Wegen persönlicher Befangenheit: SRF-Ombudsfrau tritt im Fall Fischer in den Ausstand
SRF muss sich nach dem Covid-Zertifikat-Fälschungsskandal rund um Patrick Fischer gleich um mehrere Beschwerden kümmern. SRF-Redaktor Pascal Schmitz erfuhr bei einem Mittagessen von Fischer persönlich, dass dieser vor vier Jahren mit einem gefälschten Covid-Zertifikat zu den Olympischen Spielen in Peking reiste und dafür auch verurteilt wurde. Schmitz recherchierte daraufhin und es kam schlussendlich so weit, dass Fischer noch vor der Heim-WM entlassen wurde.
Seither sind gemäss dem «Blick» 16 Beschwerden bei der Ombudsstelle eingetroffen. Bei SRF Deutschschweiz werden diese in der Regel von Urs Hofmann und Esther Girsberger bearbeitet. In diesem Fall allerdings nicht, weil Girsberger in den Ausstand getreten ist. Der Grund dafür ist, dass sie seit etwa zehn Jahren als Referatsmanagerin für Fischer arbeitet und sich um die Buchungen seiner Referate und Keynotes kümmert. Girsberger ist auf der Website von Fischer als Ansprechperson angegeben.
Die SRG Deutschschweiz teilt gegenüber persönlich.com mit: «Das Referatsmanagement von Frau Girsberger für Patrick Fischer kann den Anschein der Nähe erwecken; in einer solchen Konstellation ist ein Ausstand von Frau Girsberger angezeigt.» Girsberger selbst schrieb, dass sie von sich aus in den Ausstand getreten sei. Noch unklar ist, ob sie weiterhin für Fischer arbeiten wird. «Das werden wir zu gegebener Zeit besprechen, falls Patrick Fischer weiterhin Referate halten will», erklärte Girsberger. (riz)
