Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Cyclist Fabian Cancellara of Switzerland rides along Pontal beach during the men's individual time trial event at the 2016 Summer Olympics in Pontal beach, Rio de Janeiro, Brazil, Wednesday, Aug. 10, 2016. (AP Photo/Victor R. Caivano)

Fabian Cancellara hat sich bei Rio 2016 für den Schweizer Radsport unsterblich gemacht. Bild: Victor R. Caivano/AP/KEYSTONE

Ein letztes Hurra: Cancellara ist endgültig im Schweizer Radsport-Olymp angekommen

Fabian Cancellara fährt sein zweites olympisches Gold heraus. Nun ist er einer der Grössten aller Zeiten.

klaus zaugg, rio de janeiro



Die Popularität des Radrennsportes in unserem Land geht auf eine Zeit vor mehr als 50 Jahren zurück. Ferdy Kübler und Hugo Koblet waren die ersten grossen Sport-Popstars der Schweiz. 1950 gewann Hugo Koblet als erster Ausländer den Giro und Ferdy Kübler als erster Schweizer die Tour de France. 1951 triumphierte Hugo Koblet bei der Tour und Ferdy Kübler wurde Weltmeister. Die beiden haben eine Radsport-Euphorie ausgelöst, die bis heute anhält.

ARCHIVE --- DER RADRENNFAHRER HUGO KOBLET STARB VOR 50 JAHREN, AM 6, NOVEMBER 1964, NACH EINEM AUTOUNFALL. ZU HUGO KOBLET STELLEN WIR IHNEN DIESES BILD ZUR VERFÜGUNG --- Die Schweizer Radrennfahrer Ferdy Kuebler, links, und Hugo Koblet am Grand Prix de Suisse 1951. (KEYSTONE/Photopress-Archiv/Str) === ONE TIME USE ONLY, NO SALES, NO ARCHIVES, BW ONLY ===

Die beiden Schweizer Radsport-Ikonen Ferdy Kübler (l.) und Hugo Koblet. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Ferdy Kübler ist zum Schweizer Sportler des 20. Jahrhunderts gewählt worden. Hugo Koblet ist durch seinen frühen Unfalltod im Alter von 39 Jahren zum «James Dean» des Schweizer Sportes geworden. Sein Schicksal wurde sogar verfilmt.

Kein Schweizer Radfahrer ist Nachfolger von Kübler und Koblet geworden und fast schien es, als werde es nie einen Nachfolger geben. Die Tour hat nie mehr ein Schweizer gewonnen. Carlo Clerici (1954) und Tony Rominger (1995) feierten zwar den Gesamtsieg beim Giro. Hans Knecht (1949) und Oscar Camenzind (1998) wurden Strassen-Weltmeister und Pascal Richard (1996) triumphierte beim olympischen Strassenrennen. Sie hatten jedoch weder das Charisma noch die Popularität von Kübler und Koblet.

Cycling racer Pascal Richard of Switzerland, in action during the exhibition cycling race

Pascal Richard gewann 1996 in Atlanta das olympische Strassenrennen. Bild: KEYSTONE

Nun hat Fabian Cancellara als erster Schweizer Radstar die Höhen von Ferdy Kübler und Hugo Koblet erklommen, obwohl er weder den Giro noch die Tour oder die Strassen-WM zu gewinnen vermochte.

Cancellara landet am Freitag

Fabian Cancellara kehrt nach seinem am Mittwoch errungenen zweiten Olympiagold im Zeitfahren am Freitag zurück in die Schweiz. Der Berner landet um 10.50 Uhr in Zürich-Kloten.

Die Bronze-Medaillengewinnerin Heidi Diethelm Gerber kehrt einen Tag später heim. Die Thurgauer Schützin kommt wie einige andere Schweizer Athleten am Samstag um 13.10 Uhr in Zürich-Kloten an. (sda)

Aber seine Karriere ist so lang und die Erfolge sind so markant, dass er trotzdem zu den Grössten aller Zeiten gehört. Zu den «Titanen der Landstrasse».

Er ist acht Jahre nach Peking, als er das Zeitfahren gewann, erneut Olympiasieger. Er war viermal Weltmeister im Zeitfahren. In seiner Karriere gibt es dramatische Tiefpunkte wie der Sturz beim Strassenrennen 2012 in London, der ihn wohl um Gold gebracht hat.

Den richtigen Zeitpunkt gewählt

Der Berner ist nie in einer Dopingkontrolle hängen geblieben und die immer wieder kolportierten Gerüchte um «Velodoping» (ein Motörchen im Velo?) haben seiner Popularität eher genützt als geschadet. Wie Roger Federer gibt es in seiner Karriere und in seinem Lebenslauf keine Skandale. Diese Karriere ist durch und durch aus dem Stoff geworben, aus dem Sportstars gemacht sind.

Er ist beides. Ein anständiger, freundlicher, bescheidener Berner und ein internationaler Sportstar und Sport-Millionär. Nicht viele schaffen diesen Spagat. Ende Saison wird er zurücktreten. Nun reitet er als goldener Held in den Sonnenuntergang seiner Karriere. Er ist einer der wenigen internationalen Sportstars, die den richtigen Zeitpunkt für den Rücktritt erwischt haben.

Die Gold-Emotionen von Fabian Cancellara in Rio

Sein Erfolg überstrahlt nun in Rio die Bronze-Medaille von Heidi Diethelm-Gerber aus der Randsportart Schiessen. Sie muss ihren Platz auf der Bühne der sportlichen Eitelkeiten schon nach ein paar Stunden wieder räumen. Sie macht einem der grössten aller Zeiten Platz.

Auf dieser Bühne sind eben nicht alle gleich. Das ist sehr schade. Im Sport ist es halt nicht anders als im richtigen Leben. Es gibt kleine Ungerechtigkeiten.

Die grössten Erfolge von Fabian Cancellara

Unvergessene Radsport-Geschichten

20.07.2006: Floyd Landis begeistert die Sportwelt mit einer historischen Flucht – und wird kurz nach dem Tour-Sieg als Doper entlarvt

Link zum Artikel

14.07.2003: Armstrong rettet sich nach dem Horrorsturz von Beloki mit einem Höllenritt querfeldein über das Kornfeld

Link zum Artikel

11.10.1998: Ein halbes Jahrhundert nach Ferdy Kübler trägt mit Oscar Camenzind endlich wieder ein Schweizer das Regenbogentrikot

Link zum Artikel

15.10.2011: Für einen Tag schlüpft Oliver Zaugg aus der Rolle als Helfer und feiert den grössten Triumph seiner Karriere

Link zum Artikel

24.04.1993: Järmann schlägt im Sprint Weltmeister Bugno und gewinnt das Amstel Gold Race

Link zum Artikel

22.03.1995: Du kannst im Fitness-Center strampeln wie du willst – an den durchdrehenden Nüscheler kommt keiner ran

Link zum Artikel

13.07.1967: Tom Simpson stirbt am Mont Ventoux – und sein Name wird zu einem Mahnmal für alle Radsport-Profis

Link zum Artikel

17.06.1981: «Dä Gottfried isch für mich gschtorbe!» – 2 Tage nach dem Zitat seines Lebens fliegt Beat Breu ins Leadertrikot

Link zum Artikel

14.02.2004: Der Pirat geht von Bord – aber in den Herzen der Fans lebt Marco Pantani ewig

Link zum Artikel

17.07.1992: Der Thurgauer Rolf Järmann bodigt Ex-Gesamtsieger Pedro Delgado und gewinnt die längste Tour-Etappe

Link zum Artikel

30.01.2011: «Dummi huere Ruederer» und «Schiiss-Ponys» machen Reporter Hans Jucker zur Legende

Link zum Artikel

09.04.2006: Ein Lenkerbruch und ein Albtraumsturz zerstören den grossen Traum von Armstrongs Edelhelfer

Link zum Artikel

22.07.2001: Sven Montgomery erlebt an der Tour den schönsten Moment seiner Karriere – und nur drei Tage später den schlimmsten

Link zum Artikel

21.07.2009: Jens Voigt stürzt fürchterlich und gibt drei Tage später ein obercooles Interview

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
Error
Cannot GET /_watsui/filler/
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Swissclimber 11.08.2016 10:42
    Highlight Highlight Dass Fäbu nie einen Giro oder eine Tour gewinnen konnte, ist reine Physik. Mit über 80kg Körpergewicht ist dies bei den heute zu bewältigenden Höhenmeter ein Ding der Unmöglichkeit eine Rundfahrt zu gewinnen. Fäbu zählte in seinen Disziplinen stets zu den Besten und er ist tatsächlich einer der ganz Grossen des Radrennsports.

Staatsanwaltschaft ermittelt nach Horror-Crash an der Polen-Rundfahrt

Nach dem schweren Sturz des niederländischen Radprofis Fabio Jakobsen an der Polen-Rundfahrt leitete die Staatsanwaltschaft in Polen Ermittlungen ein. Die Behörde will herausfinden, ob jemand Schuld an der Verletzung Jakobsens und eines Funktionärs trägt, oder ob alles die Folge eines Unglücks war.

«Wir haben bislang drei Zeugen angehört, darunter auch einen Vertreter der Organisatoren des Rennens», sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Katowice laut der Nachrichtenagentur PAP.

Die …

Artikel lesen
Link zum Artikel