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epa07427434 First placed Italian Moto2 rider Lorenzo Baldassarri (C) of Flexbox HP 40, second placed Swiss Moto2 rider Thomas Luthi (L) of Dynavolt Intact GP and third placed German Moto2 rider Marcel Schrotter of Dynavolt Intact GP pose on the podium after the Motorcycling Grand Prix of Qatar at Losail International Circuit near Doha, Qatar, 10 March 2019.  EPA/NOUSHAD THEKKAYIL

Zweiter Platz bei seiner Rückkehr in die Moto2-Klasse: Tom Lüthi (links). Bild: EPA/EPA

Tom Lüthi fährt das beste Rennen seiner Karriere und wird Titel-Kandidat

Tom Lüthi ist bereits im ersten Rennen nach der Rückkehr in die Moto2-WM der wahre, der bestmögliche Tom Lüthi. Die Aussenseiterrolle ist er bereits los – er ist ab sofort ein Kandidat für den WM Titel.



Die Sonne geht unter (im Morgenland wird unter Flutlicht gefahren) und Tom Lüthis Stern geht auf. «Ich wusste, dass ich bei kühleren Temperaturen besser bin. Als ich spürte, dass es kühler wird und der Wind aufhört, da kehrte die Selbstsicherheit zurück. Vor dem Rennen setzte ich mir kein konkretes Ziel. Ich wollte völlig unbelastet fahren und so ein Maximum herausholen. Ich denke, das ist mir gelungen.»

Tom Lüthi bei Moto2-Rückkehr gleich zurück auf dem Podest

Was für ein Rennen von Tom Lüthi: Der 32-jährige Emmentaler, der 2018 in der MotoGP-Kategorie punktelosgeblieben war, schaffte in seinem ersten Moto2-GP seit eineinhalb Jahren gleich den Sprung aufs Podest.
Nach dem Start zwischenzeitlich aus den Top 10 gefallen, verpasste Lüthi nach phänomenaler Aufholjagd seinen 17. GP-Sieg nur um wenige Tausendstel. Stattdessen triumphierte der ebenfalls auf einer Kalex fahrende Italiener Lorenzo Baldassarri. Der Zürcher Jesko Raffin sicherte sich als 14. zwei WM-Punkte. Dominique Aegerter wurde nur 18. (sda)

Tom Lüthi ist das beste Rennen seiner Karriere gefahren. Das will etwas heissen. Immerhin ist es sein 268. Grand Prix und der 136 in der Moto2-Klasse. 11 davon hat er in der zweitwichtigsten Töff-WM schon gewonnen.

«Das beste Rennen? Vielleicht bin ich zu wenig emotional für eine solche Beurteilung…»

Tom Lüthi

Nun, es ist so. Denn die Umstände waren gegen Tom Lüthi. Noch nie hat er unter so schwierigen Voraussetzungen in der Moto2-WM einen Podestplatz herausgefahren. Und noch nie hat es vor einer Moto2-Saison um ihn so viele bange Fragen gegeben.

Wie hat er das schwierige letzte Jahr (keine MotoGP-Punkte) verarbeitet? Kommt er mit der Intensität der Moto2-Klasse gleich zurecht wo jeder mit dem Messer zwischen den Zähnen fährt? Und wie reagiert er auf den starken Teamkollegen Marcel Schrötter, der ihm im Training (mit Bestzeit) auf und davongefahren ist. Zum ersten Mal hat Tom Lüthi einen ebenbürtigen Teamkollegen. Und da war auch noch ein spektakulärer Sturz am ersten Trainingstag, bei dem ihn die Schwingen des Schicksals gestreift haben.

Alle offenen Fragen sind beantwortet. Tom Lüthi braust vom 11. bis auf den zweiten Platz vor, in der letzten Runde hat er den führenden Lorenzo Baldassarri (22), einen der wilden Jungen, eingeholt, in der drittletzten Kurve wagt er noch einmal eine furiose Attacke und er verliert schliesslich das Rennen um bloss 53 Hundertstel. Das ist weniger als eine Maschinenlänge.

«Ich habe alles versucht und in der drittletzten Kurve habe ich eine Lücke gesehen. Aber Balda (Baldassarri – die Red.) hatte aufgepasst und schloss die Lücke. Wenn ich es trotzdem versucht hätte, wäre die Chance höchstens 50 Prozent gewesen.» Der blieb cool und begnügte sich mit dem 2. Platz. Und natürlich ist jetzt auch geklärt, wer die Nummer 1 im Team ist. Marcel Schrötter, der das Training dominiert hatte, konnte mit der Spitze nicht ganz mithalten und Tom Lüthi rauschte an ihm vorbei, Widerstand gab es keinen. Der Deutsche verneigte sich fahrerisch sozusagen vor seinem Teamkollegen. «Das spielt doch keine Rolle» wehrt sich Tom Lüthi. «Wir arbeiten sehr gut zusammen.» Ja klar, das muss er sagen.

epa07425374 Swiss Moto2 rider Thomas Luthi of Dynavolt Intact GP
 in action during a qualifying session for the Motorcycling Grand Prix of Qatar at Al Losail International Circuit in Doha, Qatar,  09 March 2019 . The 2019 MotoGP World Championship season's first race will be held in Doha on 10 March.  EPA/NOUSHAD THEKKAYIL

Bild: EPA/EPA

Das Rennen verliert er nicht in der dramatischen Schlussrunde. Sondern ganz am Anfang. Wegen eines Massensturzes hängen die Streckenposten die gelbe Flagge raus. Das bedeutet Überholverbot. «Ich konnte nicht mehr reagieren und hatte Jorge Martin verbotenerweise untergelber Flagge überholt. Um keine Strafe zu riskieren habe ich sofort wieder vorbeigelassen und dabei Zeit eingebüsst. Das Rennen habe ich in dieser Startphase verloren, nicht am Schluss.»

Hätte er den Spanier nicht vorbeigelassen, hätte er mit einer Boxendurchfahrt oder einer Rückversetzung im Klassement bestraft werden können – der Podestplatz hätte sich in Luft aufgelöst.

Das Rennen war ein Sturmlauf sondergleichen aus der 4. Startreihe heraus. Dreimal unterbietet Tom Lüthi den Rundenrekord. Keiner ist so schnell. Am Ende erntet er die Früchte seiner Arbeit. Er sagt, er habe sich im Winter noch nie so umfassend vorbereitet.

«Es war ihm nach der schwierigen letzten Saison bewusst, dass es viel braucht» sagt sein Freund und Manager Daniel M. Epp.

«Er war noch nie so professionell wie im letzten Winter.»

Daniel Epp

Dazu gehört auch die intensive Arbeit mit seinem Mentaltrainer. «Ich habe gleich nach Saisonschluss mit der Aufarbeitung der letzten Saison begonnen» sagt Tom Lüthi. «An meinem Talent habe ich nie gezweifelt. Aber ich war mir bewusst, dass ich mich Stück für Stück wieder nach vorne arbeiten muss.»

epa07420971 Swiss Moto2 rider Jesko Raffin (L) of Switzerland of Dynavolt Intact GP and Swiss Moto2 rider Thomas Luthi (R) of Dynavolt Intact GP attend a photo session of the Motorcycling Grand Prix of Qatar at Al Losail International Circuit in Doha, Qatar, 07 March 2019. The 2019 MotoGP World Championship season's first race will be held in Doha on 10 March.  EPA/NOUSHAD THEKKAYIL

Dynavolt Intact GP-Team: Marcel Schrötter (links) und Tom Lüthi. Bild: EPA/EPA

Die schwere Krise der letzten Saison, die grösste seiner Karriere, hat Tom Lüthi nicht gebrochen. Sie hat ihn stärker gemacht. Er war bereits im ersten Rennen nach der Rückkehr aus der «Königsklasse» der wahre, der bestmögliche Tom Lüthi. Das bedeutet: er kann um den WM-Titel fahren.

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quelle: semedia / luciano bianchetto/semedia
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