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Marcel Koller wird an einer Pressekonferenz als neuer Trainer des FC Basel 1893 vorgestellt in Basel am Donnerstag, 2. August 2018. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Nicht zu Scherzen aufgelegt – Marcel Koller blieb bei seinem ersten Auftritt als FCB-Trainer sachlich. Bild: KEYSTONE

Koller als FCB-Trainer vorgestellt: «Ziel ist, dass der Kübel zurück nach Basel kommt»

Wie es sich seit Tagen abgezeichnet hat, wird Marcel Koller Cheftrainer des FC Basel. Der Ur-Zürcher und langjährige GC-Spieler tritt die Nachfolge des vor einer Woche entlassenen Raphael Wicky an.



Koller einigte sich mit dem FCB auf einen Zweijahresvertrag. Der 57-jährige Zürcher nimmt seine Arbeit beim 20-fachen Schweizer Meister per sofort auf. Assistiert wird der frühere Nationalcoach Österreichs von Thomas Janeschitz und Carlos Bernegger. Bernegger wirkte bis im August 2017 als Cheftrainer bei den Grasshoppers. Mit Janeschitz arbeitete Koller bereits im ÖFB-Staff zusammen.

Sein Debüt als FCB-Trainer erlebt Koller am Samstag ausgerechnet im Heimspiel gegen die Grasshoppers, die er als Trainer 2003 zu deren letztem Meistertitel geführt hat. Alex Frei, der die Basler zuletzt interimistisch betreut hat, wird wieder mit der Führung der U18-Mannschaft der FCB betraut sein.

Austria' coach Marcel Koller waits for the start of the World Cup Group D qualifying soccer match at the Ernst Happel Stadium in Vienna, Austria, Thursday, Oct. 6, 2016. (AP Photo/Ronald Zak)

Koller zu seiner Zeit als Nationaltrainer Österreichs. Bild: AP/AP

Koller ist ein Mann mit internationaler Erfahrung und passt deshalb gut ins Anforderungsprofil der Basler Klubführung. Zuletzt betreute er von November 2011 bis Oktober 2017 die österreichische Nationalmannschaft, die sich unter seiner Führung 2016 erstmals auf sportlichem Weg für eine EM-Endrunde qualifizierte. Zuvor war Koller als Klubtrainer in der deutschen Bundesliga tätig. Zwischen 2003 und 2004 stand er beim 1. FC Köln an der Seitenlinie, 2006 schaffte er mit dem VfL Bochum den Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Vor seinen Engagements im Ausland wurde Koller 2000 mit St. Gallen und drei Jahre später mit den Grasshoppers Schweizer Meister. Jetzt nimmt der Schweizer Trainer des Jahres 2015 erstmals seit 15 Jahren wieder einen Trainerjob in seiner Heimat an.

Der neue Trainer des VFL Bochum, der Schweizer Marcel Koller, rechts, wird von Praesident Werner Altegoer, links, bei einer Pressekonferenz am Montag, 23. Mai 2005, in Bochum vorgestellt. Koller wird Nachfolger von Peter Neururer, der nach dem Abstieg des VFL Bochum in die zweite Bundesliga sein Amt aufgegeben hatte. (KEYSTONE/AP Photo/Martin Meissner)

Am 23. Mai 2005 wird Marcel Koller als neuer Bochum-Trainer vorgestellt. Bild: AP

Unter dem erfahrenen Marcel Koller müssen die Basler schnellstmöglich in die Erfolgsspur zurückfinden. Mit Jungtrainer Wicky verpasste der FCB in der letzten Saison erstmals seit acht Jahren den Meistertitel. Im Cup war zudem bereits im Halbfinal Endstation. Auch der Start in die neue Saison verlief für den Serienmeister nicht wunschgemäss. Nach der Heimniederlage gegen St. Gallen zum Meisterschaftsauftakt und dem mageren 1:1 beim Aufsteiger Neuchâtel Xamax folgte am Mittwoch gegen PAOK Saloniki das ernüchternde Ausscheiden in der 2. Qualifikationsrunde zur Champions League.

Kollers Entzug beendet

Vor gut neun Jahren trainierte Koller – in Bochum – letztmals ein Klubteam. «Ich bin ein Fussballverrückter», sagte er an der Medienkonferenz am Donnerstag in Basel. «Als die WM kam, begann es mich wieder zu brennen. Ich habe das tägliche Training, die tägliche Arbeit mit der Mannschaft wirklich vermisst. Aber jetzt ist dieser Entzug vorbei.»

«Es war eindeutig, dass wir einen Trainer brauchen, der Erfahrung und einen sehr guten Leistungsausweis mitbringt. Bei Marcel Koller ist beides vorhanden.»

Sportchef Marco Streller

Der Wiedereinstieg als Vereinstrainer freut den Zürcher doppelt, weil der FC Basel ein Topverein in der Schweiz sei und sehr gute Möglichkeiten habe. Über die letzte, aus Basler Sicht vor allem im nationalen Geschäft missratene Saison verlor Koller keine Worte. «Wichtig ist, dass wir jetzt nach vorn schauen und dass wir zum Ziel haben, den Kübel wieder nach Basel zu holen.»

Koller erfüllt wichtigste Kriterien

Sportdirektor Marco Streller zeigte sich vor den Medien sehr erleichtert darüber, dass der Klub relativ rasch mit Koller einig wurde. «Es war eindeutig, dass wir einen Trainer brauchen, der Erfahrung und einen sehr guten Leistungsausweis mitbringt. Bei Marcel Koller ist beides vorhanden», sagte Streller.

Koller wie Streller wissen, dass es keine Angewöhnungszeit gibt. Der abhanden gekommene Erfolg muss sich sofort wieder einstellen. Ein Trainer müsse mit solchen Zwängen umgehen können, sagte Koller, der auch darauf aufmerksam machte, dass der FCB es immer noch in der Hand hat, in eine europäische Gruppenphase zu kommen. Es würde in der Europa League ein paar Fränkli weniger geben, dennoch sei es ein attraktives Ziel, dorthin zu kommen. (sda)

Hier gibt's den Liveticker der Pressekonferenz zum Nachlesen:

Ticker: 02.08.18: FCB-Pressekonferenz mit Trainer Marcel Koller

Die Karriere von Marcel Koller

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    Alle Leser-Kommentare
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 02.08.2018 19:26
    Highlight Highlight Ich erwähne gerne bei dem Namen das Jahr 2000 ^.^
  • w'ever 02.08.2018 18:33
    Highlight Highlight hätte koller nicht auf ein besseres angebot, wie zbsp aus der BuLi warten können?
    und sollte der anspruch von basel nicht grösser sein, als nur den schweizer meister titel zu holen?
    • Jol Bear 02.08.2018 19:44
      Highlight Highlight Die CH-Liga ist zu klein und unattraktiv, um langfristig immer das Ziel Championsleague zu haben. Überdurchschnittlich gute Spieler werden immer abwandern und es gibt keine Garantie, dass aus günstig eingekauften Talenten oder Nachwuchsspielern Topstars werden. Also, in CH immer vorne mit danei sein und ab und zu ein Exploit in EL oder CL ist bereits ein hoch angesetztes Ziel.
  • Switch_on 02.08.2018 18:12
    Highlight Highlight Es spielt keine Rolle wer Trainer ist (oder Sportchef) solange der Präsident an der Macht ist.

    Burgener muss weg.

    Immerhin kann sich so die restliche Schweiz freuen...
  • Barracuda 02.08.2018 17:53
    Highlight Highlight Da haben sich die Ewiggestrigen Leuchten von rotblauapp schwach rausgeredet. Das war definitiv nicht nur als Scherz vorgesehen. Oder haben Basler tatsächlich dermassen tiefe Ansprüche an Humor?
  • Ranfield 02.08.2018 16:52
    Highlight Highlight Schon wieder muss es ein Zürcher richten in Basel. Aus Basel heisst es immer, wir sind die einzige wahre Fussballstadt der Schweiz. aber ohne Zürcher geht in Basel nix bzw. ohne ex-Hoppers geht in Basel nichts!
    • Triumvir 02.08.2018 17:42
      Highlight Highlight Mimimimi - in der Schweiz wollen halt alle zum einzigartigen FCB 😎💪😁deal with it 🤗😄
  • Burkis 02.08.2018 16:47
    Highlight Highlight Die Verpflichtung von Koller beim FCB zeigt einmal mehr die Unfähigkeit der heutigen GC Führung die Identifikationsfiguren aus glorreichen Zeiten im Verein einzubinden. Schade Mäse, mit Leuten wie dir würden wir heute ein anderes GC sehen.
  • Loe 02.08.2018 15:41
    Highlight Highlight Das Plakat zu Fischer hing nicht vor der MK, sondern vor dem Sektor A.
    Ist an dieser Stelle ja aber eh nicht relevant. Nur als Hinweis.
  • Tenno 02.08.2018 15:27
    Highlight Highlight GC Basel
  • DerRaucher 02.08.2018 15:26
    Highlight Highlight Wann wird die Fanfreundschaft zwischen Basel und GC eigentlich endlich offiziell gemacht? Die angebliche Rivalität existiert schon ewig nicht mehr.
    • derEchteElch 02.08.2018 19:29
      Highlight Highlight Also, ich als echter Basel Fan und Vereinsmitglied (@Mia) mochte den GCZ schon immer. Viel sympatischer als dieser komische FCZ.
  • mrgoku 02.08.2018 15:21
    Highlight Highlight Da gibt's nichts mehr zu sagen als: lol.
  • Bert der Geologe 02.08.2018 15:19
    Highlight Highlight Nun hat Basel den Koller gekriegt.
  • satyros 02.08.2018 14:55
    Highlight Highlight Streller: "Wie die Rollen genau aussehen, müssen wir noch definieren" Ich dachte immer, solche Dinge regelt man, bevor man einen neuen Trainer anstellt.
  • mikel 02.08.2018 14:40
    Highlight Highlight Ich glaube, der Koller hat sich da ein ganz schönes Ei gelegt...
    • Ulmo Ocin 02.08.2018 14:50
      Highlight Highlight Oder vielleicht erlaubt er sich ein Spässchen und versenkt den FCB ;)
    • c0rnfl4ke 02.08.2018 14:53
      Highlight Highlight Wieso denn? Erstens wird er sicherlich fürstlich entlöhnt. Zweitens öffnet sich für ihn im Falle des Erfolges Tür und Tor in weitaus besseren Ligen, während bei einem Scheitern vor allem Sportchef & Verwaltungsrat schuld wären.
    • TanookiStormtrooper 02.08.2018 15:14
      Highlight Highlight Der FCB musste verzweifelt nach einem Trainer suchen und zwar zu einem ziemlich ungünstigen Zeitpunkt in der Saison. Koller war bei den Verhandlungen also am längeren Hebel. Der wird schon darauf geachtet haben, dass es sich für ihn lohnt.
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Kommentar

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