9. Goldmedaille – jetzt ist Johannes Klaebo der unangefochtene Olympia-König
Zum neunten Mal ist Johannes Hösflot Klaebo Olympiasieger. Mit dem Sieg mit Norwegens Langlaufstaffel über 4 x 7,5 km ist der 29-Jährige der erfolgreichste Wintersportler bei Olympischen Spielen der Geschichte. Damit löst er seine Landsfrau Marit Björgen, die im Langlauf neben acht Gold- auch vier Silber und drei Bronzemedaillen gewann. Auch Björn Daehlie, ebenfalls Langläufer, und Biathlet Ole Einar Björndalen wurden insgesamt achtmal Olympiasieger.
In der Staffel triumphierte Klaebo gemeinsam mit Emil Iversen, Martin Loewstroem Nyenget und Einar Hedegart 22,2 Sekunden vor Frankreich. «Es war ein fantastisches Rennen», sagte Klaebo danach, «die anderen Jungs haben es mir so einfach gemacht. Es ist ein Teamergebnis, so viele Leute sind involviert und ich will den Sieg mit ihnen allen teilen.»
Die Bronzemedaille ging an Italien. Das Schweizer Quartett um Valerio Grond, Nicola Wigger, Beda Klee und Noe Näff wurde Neunter und damit Vorletzter. Nur die Schweden kamen noch nach den Schweizern ins Ziel.
Zwei weitere Goldmedaillen könnten hinzukommen
«Das ist cool», kommentierte Klaebo seine historische Leistung. «Die neunte Goldene zusammen mit dem Team zu gewinnen, ist etwas wirklich Spezielles. Besser hätte es nicht sein können.» Geniessen könne er seine Erfolge aber noch nicht uneingeschränkt. «Es geht jeweils darum, für das nächste Rennen wieder bereit zu sein», sagte er.
Für Klaebo war es an den Winterspielen in Mailand und Cortina bereits die vierte Goldmedaille. Auch im Skiathlon, dem Sprint und dem Rennen über 10 km triumphierte der Mann aus Oslo. Weitere Chancen bieten sich im Team-Sprint vom Mittwoch und im 50-km-Rennen vom Samstag. Insbesondere in ersterem, wo er voraussichtlich mit Einar Hedegart an den Start gehen dürfte, gilt er erneut als grosser Favorit.
Ist ein Olympia-Gold in Gefahr?
Die Goldmedaille könnte der neunfache Olympiasieger und 15-fache Weltmeister brauchen, um seinen Titel als erfolgreichster Winter-Olympionik zu behalten. Denn Finnlands Skiverband und nationales olympisches Komitee haben Protest gegen Klaebos Sprintsieg eingelegt. Sie werfen dem Weltverband FIS vor, gegen seine eigenen Regeln verstossen und den Norwegern einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschafft zu haben.
So hätte die FIS dem norwegischen Serviceteam eine Ausnahmegenehmigung erteilt, eine Wachsmaschine während des Sprint-Vorlaufs im Servicebereich zu nutzen. Gegenüber der Sportschau erklärte Italiens Nationaltrainer: «Diese Wachsmaschine ist ein ganz klarer Vorteil, denn man hat in sehr kurzer Zeit den Wachs neu aufgezogen, das ist wie ein neuer Ski.»
Die FIS hatte die anderen Nationalteams nicht über die Ausnahmegenehmigung informiert. Dagegen richtet sich nun der Vorwurf. Der Weltverband entschuldigte sich später in einer Stellungnahme, die dem finnischen Rundfunk Yle vorliegt. Ein Entscheid steht noch aus.
Mindestens bis dieser fällt, bleibt Klaebo Rekord-Olympiasieger. Erstmals nahm dieser mit 21 Jahren 2018 bei den Winterspielen in Pyeongchang teil. Dort triumphierte er im Sprint, dem Teamsprint und mit der Staffel, vier Jahre später gewann er erneut im Sprint und im Teamsprint. So erfolgreich wie in diesem Jahr war er zuvor noch nie. Und noch sind im Val di Fiemme während der Olympischen Spiele 2026 ja noch zwei Wettbewerbe zu absolvieren.
- Schweizer nutzen Powerplay nicht – im Spiel um Platz 2 führt Tschechien weiterhin
- Brignone führt im Riesenslalom – Rast darf noch leise auf eine Medaille hoffen
- «Die Schiris sind vollkommen neutral» – warum Kanadier Kanada-Spiele leiten
- Kanadas Curling-Teams sorgen für Ärger – auch Schweizer mit Betrugsvorwürfen
