur Debatte?
Er steht nicht zur Diskussion. Ich vertraue meinen Mitarbeitern und Führungskräften. Ich kann nur sagen, dass wir an unseren Zielen festhalten, dass wir Marcel Koller voll vertrauen und dass es wichtig ist, dass wir jetzt hart an uns arbeiten.

Trotz viel Kritik: Marco Streller bleibt Sportchef beim FC Basel.
Trotz viel Kritik: Marco Streller bleibt Sportchef beim FC Basel.
Bild: KEYSTONE

Halten Sie auch am Ziel fest, in dieser Saison Meister werden zu wollen?
Wir haben die Meisterschaft letzte Saison auch nicht in den Spielen gegen YB verloren. Wir hatten sogar das bessere Torverhältnis in den Direktduellen mit ihnen. Natürlich gibt die Art und Weise der 1:7-Niederlage zu reden, aber wenn man es nüchtern betrachtet, ist es eine Niederlage und wir haben drei Punkte verloren. Wir werden heute nicht unsere Saisonziele revidieren, wenn noch 29 Runden zu spielen sind.

Eine Pleite historischen Ausmasses.
Historisch? Dieses Wort können Sie benutzen, ich tue das nicht. Ich kann mich erinnern, dass ich vor sechs Jahren in München sass und gebetet habe, dass nicht noch mehr Tore gegen den FCB fallen.

Sie sprechen vom 0:7 im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Bayern München. Mit allem Respekt gegenüber YB, die Bayern sind doch ein anderes Kaliber.
Wir müssen YB nicht schlechtreden. Ich habe schon genügend erlebt in Basel. Wir sind beispielsweise auch schon mit einem 1:8 gegen Sion in eine Saison gestartet.

Der Koller-Effekt ist beim FCB bereits verpufft.
Der Koller-Effekt ist beim FCB bereits verpufft.
Bild: KEYSTONE

Machen Sie sich im Rückblick einen Vorwurf für etwas, was in den letzten eineinhalb Jahren passiert ist?
Einen Vorwurf mache ich mir nicht, nein.

Werden Sie in Zukunft vereinsintern präsenter sein und mehr Gespräche führen?
Ich bin in all meinen Unternehmen gleich präsent. Und ich sehe keinen Grund dafür, dass ich etwas verändern muss.

GC, Basel und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Meister

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quelle: keystone / paolo foschini
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