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Zenhäusern deklassiert beim 1. Slalom-Sieg alle, Hirscher denkt an Rücktritt

Slalom, Kranjska Gora
1. Ramon Zenhäusern (SUI) 1:39.54
2. Henrik Kristoffersen (NOR) +1.15
3. Marcel Hirscher (AUT) +1.17
5. Daniel Yule (SUI) +1.52
15. Sandro Simonet (SUI) +2.85
20. Reto Schmidiger (SUI) +3.52
26. Marc Rochat (SUI) +4.22
28. Luca Aerni (SUI) +4.59
29. Noel Von Grünigen (SUI) +5.12

From left, second placed Henrik Kristoffersen of Norway, winner Ramon Zenhaeusern of Switzerland and third placed Marcel Hirscher of Austria celebrate on the podium of an Alpine Skiing World Cup men&# ...
War heute in allen Belangen der Grösste: Ramon Zenhäusern.Bild: AP/AP

Zenhäusern deklassiert beim 1. Slalom-Sieg alle – Hirscher denkt an Rücktritt

Ramon Zenhäusern errang in Kranjska Gora dank einem phänomenalen zweiten Lauf seinen ersten Sieg in einem Weltcup-Slalom. Der Walliser verwies den zur Halbzeit klar führenden Norweger Henrik Kristoffersen um 1,15 Sekunden auf Platz 2.
10.03.2019, 14:1110.03.2019, 16:18

Satte neun Zehntel hatte Zenhäusern nach dem ersten Durchgang als lediglich Siebenter hinter Kristoffersen gelegen. Doch dann legte der 26-Jährige einen Lauf der Superlative hin und holte sich nach seinen beiden Erfolgen in den Parallel-Slaloms von Stockholm den dritten Weltcupsieg seiner Karriere.

«Das isch wirklich en uh hüere Vorsprung. Kei Ahnig wonich da durchgfahre bin.»
Ramon Zenhäusern im SRF-Interview

Auf dem Hang in Kranjska Gora hatte Ramon Zenhäusern schon im letzten Winter überzeugt. Damals hatte er es – kurz nach seinem Gewinn von Olympia-Silber – als Dritter erstmals im Weltcup aufs Slalom-Podest gebracht. Im aktuellen Winter hatte er die Top 3 ein paar Mal knapp verpasst. Vierter war er in Levi und in Schladming, Fünfter in Adelboden und an der WM in Are.

Aber was für eine Schweizer Show war das im zweiten Slalom-Lauf von Kranjska Gora! Mit Ramon Zenhäusern, Sandro Simonet und Reto Schmidiger stellten gleich drei Fahrer von Swiss-Ski die besten Zeiten im zweiten Lauf auf.

Das wunderbare Klassement des 2. Laufes.
Das wunderbare Klassement des 2. Laufes.

Neben Zenhäusern verblassten alle. Daniel Yule, im Dezember Sieger in Madonna, belegte Platz 5. Auf den drittplatzierten Hirscher und damit aufs Podium fehlten dem Unterwalliser 35 Hundertstel. Yule geht aber in der Weltcup-Wertung als Zweiter ins Finale nach Soldeu.

Nicht weniger als 7 der 8 gestarteten Schweizer konnten sich für den zweiten Lauf qualifizieren. Einzig der Walliser Loïc Meillard, der mit einem Innenskifehler ausschied, war im finalen Durchgang nicht mehr dabei. Die übrigen konnten fast alle ein positives Fazit ziehen. Der 23-jährige Bündner Sandro Simonet, der im letzten Winter in Kranjska Gora als Achter sein bestes Weltcup-Resultat realisiert hatte, verbesserte sich vom 25. in den 15. Schlussrang.

epa07426548 Sandro Simonet of Switzerland clears a gate during the first run of the Men's Slalom race at the FIS Alpine Skiing World Cup event in Kranjska Gora, Slovenia, 10 March 2019. EPA/ANTON ...
Sandro Simonet holt hinter Ramon Zenhäusern die zweitbeste Laufzeit. Bild: EPA/EPA

Reto Schmidiger war als 20. so gut klassiert wie noch in keinem Slalom dieses Winters. Marc Rochat, der in allen bisherigen Slaloms der Saison ausgeschieden war, belegte Platz 26 und Noel von Grünigen errang als 29. seine ersten Weltcuppunkte. Einzig Luca Aerni (28.) durfte mit seinem Abschneiden nicht zufrieden sein.

Hirscher lobt Zenhäusern und denkt über Rücktritt nach

Marcel Hirscher holte sich dank einem dritten Platz bereits vorzeitig zum achten Mal in Serie den Gesamtweltcup.

«Ich weiss noch nicht, ob ich weitermache. Manche Stimmen in mir sagen Nein, aus, fertig»
Marcel Hirscher

Im SRF-Interview nach dem Rennen sagte der 30-jährige Österreicher: «Diese acht Kugeln sind der grösste Erfolg in meiner Karriere.» Darauf angesprochen, dass es Stimmen gebe, dass er nun über einen Rücktritt nachdenke, sagte Hirscher: «Ich weiss noch nicht, ob ich weitermache. Manche Stimmen in mir sagen ‹Nein, aus, fertig›, andere ‹Logisch, paar Jahre gehen noch›. Es ist meine grösste Leidenschaft, es ist mein Leben. Ich werde mich nicht entscheiden können, bis mich jemand dazu zwingt.»

Auf die Leistung von Ramon Zenhäusern angesprochen, sagte der Österreicher: «Ich kann nur den Hut ziehen. Es war ein Wahnsinn, was der Zenhäusern da geboten hat, wirklich sehr beeindruckend.»

(zap/sda)

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