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Russland

Russen-Turner Kuliak mit dem «Z» – das sagt Gegner Kowtun

Der Ukrainer Illja Kowtun musste an der Siegerehrung neben dem Russen Iwan Kuliak stehen, der stolz das Kriegszeichen «Z» zeigte.
Der Ukrainer Illja Kowtun musste an der Siegerehrung neben dem Russen Iwan Kuliak stehen, der stolz das Kriegszeichen «Z» zeigte.bilder: twitter

Der russische Turner mit dem «Z» – das sagt sein Bezwinger aus der Ukraine zum Eklat

11.03.2022, 09:2311.03.2022, 12:47

Der russische Turner Iwan Kuliak hatte am Wochenende beim Weltcup in Doha für einen Eklat gesorgt. Bei der Siegerehrung erschien der Drittplatzierte am Barren mit einem «Z» auf der Brust. Der Buchstaben ersetzte die russische Flagge, die wegen internationaler Sanktionen dort verschwinden musste.

Dieses «Z» ist in Russland zum Zeichen der Unterstützung für Wladimir Putins Krieg in der Ukraine geworden. Kuliak wies jegliche Kritik an seiner Aktion zurück und drehte den Spiess um. «Die Ukrainer haben diese ganze politische Bewegung gestartet», behauptete der 20-Jährige. «Als Reaktion auf dieses Verhalten bin ich einfach mit diesem Wappen auf meiner Brust erschienen.»

Gewonnen hatte den Wettkampf Illja Kowtun – ein Turner aus der Ukraine. Bei «International Gymnast» hat der 18-Jährige nun über den Vorfall auf dem Podest geredet.

«Es war nicht leicht»

Er halte sich selber für einen guten Menschen, sagte Kowtun. «Deshalb habe ich mich zivilisiert und solidarisch mit allen verhalten, mit Respekt. Es war nicht leicht, sich mit den Russen zu messen. Aber in diesem Moment waren wir alle davon überzeugt, dass Sport nichts mit Politik zu tun hat.»

Iwan Kuliak hatte da wohl eine andere Ansicht. «Er war nicht in der Lage, mit Würde und Sportsgeist anzutreten, sondern vermischte Sport mit Politik», so Kowtun. Er und das ukrainische Team hätten das «Z» auf der Brust des russischen Turners zunächst nicht bemerkt, sondern es erst später auf Bildern der Siegerehrung entdeckt.

«Gott ist mit uns und die Wahrheit ist auf unserer Seite»

Kowtun, der im vergangenen Jahr an der WM und an der EM jeweils die Bronzemedaille im Mehrkampf gewonnen hatte, rief zum Frieden in seiner Heimat auf: «Das Gute und die Gerechtigkeit werden definitiv über das Böse und den Wahnsinn siegen.»

epa09538923 Bronze medalist Illia Kovtun of Ukraine hold his medal at an award ceremony for the Men's All-Around Final at the 50th FIG Artistic Gymnastics World Championships in Kitakyushu, Japan ...
Kowtun mit der WM-Bronzemedaille, die er im Oktober in Japan gewann.Bild: keystone

Er hoffe, dass das russische Volk den Mut fasse, sich «gegen seinen Tyrannen» zu erheben. Dem Rest der Welt, der so geschlossen hinter der Ukraine stehe, danke er. «Ich glaube, dass wir gemeinsam Erfolg haben und siegen werden. Gott ist mit uns und die Wahrheit ist auf unserer Seite.»

In absehbarer Zeit werden sich der Ukrainer Illja Kowtun und der Russe Iwan Kuliak nicht in einer Turnhalle begegnen. Russische Turner sind bis auf Weiteres von Wettkämpfen ausgeschlossen. Ausserdem hat der Weltverband FIG ein Disziplinarverfahren gegen Kuliak eröffnet. Dessen Auftritt bei der Siegerehrung nannte die FIG «schockierend». (ram)

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