Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ARCHIVBILD ZUR MELDUNG, DASS ROGER FEDERER ERST 2021 AUF DIE ATP-TOUR ZURUECKKEHREN WIRD - Roger Federer of Switzerland arrives for a training session at the All England Lawn Tennis Championships in Wimbledon, London, on Wednesday, June 26, 2019. The Wimbledon Tennis Championships 2019 will be held in London from 1 July to 14 July. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Roger Federer. Bild: keystone

Kommentar

Federers Operation ist ein kluger Schachzug und verlängert seine Karriere um ein Jahr

Roger Federer musste sich erneut einer Operation am Knie unterziehen und kehrt erst im nächsten Jahr in den Tennis-Zirkus zurück. Im Hinblick auf seine Zukunft – sportlich und privat – ist das ein kluger Schachzug.

simon häring / ch media



Vierfacher Vater, Ehemann, Präsident einer Stiftung, die mit Millionen operiert, Mitorganisator des Laver Cups, Teilhaber einer Agentur, dazu noch Tennis-Spieler, einer der besten der Geschichte.

Roger Federer ist längst mehr als ein Sportler, der mit bald 39 Jahren auf die Zielgerade seiner Aktivzeit einbiegt. Die Rolle als Tennisspieler wird er irgendwann abstreifen, vielleicht schon in wenigen Monaten. An seinem Vermächtnis ändern zwei, drei Turniersiege mehr oder weniger nicht mehr viel. Die Spuren, die er in den Annalen des Tennis hinterlässt, sind unauslöschlich. Erfolge sind eine schöne Zugabe, aber für sein Glück braucht Roger Federer sie längst nicht mehr. Alles andere aber bleibt Lebensaufgabe.

Seine ersten Gedanken am Morgen drehen sich nicht um den Tennisball, sondern um seine Kinder – die 10-jährigen Myla und Charlene, und die 6-jährigen Leo und Lenny. «Ich brauche die Siege nicht, um glücklich zu sein. Ich bin ausbalanciert in meiner Karriere, im Leben. Mit oder ohne Tennis. Das weiss ich, seit ich 23 Jahre alt bin. Dafür musste ich nicht erst Vater werden und Wimbledon gewinnen», sagte er einmal in Australien.

Sein Glück bemisst sich immer mehr an der Aussicht auf ein Leben ohne Tennis, aber auch ohne Schmerzen. Er ist noch achtsamer geworden mit sich und seinem Körper, der auch sein grösstes Kapital ist. Weil er weiss, dass eine schwere Verletzung das verhindern würde, was ihm am wichtigsten ist: selber zu bestimmen, wann die Karriere endet.

«Wenn ich Erfolg habe, ist das Leben spannender»

Ob eine Pause nun sechs Monate oder ein ganzes Jahr dauert, verliert an Bedeutung, sein Vermächtnis ist unbestritten. Doch für sein Leben nach dem Spitzensport kann die Operation elementar sein.

So gesehen ist der Eingriff ein kluger Schachzug auf dem Schachbrett des Lebens. Dieses besteht aus mehr als aus glitzernden Pokalen, Turnieren und Emotionen. An seinen Ambitionen ändert das indes wenig. «Siege sind das, was ich verfolge. Wenn ich Erfolg habe, ist das Leben spannender. Es ist meine Bestätigung. Die Anerkennung tut gut. Es ist schön, wenn die Menschen auf der Strasse sagen: Mach weiter so! Das brauche ich auch. Ich spiele auch, weil ich den Leuten Freude bereiten und etwas zurückzugeben will.»

Erfolg bleibt der Treiber seiner Tenniskarriere, Federer sagte immer: «Ich muss genug Erfolg haben, dass es sich lohnt, auf der Tour zu bleiben. Ich tingle sicher nicht um die Welt, um überall schon in der zweiten Runde zu verlieren. Dann müsste ich so ehrlich sein und sagen: ‹Okay, ich bleibe daheim und mache etwas, das mir mehr Freude macht.› Aber solange ich die Besten bezwingen kann, auf den grössten Plätzen spiele, stellt sich mir diese Frage nicht.»

Gerade jetzt wird er sich die Frage stellen, wie er sich verabschieden will, von den Bühnen, die ihn zu dem gemacht haben, der er ist, und die ihm alles bedeuten. Und er wird wohl zum Schluss kommen, dass der Abschied warten kann. Mindestens noch ein Jahr.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das sind die wichtigsten Rekorde von Roger Federer

Roger Federer lädt sich die watson-App herunter

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • lilie 11.06.2020 11:01
    Highlight Highlight Die Operation ist kein "kluger Schachzug", kein vernünftiger Mensch operiert sich einfach nur do mal zum Spass.

    Die Operation kam einfach zu einem günstigen Zeitpunkt. Und Roger war immer einer, der die Gunst des Augenblicks zu nutzen wusste, um das Beste daraus zu machen.

    Und das wird er bestimmt auch weiterhin tun. Auf dem Court oder daneben.
  • Orias Riese 11.06.2020 09:02
    Highlight Highlight Frei Bahn für Novak, der noch weitere Titel an Titel aneinanderreihen wird.
    Ich schicke ihn gleich als Wunderheiler zu Roger.

    Im Ernst:
    Diejenigen, Roger jetzt abschreiben, werden sich wundern.

    Auch im Ernst:
    Wer die Rückhand beidhändig spielt, ist kein richtiger Tennisspieler.
    • h1ghl1ght 11.06.2020 10:47
      Highlight Highlight Hätte Roger seine beidhändig gespielt, hätte er eine klare Schwäche weniger im Repertoire. Just sayin‘
  • MaPhiA 10.06.2020 22:12
    Highlight Highlight von wegen ''ein kluger schachzug'' - was sein muss, muss sein... er hat einen verletzungsbedingten rückschlag am knie erlitten und kommt zwangsläufig nicht um eine operation herum...
  • Mundos 10.06.2020 22:06
    Highlight Highlight Ich kann auch ohne Erfolg glücklich sein, weil ich mich nicht über Erfolg definiere.

Die Insta-Könige der Sport-Schweiz – zwei Überraschungen haben es in die Top 10 geschafft

Nachfolgend sind die 20 Schweizer Sportler mit den – gemäss «Likeometer» – meisten Instagram-Followern in absteigender Reihenfolge aufgelistet (Stand: 26. Juni 2019, 12.30 Uhr). Teams (Alfa Romeo Racing), zurückgetretene Sportler (Martina Hingis, Fabian Cancellara) und Schweizer, die für eine andere Nation antreten (Ivan Rakitic, Charyl Chappuis) wurden nicht berücksichtigt.

Der aufgestellte Nati-Stürmer war lange der Hoffnungsträger der Schweizer Fussball-Szene, doch seit seinem Wechsel in die …

Artikel lesen
Link zum Artikel