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People: Ralf Schumacher spricht erstmals über sein Coming-Out

«Für mich ist das kein Thema» – Ralf Schumacher spricht erstmals über sein Coming-Out

Der Ex-Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher hat sich am Sonntag auf Instagram zu seiner Homosexualität bekannt. Am Montag hat er in einem Interview den Zeitpunkt seines Coming-Out erklärt.
16.07.2024, 18:0016.07.2024, 18:00
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Ralf Schumacher ist bereits seit zwei Jahren mit seinem Lebenspartner zusammen.Bild: imago

Am Sonntag – kurz vor Anpfiff des EM-Finals – postete Ralf Schumacher, sechsmalige Grand-Prix-Sieger der Formel 1 und Bruder von Michael Schumacher, auf Instagram ein Foto von sich an der Seite eines anderen Mannes und schrieb: «Das Schönste im Leben ist, wenn man den richtigen Partner an seiner Seite hat, mit dem man alles teilen kann.»

Der Post zog – zu Schumachers Überraschung – viel Aufsehen nach sich. In einem Interview mit «SPORT 1» sagte er am Montag, dass es ihn wundere, dass sein Coming-Out kurzfristig das Attentat auf Donald Trump und das Finale der Fussball-EM aus den Schlagzeilen und Newsportalen verdrängt habe.

Er habe unterschätzt, sagt er, wie sehr alles, was mit der Familie Schumacher zusammenhänge, die Öffentlichkeit noch immer interessiere – besonders in Deutschland.

Schumacher und sein französischer Lebensgefährte Etienne seien schon seit zwei Jahren ein Paar, warum er ausgerechnet jetzt die Beziehung öffentlich machen wollte, fragte «SPORT1» ihn im Interview. Schumacher sagte: «Für Familie und enge Freunde war es keine Neuigkeit, sie wussten seit langem Bescheid. Es waren aber mittlerweile eine Menge Leute involviert. Ich wollte deshalb selbst mit der Nachricht raus.»

Auf die Zukunft angesprochen sagte er: «Ich lasse die Dinge auf mich zukommen. Für mich ist es kein großes Thema. Ich habe nur das getan, was ich für richtig hielt. Ich habe aber durchweg positives Echo für etwas erhalten, was für mich normal ist.»

Eine Sorge hat er aber doch: «Ich werde nächste Woche nach Budapest reisen und wie immer hochmotiviert meinem Job als Experte beim Grand Prix von Ungarn für Sky nachgehen. Ich hoffe, dass meine Expertisen dabei im Mittelpunkt stehen werden und nicht mein Outing.» Die in Ungarn regierende Fidesz-Partei diskriminiert die LGBT+-Community seit Jahren. (lyn)

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27 Kommentare
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16.07.2024 22:26registriert Februar 2014
Was soll es uns kümmern ob jemand nun einen Mann oder eine Frau liebt? Mensch liebt Mensch und wenn es gegenseitig ist, kann das wunderbar sein.
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