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NFL: «Betrunkener» Quarterback und Spassvogel-Coach – die Highlights

DETROIT, MI - SEPTEMBER 17: Seattle Seahawks wide receiver Tyler Lockett 16 celebrates his game winning touchdown reception in overtime to beat the Detroit Lions 38-31 in the game on Sunday September  ...
American-Football-Fans kamen am Sonntag auf ihre Kosten: In Detroit entschied Tyler Lockett ein spektakuläres Spiel.Bild: www.imago-images.de

Ein «betrunkener» Quarterback und ein Spassvogel als Coach – die NFL-Highlights

Schnelle Trainer, stolpernde Quarterbacks, hervorragende Rookies – das lief am Sonntag in der US-Liga des American Football.
18.09.2023, 11:2418.09.2023, 14:28
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Die Resultate

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Spektakel in Detroit

Kommen wir gleich zur einzigen echten Überraschung des Wochenendes. Während sich in den meisten Spielen die Favoriten durchsetzen konnten, gewann bei einem spektakulären Spiel in Detroit nämlich der Aussenseiter. Die Seattle Seahawks setzten sich gegen die Lions, die zum Saisonauftakt noch Meister Kansas City bezwangen, 37:31 durch.

Für die Entscheidung sorgte der zweite Touchdown-Pass von Geno Smith auf Tyler Lockett in der Verlängerung. Auch Seattles Runningback Kenneth Walker sowie Detroits Wide Receiver Josh Reynolds erzielten je zwei Touchdowns.

Wenn die Grossen mitspielen

Es gibt wenig, was NFL-Fans mehr Freude bereitet, als Offensive Linemen, die den Ball bekommen. Denn normalerweise sind die gross gewachsenen und gut beleibten Männer dazu da, den Quarterback zu beschützen – eine selten spektakuläre, aber umso wichtigere Aufgabe. Umso schöner ist es dann, wenn sie doch einmal im Mittelpunkt stehen. So zum Beispiel Trey Pipkins von den Los Angeles Chargers bei der Two-Point-Conversion. Trotz des zwischenzeitlichen 11:0 mussten sich die Chargers den Tennessee Titans nach Verlängerung 24:27 geschlagen geben.

Ebenso erfolglos blieben Cole Strange und seine New England Patriots. Unter anderem, weil es Strange nicht gelang, die nötige Distanz zu überqueren, nachdem ihm Tight End Mike Gesicki den Ball zugeworfen hatte, da er selbst nicht mehr vorankam. Aufgrund der 17:24-Niederlage gegen Miami ist das Team von Trainer Bill Belichick erstmals seit der Saison 2001/02 mit zwei Niederlagen gestartet.

Die Kansas City Chiefs hingegen konnten den Fehlstart in die Saison korrigieren. In einem überraschend punktarmen Spiel in Jacksonville gewannen Patrick Mahomes und Co. 17:9. Dabei konnte der 28-jährige Quarterback anders als gegen Detroit wieder auf Travis Kelce zählen, der Tight End erzielte einen von zwei Touchdowns der Gäste.

Zu Beginn des Spiels kamen aber beide Teams schlecht in Fahrt, erst nach 17 Minuten punkteten die Jaguars erstmals. Kansas City blieb gar bis 30 Sekunden vor der Halbzeit ohne Punkte. Mahomes vermisste seine Anspielstationen gar so sehr, dass er auf Offensive Tackle Donovan Smith warf, als dieser frei stand. Dafür gab es eine Strafe, da die Spieler aus der O-Line den Ball nur berühren dürfen, wenn sie dies vor dem Spielzug anmelden.

Wenn nicht mal mehr Marias Hilfe ausreicht

In gewissen Situationen hilft manchmal nur noch beten. Das haben sich auch die Denver Broncos gedacht, als sie gegen Washington drei Sekunden vor Ablauf der Spielzeit mit acht Punkten zurücklagen und es von der Mittellinie mit einer «Hail Mary» versuchten. Dabei wirft der Quarterback – in diesem Fall Russell Wilson – den Ball aus grosser Distanz bis in die gegnerische Endzone und hofft, dass einer seiner Mitspieler diesen fängt. Und tatsächlich gelang den Broncos mit viel Glück ein Touchdown durch Brandon Johnson.

Video: streamja

Nur brauchte es zum Ausgleich gegen die Commanders auch noch eine Two-Point-Conversion. Für die beiden Zusatzpunkte muss der Ball aus zwei Yards Entfernung erneut in die Endzone gebracht werden, daran scheiterte Denver aber und so gewannen die Commanders 35:33. Dass die Schiedsrichter den Verteidiger Benjamin St. Juste beim letzten Spielzug nicht bestraften, sorgte für grosse Aufregung. Der leidtragende Passempfänger der Broncos, Courtland Sutton, sagte im Anschluss: «Es gibt genügend Kameras, damit es sich alle anschauen können und herausfinden, was da passiert ist.»

Dabei sah es zu Beginn eigentlich gut aus für die Broncos. Bis kurz vor Ende des zweiten Viertels lagen sie 21:3 vorne, doch drehte das Team von Trainer Ron Rivera danach auf und kam unter anderem dank zwei Touchdowns von Runningback Brian Robinson zurück ins Spiel. Der spektakulärste Touchdown gelang aber Terry McLaurin, der einen Pass von Quarterback Sam Howell zwischen zwei Verteidigern fing.

Jordan Love hat wohl zu viel getrunken

Wenn man den Rest des Spiels nicht gesehen hat, könnte man fast meinen, Jordan Love sei betrunken. Noch vor Beginn des Spielzugs verliert er die Balance und stürzt in seine Mitspieler.

Ansonsten konnte der 24-jährige Quarterback der Green Bay Packers mit drei Touchdown-Pässen, zwei davon zu Rookie Jayden Reed und einen zu Dontayvion Wicks, der ebenfalls in seiner Debüt-Saison in der NFL ist, erneut überzeugen. Dennoch reichte es Green Bay nicht zum Sieg. Dank 13 Punkten im letzten Viertel setzten sich die Atlanta Falcons am Ende 25:24 durch, Kicker Younghoe Koo verwandelte das entscheidende Field Goal knapp eine Minute vor Spielende.

Und weg ist er

Die Cincinnati Bengals hatten gegen Baltimore gerade zu Beginn der Partie wenig zu feiern. Quarterback Joe Burrow, der in der letzten Woche gegen Cleveland einen schrecklichen Tag einzog, legte erneut schwach los. So musste Rookie Charlie Jones der Offense unter die Arme greifen. Der 24-Jährige fing den Punt der Ravens an der eigenen 19-Yard-Linie und rannte fast übers gesamte Feld in die gegnerische Endzone.

Obwohl sich später auch Burrow fangen konnte und Tee Higghins noch mit zwei Touchdown-Pässen bediente, musste sich Cincinnati auch am zweiten Spieltag geschlagen geben. Baltimore gewann unter anderem dank eines souveränen Lamar Jackson und der starken Passempfänger Nelson Agholor und Zay Flowers. Besonders Rookie Flowers versetzte das Publikum mit einem im Fallen gefangenen Pass ins Staunen.

Historisches Giants-Comeback

Allgemein gab es am Sonntag einige Teams, die sich von einem zweistelligen Rückstand zurückkämpften. Das grösste Comeback gelang den New York Giants, die zur Halbzeit 0:20 und im dritten Viertel gar mit 21 Punkten in Rückstand lagen, die Arizona Cardinals am Ende aber noch 31:28 bezwangen. Damit egalisierten die Giants den Rekord für den grössten eingeholten Rückstand in der Team-Geschichte aus dem Jahr 1949.

Daniel Jones führte sein Team mit zwei Touchdown-Pässen und einem selbst erlaufenen Touchdown zum Sieg.Video: YouTube/NFL

Da kommt die Kamera nicht mit

Mike McDaniel ist einer der vielversprechendsten Trainer in der NFL – und scheinbar auch ein Spassvogel. Der 40-Jährige, der die Miami Dolphins seit letztem Jahr sehr erfolgreich führt, lieferte sich in der Halbzeit des Spiels gegen die New England Patriots ein kleines Rennen mit der Kamera.

Das Spiel endete 24:17 für Miami, was vor allem Runningback Raheem Mostert zu verdanken war. Neben zwei Touchdowns erzielte der 31-Jährige auch 127 Yards Raumgewinn. Für Quarterback Tua Tagovailoa bleibt New England der Lieblingsgegner, der Hawaiianer gewann bisher alle fünf Duelle. Er ist erst der dritte Quarterback, der gegen Belichicks Patriots fünf Spiele gewann. Ansonsten waren das Josh Allen und Peyton Manning, die aber auch vier bzw. zehn Partien verloren.

Die besten Momente von Raheem Mostert.Video: YouTube/NFL

«Weg da, das ist mein Ball!»

In der letzten Woche machten die Buffalo Bills und allen voran Quarterback Josh Allen mit 3 Interceptions beim 16:22 gegen die New York Jets ein ganz schwaches Spiel. Am 2. Spieltag zeigten sie aber eine starke Reaktion, zwar gerieten sie nach knapp drei Minuten gegen die Las Vegas Raiders in Rückstand, doch liessen sie danach nur noch drei Punkte zu. Allen warf beim 38:10-Erfolg drei Touchdowns, besonders stach jedoch ein Verteidiger heraus. Linebacker Matt Milano schnappte seinem Gegenspieler den Ball nämlich direkt vor der Nase weg.

Cheat-Code McCaffrey

Falls ihr Christian McCaffrey im Fantasy-Football habt, herzlichen Glückwunsch! Denn der 27-jährige Runningback, der auch als Passempfänger glänzt, ähnelt schon fast einem Cheat-Code. Auch beim 30:23-Sieg seiner San Francisco 49ers erzielte er wieder einen Touchdown und knackte im Fantasy-Football erneut die 20-Punkte-Marke.

McCaffreys Highlights vom Sonntag.Video: YouTube/NFL

Doch auch auf der Gegenseite wusste ein Spieler zu überzeugen. Bei den Los Angeles Rams fing Rookie Puka Nacua 15 Pässe und stellte damit einen neuen Rekord für einen Erst-Jahres-Profi auf. Der 22-Jährige, der in der fünften Runde gedraftet wurde, erzielte dabei 147 Yards Raumgewinn, konnte die Niederlage aber nicht verhindern.

Die besten Momente von Puka Nacua.Video: YouTube/NFL

Zach Wilsons Horror-Abend

Beim Sieg gegen die Bills konnte Zach Wilson noch eine ansprechende Leistung zeigen, gegen die Dallas Cowboys war der Quarterback der New York Jets dann aber miserabel. Der Ersatzmann für den verletzten Aaron Rodgers warf drei teils haarsträubende Interceptions und nur einen Touchdown. Dieser war jedoch eher das Verdienst von Wide Receiver Garrett Wilson.

Auf der anderen Seite schlugen die Dallas Cowboys nach dem 40:0-Erfolg gegen die Giants auch das andere Team aus New York deutlich 30:10. Obwohl er dabei ohne Touchdown blieb, war CeeDee Lamb mit elf Receptions und 143 Yards der beste Spieler in der Offensive, Quarterback Dak Prescott wusste mit seiner Effizienz ebenfalls zu überzeugen. 31 seiner 38 Pässe kamen an, zwei davon waren Touchdowns.

Die Highlights von CeeDee Lamb.Video: YouTube/NFL

Mike Evans > Chicago

Das hätte vor der Saison kaum jemand erwartet: Die Tampa Bay Buccaneers gewinnen die ersten beiden Spiele nach dem Rücktritt von Tom Brady und Baker Mayfield glänzt dabei als souveräner Quarterback, der noch ohne Interception ist. Beim 27:17-Erfolg gegen die Chicago Bears füttert er Mike Evans und Co. mit zielgenauen Pässen und führt sein Team so zum Sieg. Evans brilliert dabei mit 171 Yards Raumgewinn sowie einem Touchdown. Zum Vergleich: Chicagos Passspiel resultierte in insgesamt 169 Yards.

Rookies lassen ihr Potenzial aufblitzen

In Houston kam es zwischen C. J. Stroud von den Texans und Anthony Richardson von den Indianapolis Colts zum jüngsten Quarterback-Duell der NFL-Geschichte. Beide sind erst 21 Jahre alt und kommen zusammengerechnet auf 43 Jahre und 102 Tage. Dennoch zeigten beide starke Leistungen und liessen ihr Potenzial aufblitzen. Richardson rannte früh im Spiel zweimal selbst in die Endzone, musste dann aber mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden.

Zwar konnten die Colts die Führung auch mit Gardner Minshew behalten und sich am Ende 31:20 durchsetzen, doch hatte auch Stroud einige vielversprechende Momente. Wie zum Beispiel seinen ersten der beiden Touchdown-Pässe, den Nico Collins aus der Luft schnappte.

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