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«Es ist ein Notfall!» Kyrgios muss pinkeln, darf aber nicht

Nick Kyrgios spielt mal wieder den grossen Provokateur.
Nick Kyrgios spielt mal wieder den grossen Provokateur.bild: twitter

«Mir platzt gleich die Blase! Es ist ein Notfall!» – Kyrgios muss pinkeln, darf aber nicht

29.07.2016, 11:3229.07.2016, 12:45

Genie und Wahnsinn liegen bei Nick Kyrgios näher zusammen als bei jedem anderen Spieler des Tenniszirkus. In der Doppelkonkurrenz von Toronto spielt der 21-jährige Australier zusammen mit seinem Partner Jack Sock gegen das kanadische Duo Vasek Pospisil/Daniel Nestor und zeigt zunächst seine Sonnenseite.

Beim Stand von 5:6 und 40:40 verhindert Kyrgios mit einem herrlichen Volley zwischen den Beinen hindurch einen Satzball. Den Durchgang müssen Kyrgios/Sock im Tiebreak schliesslich doch noch abgeben und wenig später beginnt das grosse Kyrgios-Drama.

Als es über Toronto leicht zu regnen beginnt und die Partie unterbrochen werden muss, hat die exzentrische Weltnummer 19 plötzlich ein dringendes Bedürfnis und will auf die Toilette. Doch der Schiedsrichter hat etwas dagegen: «Not at the moment», sagt er zu Kyrgios, der sich fürchterliche aufregt.

«Du erlaubst mir nicht, auf die Toilette zu gehen?», fragt er noch einmal nach. «Nicht jetzt», wiederholt der Referee. Kyrgios bleibt hartnäckig: «Aber mir platzt gleich die Blase! Es ist ein Notfall!» Die Zuschauer und sogar Partner Sock können sich ein Lächeln nicht verkneifen. Doch alles Jammern nützt nichts und so reklamiert der «Bad Boy» bei einem anderen Offiziellen. Als er dann die Erlaubnis endlich kriegt, sagt er trotzig zum Schiedsrichter: «Jetzt muss ich nicht mehr.»

Schliesslich wird der Regen so stark, dass der Unparteiische die Spieler in die Katakomben schickt. Als das Wetter bessert, bleiben Kyrgios und Sock in der Garderobe und geben das Spiel beim Stand von 6:7 und 0:1 auf. Sock kann, offenbar wegen einer Armverletzung, nicht weiterspielen.

Federer und der Gyarados 2000CP

Für Kyrgios geht damit eine äusserst kuriose Woche zu Ende. Im Einzel scheiterte der an Position 11 gesetzte Australier in der 1. Runde am 17-jährigen Kanadier Denis Shapovalov (ATP 370). Nach der Partie wurden Vorwürfe laut, er habe die Partie wegen seiner Sucht nach dem Handygame «Pokémon Go» verloren.

«Ich spiele es häufiger als Tennis», gestand er vor dem Turnier. Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten. Ein Twitter-User schrieb zurück: «Ich glaube nicht, dass Djokovic oder Federer Pokémon gefangen haben, als sie die Nummer 1 wurden.» Kyrgios konterte gewohnt lässig: «Hatten Federer oder Djokovic ein 2000er-Gyarados? Ich glaube nicht.» (pre)

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