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Ski: Wendy Holdener feiert Premieren-Sieg mit Party in New York

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Für einmal muss Shiffrin Holdener gratulieren und nicht umgekehrt.Bild: www.imago-images.de

«Ich bin richtig happy» – Holdener feiert Premieren-Sieg mit Party in New York

Das lange Warten hat endlich ein Ende: Wendy Holdener gewinnt nach 30 Podestplätzen zum ersten Mal einen Weltcup-Slalom. Die Schwyzerin siegt im amerikanischen Killington gemeinsam mit der Schwedin Anna Swenn Larsson.
27.11.2022, 22:0627.11.2022, 23:19

Wendy Holdener hatte immer daran geglaubt. Sie wusste, dass dieser Tag einmal kommen wird, ihr Tag, an dem der grosse Traum Wirklichkeit werden wird, an dem sie in einem Weltcup-Slalom schneller sein wird als alle ihre Konkurrentinnen.

Gut, schneller als alle anderen war die Innerschweizerin auch an diesem Sonntag nicht. Ebenso schnell wie die Innerschweizerin war diesmal Anna Swenn Larsson – und zwar auf die Hundertstelsekunde gleich schnell. Die Schwedin siegte im Weltcup zum ersten Mal.

«Ihr seid zuhause wahrscheinlich fast durchgedreht», sagte Holdener im SRF-Interview mit einem Lachen. Dass sie den Sieg mit Swenn Larsson teilen könne, sei eine coole Sache. «Als ich über die Ziellinie kam, sah dass wir gleich schnell in Führung lagen, war ich richtig happy. Der Rest war Zugabe.»

15 Mal Zweite, 15 Mal Dritte

Ihren Triumph wird Holdener im fünf Stunden entfernten New York feiern. Eine Freundin absolviere dort ihr Studium, mit ihr habe sie abgemacht. «Jetzt habe ich noch einen Tag in New York und fliege später nach Hause. Darauf freue ich mich sehr, das habe ich mir verdient.»

Wendy Holdener musste je fünfzehn Mal Zweite und Dritte werden, bis es nun endlich mit dem grossen Wurf klappte – ausgerechnet auf einem Hang, auf dem Mikaela Shiffrin alle fünf bisherigen Weltcup-Slaloms für sich entschieden hatte. Es passierte ausgerechnet in dem Ort, in dessen Nähe die Amerikanerin einst gelebt hatte und zur Schule gegangen war. Die Burke Mountain Academy liegt etwa zwei Autofahrstunden von Killington entfernt.

Alpine Skiing: Audi FIS Killington World Cup - Slalom Nov 27, 2022 Killington, Vermont, USA Mikaela Shiffrin of the United States, left, puts her arms out to hug Wendy Holdener of Switzerland tied 1st ...
Shiffrin ist im Ziel eine der ersten Gratulantinnen.Bild: www.imago-images.de

«Es ist schön, dass die Frage nach dem ersten Sieg und das ewige Warten jetzt Geschichte sind», sagte Holdener. Vielleicht könne sie nun noch gelöster in die kommenden Rennen gehen.

Eine 3549 Tage lange Reise

Shiffrin hatte auch diesmal die Nase vorerst vorne gehabt. Sie führte nach dem ersten Lauf mit 21 Hundertsteln Vorsprung vor Wendy Holdener. Wiederum lag die Schweizerin in Front, als die Amerikanerin als Letzte zum zweiten Durchgang startete. Doch statt des 50. Sieges in einem Weltcup-Slalom blieb der langjährigen Dominatorin in der Endabrechnung hinter der Österreicherin Katharina Truppe und Olympiasiegerin Petra Vlhova aus der Slowakei nur der 5. Platz.

Wendy Holdeners Podestserie im Slalom hatte vor gut neuneinhalb Jahren – oder vor exakt 3549 Tagen – in Ofterschwang begonnen. Im Allgäu hatte sie hinter Tina Maze und vor Shiffrin den 2. Rang belegt. Dass sich die Schwyzerin der Slowenin beugen musste, hatte etwas Logisches, denn es war der Winter der Tina Maze, die in jener Saison im Zenit ihres Schaffens stand und ein Stück Ski-Geschichte schrieb.

Verletzungsfrei durch den Herbst gekommen

Es war aber auch die Saison, in der Mikaela Shiffrin ihre ersten vier Weltcup-Siege feierte. Es war der Beginn einer Rivalität, in der Wendy Holdener im Slalom immer den Kürzeren zog, wenn es zum Duell um den Sieg kam. Elfmal hiess die Reihenfolge an der Spitze nach einem Weltcup-Slalom Shiffrin vor Holdener, ein weiteres Mal auch an den Weltmeisterschaften 2017 in St.Moritz.

Wendy Holdener of Switzerland poses with the gold medal for the Team Event and the gold medal for the Alpine Combined after the Alpine Team Event at the 2019 FIS Alpine Skiing World Championships in A ...
Holdener ist dreifache Weltmeisterin und gewann fünf Olympia-Medaillen, u.a. Team-Gold 2018.Bild: KEYSTONE

In den letzten Jahren sei ihre Vorbereitung nie optimal gewesen, blickte Holdener zurück. «So gut, wie ich jetzt bin, war ich den vergangenen beiden Wintern wahrscheinlich nicht. Die Vorbereitung, meine Erfahrung und dass im Team wieder alles passt, all das hat sich ausgezahlt.»

Auch wenn ihr die vielen «Niederlagen» aufs Gemüt schlugen, Wendy Holdener schöpfte daraus auch Motivation. Seit heute hat sie die Gewissheit, dass sie mit ihrem Denken richtig lag. (ram/sda)

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quelle: keystone / erik johansen
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29 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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SpitaloFatalo
27.11.2022 20:16registriert März 2020
30 Podestplätze ohne Sieg in ein und derselben Disziplin sind Weltrekord. Ganz nüchtern, sachlich und objektiv, quasi wissenschaftlich bewiesen, lässt sich sagen: der verdienteste Weltcupsieg aller Zeiten.
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Cas
27.11.2022 19:58registriert August 2016
Soooo was von verdient!
Da hat Wendy unglaublich viel Geduld bewiesen.
Freue mich riesig für sie 👍
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Teufel
27.11.2022 19:59registriert August 2021
Bravo Bravo Wendy zu deinem ersten Slalomsieg, was haben wir mitgefiebert. Wir wünschen dir viel Erfolg und Gesundheit in diesem Winter.
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