Ukraine-Uniform bei Paralympics verboten – wegen Landkarte vor Russland-Angriff
Die Ukrainerinnen und Ukrainer dürfen ihre zeremoniellen Uniformen nicht an den Paralympischen Spielen tragen. Dies erklärte der Präsident des nationalen Paralympischen Komitees der Ukraine, Walerij Suschkewytsch, gegenüber Ukrinform. Demnach hätte das Internationale Paralympische Komitee (IPC) dies verboten, weil die Uniform «politisch» sei. «Das IPC hat gesagt: ‹Nein, nein, nein – das geht nicht.›», so Suschkewytsch.
Die Uniform zeigte eine Karte der Ukraine mit den Grenzen von 1991 – also inklusive der Halbinsel Krim und der von Russland besetzten Gebiete. Hinter dem Design steckt der Ukrainer Viktor Anisimow. Sushkewytsch berichtete: «Es war eine schöne und sehr symbolträchtige Uniform, die sehr eindringlich aussagte, dass die Ukraine in der Welt, in Europa, mit all ihren Gebieten ohne Besetzung durch Russland existiert.»
Die ukrainischen Verantwortlichen hätten mit der Uniform auch ein Signal gegen die weltweit zunehmende Nachsicht gegenüber Russland setzen wollen. Insbesondere die Entscheidung des IPC, dass russische und belarussische Athletinnen und Athleten unter ihrer eigenen Flagge an den Paralympics in Mailand und Cortina teilnehmen dürfen. Dies war zuletzt 2014 im russischen Sotschi der Fall. Danach durfte die Flagge wegen des Staatsdoping-Skandals und dann des Angriffs auf die Ukraine weder bei Olympischen noch bei Paralympischen Spielen wehen.
Die Ukraine erklärte nach dem Entscheid des IPC, die Eröffnungsfeier zu boykottieren, und verlangte, dass ihre Flagge bei dem Event im Amphitheater von Verona, wo auch die olympische Schlussfeier stattfand, nicht wehen dürfe. Suschkewytsch empfindet, dass es «bestimmte Paralympics-Funktionäre gibt, die dafür sorgen, dass die Ukraine sich nicht als Land ohne Besatzung präsentieren kann und dass sie in einer solchen Uniform gegen den Aggressorstaat antritt».
Deshalb wurden die neuen Uniformen kurzfristig produziert und per Bus nach Italien transportiert. Dort wurden sie jedoch vom IPC abgelehnt. Die Paralympics beginnen am Freitag, 6. März. 25 Athletinnen und Athleten aus der Ukraine nehmen teil.
Bei den Olympischen Spielen hatte das zuständige IOC mit einem Entscheid für Aufsehen gesorgt. Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladyslaw Heraskewytsch durfte nicht mit seinem Helm, der Porträts von im russischen Angriffskrieg getöteten Athletinnen und Athleten zeigte, antreten. «Die Entscheidung bricht mein Herz», teilte dieser danach mit. (nih)
