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Ski: Wie gut fährt Hirscher bei seinem Comeback? Das sagen Experten

FILE - Austria's Marcel Hirscher celebrates on the podium after winning an alpine ski, men's World Cup slalom in Zagreb, Croatia, Sunday, Jan. 6, 2019. Marcel Hirscher, one of the most succe ...
Macht sich Hirscher beim Comeback gleich wieder zum Ski-König?Bild: keystone

«Bis Weihnachten an der Spitze» – das sagen die Experten zum Hirscher-Comeback

Marcel Hirscher kehrt auf die kommende Saison in den Skizirkus zurück. Aber wie gut wird der Neo-Holländer sein? Das sagen Experten, Ski-Legenden und frühere Rivalen.
25.04.2024, 09:5925.04.2024, 12:45
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Es ist eines der überraschendsten Comebacks der Skigeschichte: Marcel Hirscher kehrt auf die Rennpisten zurück – für die Niederlande, nicht für Österreich.

Natürlich lassen da grosse Reaktionen nicht auf sich warten. Die österreichische Presse zeigt sich einigermassen gefasst, dass ihr erfolgreichster Skifahrer künftig für ein anderes Land in den Starthäusern steht. «Hirscher geht …», titelt die «Kronen Zeitung» und schreibt von einer «Sensation zum Ärger vieler Österreicher». Von einem «positiven Echo auf das Hirscher-Comeback» berichtet das öffentlich-rechtliche Fernsehen ORF.

Doch eine Frage interessiert bei unseren östlichen Nachbarn wie bei uns natürlich ganz besonders: Wie gut wird Marcel Hirscher bei seinem Comeback sein? Kann der 35-Jährige tatsächlich noch mit der Weltspitze mithalten? Da gehen die Meinungen auseinander. Der 46-fache Weltcupsieger Marc Girardelli ist optimistisch. In einer Kolumne für die österreichische Newsplattform heute.at schreibt er: «Meine Prognose ist klar: Zu Weihnachten steht Marcel im Slalom und im Riesenslalom in der Top-Gruppe und zählt zu den Besten.»

Der Österreicher, der seinerseits selbst für Luxemburg an den Start gegangen ist, begründet seine Prognose so: «Marcel war nie ganz weg. Er hat auf der Reiteralm ständig trainiert, dabei neuestes Material getestet und ist topfit.» Und Girardelli führt auch viel Drama-Potenzial für die neue Saison an. Fiebern die Österreicher künftig mit Neo-Holländer Hirscher oder doch mit Marco Schwarz mit? Und was, wenn Henrik Kristoffersen auf dem Hirscher-Ski von seinem Chef gedemütigt wird? Nur eines sei sicher: «Die TV-Quoten in den heimischen Wohnzimmern werden explodieren.»

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Marcel Hirscher erhält an der Ski-WM 2017 in St.Moritz Gratulationen von Bernhard Russi.Bild: KEYSTONE

Auch der frühere SRF-Experte Bernhard Russi hat Vertrauen in Marcel Hirscher. In einer Kolumne beim Blick schreibt der Weltmeister und Olympiasieger: «Wer Hirscher kennt, weiss, dass er nicht nur mitfahren will. Sein Comeback ist eine spezifische Kampfansage.» Der Kampf soll im Riesenslalom stattfinden, wo es genügend Platz zwischen Odermatt und dem Rest der Konkurrenz gebe. Auch Russi ist sich sicher: «Spätestens im Riesenslalom von Adelboden wird Hischer ganz vorne dabei sein.»

Skeptischer ist der 75-Jährige bei Hirschers Erfolgschancen im Slalom. Dort fehle dem Österreicher mittlerweile die Spritzigkeit, um den Sprung ganz nach vorne zu schaffen. Keine Sorgen um den Fitness-Zustand des einstigen Weltcup-Dominators macht sich Didier Cuche. Gegenüber dem Tages-Anzeiger sagt er: «Ich denke, 70 oder gar 80 Prozent seiner früheren Fitness hat Hirscher behalten, den Rest wird er in diesem Sommer aufholen.»

Eher zurückhaltend optimistisch gibt sich Ski-Experte Alexander Hofstetter von der Kronen Zeitung, der insbesondere Hirschers veränderte Lebensumstände als Grund anführt: «Zwei Kinder, zwei Hunde, zwei Firmen. Einen Hirscher, der gnadenlos alles seiner Leistung unterordnet, wird und kann es nicht mehr geben.»

Hofstetter sagt, dass es auch für Erfolge bei den FIS-Rennen in Neuseeland keine Garantie gebe: «Hirscher wird zunächst mit hohen Startnummern ins Rennen gehen, bei Pistenbedingungen, die selbst für einen Ausnahmekönner wie ihn kein Honigschlecken sind.» Und der Journalist bringt die Frage aller Fragen ins Spiel: Beschmutzt Hirscher, falls das Comeback schiefgehen sollte, seine grandiose Karriere? Auch die Kleine Zeitung sorgt sich und warnt: «Eine Einbahnstrasse Richtung Erfolg wird das nicht werden, nicht einmal Hirscher kann die Zeit zurückdrehen und nahtlos dort anschliessen, wo er aufgehört hat.»

Third placed Felix Neureuther of Germany, left, and second placed Marcel Hirscher of Austria, are pictured the men's Giant Slalom race of the FIS Alpine Ski World Cup season on the Rettenbach gla ...
Bild: KEYSTONE

Felix Neureuther, einst Hirschers Rivale im Weltcup und mittlerweile TV-Experte bei der deutschen ARD, freut sich über das geplante Comeback. Er sagt aber auch: «Ich glaube – und das sieht er auch so –, dass man die Erwartungshaltung nach unten schrauben muss. Das braucht Zeit. Aber wenn einer überraschen kann, dann definitiv er.»

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