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German Gomez war ein Pechvogel – jetzt wurde aus dem Radtalent ein Profi

German Gomez: Alleine am Strassenrand, ein Häufchen Elend.
German Gomez: Alleine am Strassenrand, ein Häufchen Elend.bild: eurosport

Seine Tränen gingen um die Welt – jetzt wurde aus dem armen Tropf ein Profi

German Gomez lernen Sportfans rund um die Welt als Pechvogel kennen. Ausgerechnet am WM-Rennen fällt er nach einem Defekt aus der Entscheidung, weil es zu lange dauert, bis ihm geholfen wird. Vier Jahre später gehen seine Tränen erneut um die Welt – weil es der Kolumbianer zum Profi geschafft hat.
02.11.2023, 13:3902.11.2023, 13:45

Es war ein herzzerreissender Moment an jenem Donnerstag im September 2019. Im Junioren-Rennen der Strassen-WM in der englischen Region Yorkshire fuhr German Gomez vorne im Feld der Favoriten, als er einen Hinterrad-Defekt erlitt.

Gomez hielt am Strassenrand an und wartete auf Hilfe. Vergeblich. Ein Auto ums andere fuhr an ihm vorbei, kein einziges hielt an.

Dem jungen Talent kamen die Tränen, es schüttelte ihn durch. Wer die Szene sah, wollte am liebsten den nächsten Flieger nach England besteigen, um den Unglücksraben in den Arm zu nehmen.

«Ich war verzweifelt, machtlos, frustriert und traurig, weil ich mich wirklich gut gefühlt habe», sagte Gomez im Ziel. Der Kolumbianer zeigte dennoch Sportsgeist und beendete das Rennen, aber weit weg von den erträumten Medaillen auf Rang 60.

Stark am Berg und gegen die Uhr

Nach dieser Szene gab German Gomez an, dass es sein grosses Ziel sei, eines Tages die Tour de France zu gewinnen. Diesem Traum ist der 22-Jährige nun einen Schritt näher gekommen. Gomez unterschrieb bei Eolo-Kometa, einer italienischen Equipe, die den zweithöchsten Status (ProTeam) besitzt.

Siege in der Heimat, aber auch starke Leistungen bei kleineren Rundfahrten in Europa, verhalfen ihm zum Vertrag. Eolo-Kometa ist zwar keine ganz grosse Nummer, aber regelmässig am Giro d'Italia dabei und dort auch schon mit Etappensiegen.

Gomez unterschrieb für zwei Jahre und soll dem Team vor allem an Anstiegen eine Verstärkung sein. «Ich mag die Berge, aber ich bin vielseitig und kann auch gut Zeitfahren», sagte er. Fahrer, die beide Qualitäten vereinen, dürfen sich auch Hoffnungen auf Erfolge bei einer Rundfahrt machen.

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Hugeyun
02.11.2023 17:47registriert Januar 2016
Das freut mich so sehr für ihn ♥️
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«Das ist kein Fussball» – der legendärste Schiri macht Rugby-Hüne zur Schnecke
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