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ATP-Finals in London, Halbfinals
Zverev – Federer 7:5 7:6
Djokovic – Anderson 6:2 6:2
Kein 100. Turniersieg – Federer muss bei den ATP-Finals vorzeitig die Segel streichen.
Kein 100. Turniersieg – Federer muss bei den ATP-Finals vorzeitig die Segel streichen.
Bild: AP/AP

Federer scheitert im Masters-Halbfinal an Zverev – zu reden gab vor allem eine Szene

17.11.2018, 22:28

Roger Federer (ATP 3) ist im Halbfinal der ATP Finals in London gescheitert. Der 37-jährige Baselbieter unterlag dem Deutschen Alexander Zverev (ATP 5) trotz harter Gegenwehr mit 5:7, 6:7 (5:7).

Zverev trifft am Sonntag im Final auf  Novak Djokovic, der Kevin Anderson im zweiten Halbfinal bei seinem 6:2, 6:2-Erfolg kein Chance liess. Rekordsieger Federer gewann den letzten seiner bislang sechs Titel an den ATP Finals 2011. Bereits im letzten Jahr war er im Halbfinal ausgeschieden, damals gegen den Belgier David Goffin.

Das Ende war reichlich kurios. Beim Stand von 4:3 für Federer im Tiebreak fiel einem Ballkind der Ball aus der Hand, so dass der Punkt, in dem Federer in einer guten Position war, wiederholt werden musste. Zverev erhielt reglementsgemäss nochmals einen ersten Aufschlag – und schlug ein Ass. Der Deutsche gewann auch die nächsten zwei Punkte und nutzte nach 1:35 Stunden seinen zweiten Matchball mit einem Volley.

Die Szene des Spiels

Zverev entschuldigt sich

In der Folge wurde Zverev, den keinerlei Schuld traf, immer wieder ausgebuht. Auch auf dem Weg zum Siegerinterview setzte es von einem Grossteil der 17'800 Fans in der O2 Arena ein Pfeifkonzert. Der Deutsche reagierte allerdings souverän und entschuldigte sich gleich mehrmals dafür. «Ich fühle mich gerade etwas verloren», sagte Zverev. «Nochmals möchte ich mich dafür entschuldigen.» Federer habe ihm am Netz gesagt, dass alles okay sei. Ich wollte niemanden verärgern. Aber ich weiss natürlich, dass es hier viele Roger-Fans gibt.» 

Zverev weiss im Platzinterview gar nicht recht, was er sagen soll.
Video: streamable

Auch die Interviewerin Annabel Croft versuchte, das Publikum zu beruhigen: «Ich bin mir nicht ganz sicher, warum hier alle buhen. Ich glaube, ihr solltet etwas mehr Respekt zeigen. Es war korrekt, das Spiel zu unterbrechen», sagte sie.

Das sagte Federer zum Vorfall:

«Natürlich hat mich die Szene beeinflusst, ich kassierte danach ein Ass. Aber das ist jetzt hypothetisch, wie es sonst herausgekommen wäre. Es war heikel, ich hätte vielleicht weiter gespielt. Ausser der Ball wäre ins Feld gekullert. Ich stelle aber ich keinster Weise Saschas Fairness in Frage. Am Ende war es die Entscheidung des Schiedsrichters, wie es weitergeht. Ich fragte den Balljungen, ob er den Ball fallen gelassen hat. Er antwortete mit ‹Ja›. Also ist es okay. So ist das Leben, so ist der Sport.»

Bereits vor und während des Spiels hatte Federer den deutlich grösseren und lauteren Fansupport gehabt. Auf 106 Dezibel stieg der Lärmpegel bei seinem Einmarsch auf den Platz. Am Ende nützte ihm aber alle Unterstützung nichts. Zusätzlich zum Pech in der einen Szene, agierte er in den entscheidenden Ballwechseln zu unsicher und zögerlich.

Federer zu unkonstant

Bereits der erste Durchgang war knapp verlaufen. Bis zum Stand von 6:5 für Zverev kam kein Spieler zu einer Breakchance, ehe ein miserables Aufschlagspiel Federer den Satz kostete. Zu Beginn des zweiten Satzes gelang dem Schweizer das einzige Break zum 2:1, doch der 16 Jahre jüngere Hamburger konterte postwendend.

«Zverev war heute sehr stark, und ich nicht gut genug. Es ist  aber auch nicht so einfach, gegen ihn aggressiv zu spielen. Man muss sich von hinter der Grundlinie erst wieder nach vorne kämpfen.»
Roger Federer

Für Federer ist die Saison nach der dritten Niederlage im sechsten Duell mit Zverev zu Ende. Die nächste beginnt für ihn am 30. Dezember im australischen Perth. Dort tritt er zusammen mit Belinda Bencic als Titelverteidiger beim Hopman Cup an. (pre/sda)

Alle Turniersiege von Roger Federer als Profi

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Alle Turniersiege von Roger Federer als Profi
quelle: epa ansa / dal zennaro
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