«Es ist schon scheisse!»: Marco Odermatt nach verpasster Abfahrts-Medaille enttäuscht
Marco Odermatt könnte die grosse Figur dieser Olympischen Spiele werden. Als wohl bald fünffacher Gesamtweltcupsieger und Leader in drei Disziplinen in der laufenden Saison ist er der grosse Favorit in jedem Rennen, in welchem er startet. Nach der olympischen Abfahrt in Bormio muss der 28-jährige Nidwaldner aber eine erste Enttäuschung verdauen. Odermatt wird mit sieben Zehntelsekunden Rückstand auf seinen Landsmann Franjo von Allmen Vierter – zu einer Medaille hätten ihm zwei Zehntelsekunden gefehlt.
«Es ist schon Scheisse», bilanziert ein enttäuschter Odermatt danach im SRF, «der vierte ist bei Olympischen Spielen der blödste Platz.» Nun gelte es den Blick nach vorne zu richten. «Das muss ich jetzt abhaken. Ich habe noch zwei, drei grosse Chancen», sagt Odermatt mit Blick auf Super-G, Riesenslalom und allenfalls die Team-Kombination. Dennoch ist klar: «Das tut jetzt natürlich weh.»
Dass er in der Abfahrt keine Medaille gewinnen würde, hätte er nach der Zieleinfahrt nicht gedacht. Odermatt ging knapp vor Monney in Führung und war eigentlich sehr zufrieden, wie er später verriet. «Im Ziel dachte ich, dass es richtig gut war. Ich weiss nicht, wo ich schneller hätte fahren können», so Odermatt, der anfügt: «Das macht es etwas einfacher, dass andere mit einer guten Fahrt schneller waren.»
Bis zum nächsten Rennen wolle er seine Fahrt noch einmal genau analysieren. Schliesslich beging er keinen Bock, der ein besseres Ergebnis verhinderte. «Es gibt sicher Dinge zu verbessern», glaubt Odermatt.
Wann er wieder fährt, ist aber noch unklar. Der nächste Wettbewerb der Männer ist am Montag die Team-Kombination, in der ein Abfahrer mit einem Slalom-Spezialisten zusammenspannt. Ob Odermatt dort an den Start geht, hat er noch nicht entschieden. «Dafür ist es jetzt gerade noch zu früh.» (nih)
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