Sport
Tennis

Schweizer Tennistalent Mika Brunold outet sich als schwul

Switzerland's Mika Brunold serves a ball to USA's Reilly Opelka during their qualifying match at the Swiss Indoors tennis tournament at the St. Jakobshalle in Basel, Switzerland, on Saturday ...
Mika Brunold bei einem Einsatz in Basel.Bild: keystone

«In einer idealen Welt braucht es das nicht»: Schweizer Tennis-Talent Brunold outet sich

30.11.2025, 15:0630.11.2025, 17:16

Der Schweizer Tennisprofi Mika Brunold hat auf Social Media sein Coming Out gegeben. «Es ist Zeit für mich, mich zu öffnen und euch zu sagen, dass ich schwul bin», so der 21-Jährige.

Brunold schreibt dazu, dass er während seiner Karriere gelernt habe, dass es für Erfolg auf dem Court nicht nur physische Fähigkeiten brauche. So sei es auch wichtig, sich selbst kennenzulernen und sich treu zu bleiben. «Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich über das sprechen will», schreibt der gebürtige Winterthurer. Es sei nicht immer einfach gewesen, so Brunold. Er wolle aber nicht so tun, als sei er jemand, der er nicht ist.

In seinem Post führt Brunold auch die Unsicherheit in seinem Leben aus, welche Homosexualität nach wie vor mit sich bringt:

«Schwul zu sein bedeutet nicht nur, jemanden mit dem gleichen Geschlecht zu lieben. Man muss sich auch mit Dingen beschäftigen, die andere nicht kennen: Sorgen, dass man nicht akzeptiert wird. Druck, dass man schweigen muss. Das Gefühl, dass man anders ist.»

Er sei mit der Zeit aber gewachsen, schreibt Brunold. Heute sei er deshalb stolz auf die Person, die er ist. Mit seinem Coming Out wolle er nicht sich selbst ins Rampenlicht stellen, sondern auf das nach wie vor oft verdrängte Thema in der Sportwelt aufmerksam machen. «In einer idealen Welt sollte es gar kein Coming Out mehr geben», so das Tennis-Talent.

Tatsächlich ist Homosexualität im Tennis, vor allem bei den Männern, nach wie vor ein Tabu-Thema. Erst im Januar outete sich mit dem Brasilianer Joao Lucas Reis da Silva erstmals ein aktiver Profi als schwul.

Für sein Outing erhält Brunold in den sozialen Medien überwiegend positive Reaktionen. Die ehemalige Weltranglistenerste Kim Clijsters kommentierte ein Herz, auch die Schweizer Profis Leandro Riedi, Viktorija Golubic und Conny Perrin sowie die deutsche Spielerin Eva Lys drückten auf Instagram ihre Solidarität aus.

Mika Brunold ist derzeit die Nummer 307 der Weltrangliste und damit der sechstbeste Schweizer Tennisspieler. Im Oktober sorgte er beim ATP-Turnier in Basel für Aufsehen, als er den US-amerikanischen Ex-Top-20-Spieler Reilly Opelka in der Qualifikation an den Rand einer Niederlage brachte. (dab)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
56 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
GhostOfChristopherHitchens
30.11.2025 16:12registriert November 2021
Wie Brunold selber schreibt: In einer idealen Welt braucht es gar kein "coming out". Was kümmern sich fremde Menschen um die Sexualität anderer?!
644
Melden
Zum Kommentar
avatar
Janster
30.11.2025 17:16registriert März 2021
Normalität ist dann erreicht wenn so eine Meldung keine mehr ist....
576
Melden
Zum Kommentar
avatar
Lupo Thunder
30.11.2025 17:46registriert Oktober 2024
Sehr gut. Steh zu dir...und wie du bist! ❤️🙏
4311
Melden
Zum Kommentar
56
«Habe seinen Knochen gesehen» – Shorttracker erleidet Horror-Verletzung
Kurz vor den Olympischen Winterspielen im eigenen Land zieht sich der italienische Shorttrack-Profi Lorenzo Previtali eine heftige Verletzung zu. Es gibt dennoch Entwarnung.
Ein schwerer Unfall hat den Halbfinal über 1500 Meter bei der Shorttrack-EM im niederländischen Tilburg überschattet. Der Italiener Lorenzo Previtali verlor das Gleichgewicht, rutschte in die Bande und wurde von der Kufe eines anderen Läufers am rechten Bein getroffen. Die Verletzung war so schwer, dass umgehende medizinische Massnahmen eingeleitet wurden.
Zur Story