Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
South Korea's Hyeon Chung poses for a photo with supporters at the Australian Open tennis championships in Melbourne, Australia, Thursday, Jan. 25, 2018. Chung will play Switzerland's Roger Federer in a men's singles semifinal in Melbourne on Friday Jan. 26. (Fiona Hamilton/Tennis Australia via AP)

Hyeon Chung: Vor dem grössten Spiel seiner bisherigen Karriere hat er noch Zeit für eine Fotosession. Bild: AP/Tennis Australia

Die wortkarge Ballwand – das ist Federers Halbfinal-Gegner Chung

Hyeon Chung bestätigte den Sieg gegen Novak Djokovic und trifft in den Halbfinals der Australian Open auf Roger Federer. Der erst 21-jährige Südkoreaner ist der Erste aus seinem Land, der in einem Grand-Slam-Halbfinal steht. Mit den englischen Interviews dagegen hapert es noch.

simon häring, melbourne



Immer wieder wanderte sein Blick hilfesuchend zur Seite. Dorthin, wo sein Trainer Neville Goodwin stand, ein Südafrikaner und damit englischer Muttersprache. So stilsicher Chung zuvor in den Viertelfinals gegen den fast noch überraschenderen Amerikaner Tennys Sandgren (26) gewirkt hatte, so verloren schien er zuweilen, als er danach sich und seinen Erfolg erklären sollte.

Seine Antworten waren kurz und beim Versuch, die Welt des 21-Jährigen zu verstehen, wenig hilfreich. Auch der sonst so gewitzte Jim Courier biss sich an dieser Aufgabe die Zähne aus.

Also überliess er dem Koreaner nach dessen Halbfinal-Einzug auf dem Platz wieder kurzerhand das Mikrofon, damit dieser seine Landsleute in der Muttersprache grüssen konnte. Mutter Kim formte auf der Tribüne mit den Händen ein Herz.

Es war so etwas wie der emotionale Höhepunkt des Nachmittags. Und das Publikum tobte. Nun ist es nicht so, dass Chung wortkarg wäre. Auf Koreanisch fühlt er sich wohler. Sein Englisch ist schlicht zu bescheiden. «I working on that, the interview first! I studying interview», sagte er darauf angesprochen – und falsch.

Djokovic als Vorbild

Doch viel wichtiger ist, was Chung bei den Australian Open auf dem Platz zeigt: Es erinnert in vielerlei Hinsicht an Novak Djokovic, den serbischen Rekordsieger bei diesem Turnier, den er in den Achtelfinals in drei Sätzen ausgeschaltet hatte. Zuvor schon hatte er mit Alexander Zverev (20) einen Anwärter auf den Titel bezwungen. Zverev sagte danach: «Das Ranking lügt.»

«Das Ranking lügt.»

Alexander Zverev über Chungs Platzierung

Chung wird derzeit auf Rang 58 geführt. Sein bisher grösster Erfolg war der Sieg im sogenannten Baby-Masters im November, dem Jahresfinal der besten acht Spieler unter 21 Jahren. An den vier Grand-Slam-Turnieren war Chung bisher nie über die dritte Runde hinausgekommen.

Die besten Bilder des Australian Open 2018

Sein Spiel lebt weniger von spektakulären Schlägen als von Athletik, Präzision und Laufstärke. Wie Novak Djokovic, der sein Vorbild ist, zermürbt Chung seine Gegner mit seiner penetranten Unerbittlichkeit. «Er war wie eine Wand», sagte der Serbe.

Der grösste Hoffnungsträger von allen

Am Montag zeigte Chung, dass er sich von der Grundlinie schon jetzt ähnlich gut verteidigt. Es war beeindruckend, wie viele Bälle er noch erreichte. Und vor allem, was er aus diesen Bällen machte. Lobende Worte fand auch Roger Federer, der sein nächster Gegner ist. «Es erinnert mich an Novak, wie er in der Defensive spielt. Das ist schon beeindruckend», sagte Federer, der am Freitag erstmals auf Chung trifft.

Mit der Brille, dem wuscheligen Haar, der Zahnspange und dem vernarbten Gesicht wirkt Chung nicht wie das Aushängeschild einer neuen Generation. Dabei ist er der grösste Hoffnungsträger von allen; grösser als Zverev, grösser als Kyrgios. Denn Asien ist der wichtigste Wachstumsmarkt. Ein Blick auf Chungs Sponsoren bestätigt das: IMG, Samsung, Rado, Yonex – es sind alles Marken mit Weltruf.

South Korea's Chung Hyeon kneels on the court as he celebrates after defeating Serbia's Novak Djokovic at the Australian Open tennis championships in Melbourne, Australia, Monday, Jan. 22, 2018. (AP Photo/Vincent Thian)

Hyeon Chung nach dem Sieg gegen Novak Djokovic. Bild: AP/AP

Ein Spielball der Interessen

Auch sie haben erkannt, wie gross das Potenzial Chungs ist – auf dem Platz, aber eben auch daneben. Vielleicht wollen sie etwas aus ihm machen, das er gar nicht sein will. Bisher mied Chung Twitter. Gestern eröffnete er – oder das Management – ein Profil. Er selber macht nicht den Eindruck, viel über diese Dinge nachdenken zu wollen, und sagt: «Ich will einfach nur Tennis spielen.»

Gegen diese Spieler hat Federer noch eine weisse Weste

Wawrinka beisst sich im Quiz über sich selbst die Zähne aus

abspielen

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

«Wales. Golf. Madrid» – Bale provoziert mit Fahnen-Jubel seinen Abgang bei Real

Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

Link zum Artikel

Warten auf Bolton – warum der Erfolg des Impeachments nur über ihn geht

Link zum Artikel

Die nächste Generation steht bereit – unsere U21 schlägt Nachwuchs-Gigant Frankreich

Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

Link zum Artikel

Easyjet-Europachef übt Kritik an Öko-Politik: «Flugsteuern machen keinen Sinn!»

Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

Link zum Artikel

Mustang wird zur grauen Maus (und weitere grauenhafte Relaunches der Auto-Geschichte)

Link zum Artikel

Sex on the Beach? Bitch, please! Auf und Ab im «Bachelor», Folge 5

Link zum Artikel

Schnelles Denken, langsames Denken: Hast du dein Gehirn im Griff?

Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

Link zum Artikel

«Wir wollen eine Alternative bieten» – in Lausanne produzieren sie «Fairtrade»-Porno

Link zum Artikel

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

«Wales. Golf. Madrid» – Bale provoziert mit Fahnen-Jubel seinen Abgang bei Real

7
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

48
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

46
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

141
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

95
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

Warten auf Bolton – warum der Erfolg des Impeachments nur über ihn geht

55
Link zum Artikel

Die nächste Generation steht bereit – unsere U21 schlägt Nachwuchs-Gigant Frankreich

28
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

107
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

167
Link zum Artikel

Easyjet-Europachef übt Kritik an Öko-Politik: «Flugsteuern machen keinen Sinn!»

44
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Mustang wird zur grauen Maus (und weitere grauenhafte Relaunches der Auto-Geschichte)

159
Link zum Artikel

Sex on the Beach? Bitch, please! Auf und Ab im «Bachelor», Folge 5

23
Link zum Artikel

Schnelles Denken, langsames Denken: Hast du dein Gehirn im Griff?

105
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

«Wir wollen eine Alternative bieten» – in Lausanne produzieren sie «Fairtrade»-Porno

112
Link zum Artikel

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

84
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

219
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

«Wales. Golf. Madrid» – Bale provoziert mit Fahnen-Jubel seinen Abgang bei Real

7
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

48
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

46
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

141
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

95
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

Warten auf Bolton – warum der Erfolg des Impeachments nur über ihn geht

55
Link zum Artikel

Die nächste Generation steht bereit – unsere U21 schlägt Nachwuchs-Gigant Frankreich

28
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

107
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

167
Link zum Artikel

Easyjet-Europachef übt Kritik an Öko-Politik: «Flugsteuern machen keinen Sinn!»

44
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Mustang wird zur grauen Maus (und weitere grauenhafte Relaunches der Auto-Geschichte)

159
Link zum Artikel

Sex on the Beach? Bitch, please! Auf und Ab im «Bachelor», Folge 5

23
Link zum Artikel

Schnelles Denken, langsames Denken: Hast du dein Gehirn im Griff?

105
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

«Wir wollen eine Alternative bieten» – in Lausanne produzieren sie «Fairtrade»-Porno

112
Link zum Artikel

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

84
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

219
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pasch 26.01.2018 00:03
    Highlight Highlight Federer die letzte Bastion der SRG... der geht nicht verloren keine Sorge 😉
  • Luca Brasi 25.01.2018 21:28
    Highlight Highlight Was ich nicht verstehe. Wenn Jim Courier ein Interview mit ihm machen will, wieso holt man nicht einfach jemanden, der koreanisch kann. In Australien gibt es doch viele Asiaten, die das könnten. Aber nein, alle Spieler müssen ja englisch können.

    Zverev hat übrigens recht. Das Ranking setzt ihn selbst viel zu hoch an, aber das korrigiert sich zum Glück nach einem Grand Slam.
    • wischimoppi 26.01.2018 01:41
      Highlight Highlight Ich glaube nicht dass zverev zu hoch gesetzt wird. er hat immerhin schon einige turniere gewonnen und sich einen guten ruf erarbeitet. es gibt aber sicher einige spieler, die viel zu niedrig gesetzt werden.
    • Mia_san_mia 26.01.2018 05:44
      Highlight Highlight Haha das mit Zverev hast Du gut gesagt 😜

«Love is in the air» – Tenniswelt feiert die «Bromance» zwischen Federer und Nadal

Das Team Europe gewinnt auch die dritte Austragung des Laver Cups. Das von Björn Borg gecoachte Team setzte sich in der Genfer Palexpo-Halle gegen das Team World dank Siegen in den letzten beiden Einzeln mit 13:11 durch.

Einmal mehr war das Augenmerk auf die beiden GOAT des Tennis gerichtet: Roger Federer und Rafael Nadal haben an diesem Wochenende das nächste Kapitel in ihrer «Bromance» geschrieben, aber seht selbst.

(zap)

Artikel lesen
Link zum Artikel