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Giulia Steingruber gratuliert Federer zum Sieg: «Ich hatte Gänsehaut am ganzen Körper»

Das Comeback von Roger Federer bewegt die Welt. In dieser Woche erweisen verschiedene Schweizer Sport-Stars mit einem persönlichen Schreiben in der «Nordwestschweiz» King Roger die Ehre. Heute: Kunstturnerin Giulia Steingruber.

Giulia Steingruber / Nordwestschweiz



steingruber gratuliert federer (nordwestschweiz)

Giulia Steingruber gratuliert Roger Federer zum Sieg der Australian Open. © Nordwestschweiz

Was habe ich Nerven gebraucht wegen dir! So etwas Spannendes habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Ich bin noch immer überwältigt! Jeden einzelnen Ballwechsel habe ich auf dem Sofa verfolgt. Und am Schluss, als alles vorbei war, hatte ich Gänsehaut am ganzen Körper. Ich habe mit einer Freundin Jubelschreie ausgestossen. Die Emotionen haben uns richtig übermannt. Was für ein peRFekter Sonntag. So eine Rückkehr nach einem halben Jahr Pause – gibt es überhaupt einen grösseren Sieg? Dazu gratuliere ich dir von ganzem Herzen!

Dass du deinen Triumph ausgerechnet in Australien feiern durftest, machte meine Freude noch ein bisschen grösser. Sechs Wochen lang habe ich Ende des Jahres in «Down Under» verbracht. In Melbourne war ich leider nur am Flughafen. Trotzdem: So manche schöne Erinnerung hat sich wieder in meinem Gedächtnis festgebissen, während ich deinen Weg am Turnier verfolgte. Du kannst dir vorstellen, dass ich gleich wieder ein bisschen «Heimweh» bekommen habe ...

Die Turnerin Julia Steingruber auf dem roten Teppich bei den Credit Suisse Sports Awards in Zuerich am Sonntag, 14. Dezember 2014.  (KEYSTONE/Walter Bieri)

Julia Steingruber: «Was für ein peRFekter Sonntag!» Bild: KEYSTONE

Jeder Ausländer setzt die Schweiz mittlerweile mit Federer gleich. Wenn ich erzähle, wo ich herkomme, heisst es: «Ach so, aus der Schweiz, klar, Federer & Matterhorn!» Du kommst an erster Stelle. Und wie du das verdient hast. Es könnte sich jeder Sportler der Welt etwas von deiner Bodenständigkeit und deiner Persönlichkeit abschneiden.

Ich werde nie mehr im Leben vergessen, wie du mich nach den Olympischen Spielen 2012 in London aufgebaut hast. Es waren meine ersten Spiele – und vieles lief nicht so, wie ich mir das erhofft hatte. Es waren schwierige Momente für mich als junge Athletin. Im Tennisturnier hast du die Silbermedaille geholt. Danach haben wir uns getroffen. Und du hast mir unendlich imponiert. Deine aufbauenden Worte dienen mir auch heute noch in vielen Momenten als Inspiration und Motivation.

Wenn ich daran denke, dass du mit 35 Jahren immer noch auf dem Zenit spielen kannst, kann ich nur sagen: Wow! Ich kann mir das jedenfalls überhaupt nicht vorstellen. Irgendwann hat man doch einfach mal genug, nicht? Es ist wunderbar, zu sehen, wie du noch immer und immer wieder von neuem eine unglaubliche Leidenschaft und Freude für den Tennis-Sport zeigst. Wobei ich zugeben muss, Tennis ist halt schon ziemlich cool. Seit einiger Zeit ist meine ganze Familie recht angefressen. Die Eltern spielen im Club und ich selber schlage auch ab und an ein paar Bälle. Mein Ballgefühl? Lassen wir das besser ...

Giulia Steingruber (aargauerzeitung.ch)

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