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Zermatt-Weltcuprennen: Italienische Justiz ermittelt wegen Umweltdelikt

Volunteers mount the finish gate, ahead of the women's downhill race on the new ski course "Gran Becca" at the Alpine Skiing FIS Ski World Cup Zermatt-Cervinia, in Cervinia, Italy, Sund ...
Die Weltcuprennen in Zermatt konnten nie durchgeführt werden.Bild: keystone

Umwelt-Delikt? Italienische Justiz ermittelt gegen Zermatter Weltcuprennen

13.06.2024, 11:0813.06.2024, 13:32
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Die Weltcup-Abfahrt von Zermatt ist bereits wieder Geschichte, obwohl sie gar nie richtig stattgefunden hat. 2022 wurden die Rennen der Frauen und Männer wegen Schneemangels vorzeitig abgesagt. Ein Jahr später reiste der gesamte Ski-Zirkus an und bestritt auch ein Training. Wegen schlechtem Wetter konnten aber auch dann keine Rennen durchgeführt werden.

Franz Julen, president of the organizing committee, reacts after the women's downhill race on the new ski course "Gran Becca" was cancelled due to strong winds, at the Alpine Skiing FIS ...
Gegen OK-Präsident Franz Julen wird ermittelt.Bild: keystone

Im März folgte dann die grosse Hiobsbotschaft: Der Ski-Weltverband FIS strich die Rennen in Zermatt und Cervinia aus dem Rennkalender, trotz mündlicher Vereinbarung für weitere Austragungen. Kehrt damit nun wieder Ruhe ein um die länderübergreifende Weltcup-Abfahrt?

Nein. Am Mittwoch wurde bekannt, dass gegen OK-Präsident Franz Julen, den Präsidenten der Bergbahnen in Cervinia sowie seinen Vorgänger und einen Baggerfahrer Anklage erhoben wurde. Wie Franceinfo berichtet, hat die Staatsanwaltschaft in Aosta Ermittlungen wegen eines angeblichen Umweltdelikts aufgenommen.

Dabei gehe es konkret um einen 330 Meter langen und acht Meter breiten Graben, der parallel zur Gletscherzunge des Plateau-Rosa-Gletschers auf italienischem Boden ausgehoben worden sei. Dabei soll es sich um eine Verbindungsstrecke zwischen dem Gletscher und der Hauptpiste handeln, die nicht in den Plänen genehmigt worden sei.

Des dameuses et une pelleteuse preparent la piste de ski "Gran Becca" pour la premiere edition de la Coupe du monde de ski alpin a Zermatt/Cervinia entre "Testa Grigia" et "La ...
Bagger und Pistenfahrzeuge präparieren die Rennstrecke in Zermatt und Cervinia (Archivbild Oktober 2023).Bild: keystone

«Wir weisen alle Anschuldigungen zurück und sind der Meinung, dass wir in voller Übereinstimmung mit dem Gesetz gehandelt haben», sagt Corrado Bellora, Anwalt der drei angeklagten Italiener. Der Schweizer OK-Chef Julen äussert sich nicht zum Verfahren. David Taugwalder, Medienchef der Weltcuprennen in Zermatt bestätigte aber gegenüber dem «Blick», dass ein Verfahren laufe. Der Vorwurf, wonach diese Arbeiten unberechtigt durchgeführt worden seien, werde aber «mit Nachdruck bestritten».

Bereits im Vorfeld der Rennwochen im Wallis gab es aufgrund der Bauarbeiten an der Strecken Aufregung. Das OK führte auf der Schweizer Seite Arbeiten ausserhalb der bewilligten Zone des Skigebiets durch, worauf die Walliser Baudirektion die sofortige Einstellung aller Arbeiten auf dem Gletscher anordnete. (abu)

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8 Kommentare
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Auster N
13.06.2024 10:55registriert Januar 2022
Es war wirklich ein Verbrechen. Sehr gut dass Italien jetzt ermittelt. Das hätte eigentlich auch bei uns passieren sollen. Und wie war das Rennen, ach, es fand ja gar nie statt. Zeitverschwendung, Geldverschwendung und ein Klimaverbrechen oben drauf.
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