Medaille nur knapp verpasst: Nadja Kälin läuft sensationell auf den 4. Platz
Nadja Kälin zeigte wie schon bei der WM vor einem Jahr in Trondheim, wo sie Sechste geworden war, ein herausragendes Rennen. Die 24-jährige Engadinerin hatte nach der Hälfte als Siebte auf die Skatingski gewechselt und durfte sogar ein wenig mit einer sensationellen Medaille liebäugeln.
Die lange drittplatzierte Astrid Slind fiel zurück, doch es war mit Heidi Weng eine andere Norwegerin, die profitieren konnte. Am Ende war Kälin aber die Stärkste des Verfolgerfeldes und kam solo als Vierte ins Ziel. Zur ersten Olympiamedaille einer Schweizer Langläuferin in einem Einzelrennen fehlten nur knapp 25 Sekunden. Gleich gut war in einem Olympiarennen einzig Christina Gilli-Brügger 1988 über 20 km. 2002 gewann die Frauenstaffel Bronze.
Den 4. Platz gewonnen
Im Ziel zeigt sich Kälin vollumfänglich zufrieden.«Man sagt ja immer, der 4. Rang sei der erste Verlierer», erklärt sie. «Aber ich habe definitiv den 4. Platz gewonnen.» Als im Klassisch-Teil ein Trio weggezogen sei, habe sie geschaut, dass sie in der Verfolgergruppe Unterschlupf finde. In der zweite Hälfte habe sie nur kurz versucht, um Bronze zu kämpfen. «Dann habe ich gespürt, dass Weng zu stark ist. Wenn ich ihr gefolgt wäre, hätte es mich völlig aufgestellt.»
Erstaunlich: Im Weltcup war Nadja Kälin noch nie besser als Siebte, an Olympia und WM nun aber Vierte und Sechste. Auch Nadjas zwei Jahre jüngere Schwester Marina zeigte als Neunzehnte ein starkes Rennen. Anja Weber wurde 25., Fabienne Alder 46.
Schwedischer Doppelsieg
Gold und Silber machten die bei den Frauen überragenden Schwedinnen nicht unerwartet unter sich aus. Frida Karlsson, die 50-km-Weltmeisterin vom letzten Jahr, setzte sich am Ende 51 Sekunden vor der 10-km-Weltmeisterin Ebba Andersson durch.
Die Weltcup-Führende Jessie Diggins aus den USA fiel nach einem Sturz schon in der ersten Runde aus der Entscheidung. Sie lief zwar im Skating-Teil gewohnt stark, zu mehr als dem 8. Platz reichte es aber nicht mehr. (riz/sda)
