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So will die Tour de France «Motordoping» den Garaus machen

Alles bereit für die Tour de France 2016: So wurden die Fahrer vorgestellt.
Alles bereit für die Tour de France 2016: So wurden die Fahrer vorgestellt.
Bild: SEBASTIEN NOGIER/EPA/KEYSTONE

So will die Tour de France «Motordoping» den Garaus machen

Die Verantwortlichen der Tour de France wollen den Kampf gegen das sogenannte Motordoping, den neusten Auswuchs der Manipulation im Radsport, verstärken. Deshalb setzen sie bei der heute beginnenden Rundfahrt erstmals hoch entwickelte Wärmebildkameras ein.
02.07.2016, 10:1002.07.2016, 10:17

Der Rad-Weltverband UCI vertraute bei der Suche nach versteckten Motoren im Sattelrohr oder der Hinterradnabe bisher auf Magnetresonanz-Untersuchungen per Tablet vor und nach den Rennen.

Die nun zusätzlich eingesetzten Wärmebildkameras, die auch schon bei Rennen in Italien eingesetzt worden sind, können im Rennen von Begleitmotorrädern aus genutzt werden.

20-minütiges Video zum Thema Motordoping.
YouTube/Francetv Sport

2015 rund ein Dutzend Fahrer mit versteckten Motoren?

Das Motordoping ist der neue Aufreger im Radsport. Jean-Pierre Verdy, bis zum Vorjahr Direktor des Kontrollbereichs der französischen Anti-Doping-Agentur (AFLD), hatte in der Fachzeitschrift «Tour» behauptet, bei der Frankreich-Rundfahrt 2015 seien rund ein Dutzend Fahrer mit versteckten Motoren unterwegs gewesen. Er nannte weder Namen noch legte er Beweise legte vor.

Die schönsten Orte, welche die Tour de France 2016 besucht

Der Tour-Organisator ASO und der Weltverband UCI nehmen die Sache auf jeden Fall ernst. Die UCI-Fahnder werden schon vor dem Tour-Auftakt in Mont-Saint-Michel mit ihren Laptops, die auf Magnetresonanz reagieren, die Fuhrparks in den Fahrerlagern durchscannen. Christian Prudhomme, der Direktor der Tour de France, registrierte gar einen «Elektro-Schock für den Radsport».

Die bisher einzige Überführte: Femke van der Driessche.
Die bisher einzige Überführte: Femke van der Driessche.
Bild: Tim De Waele/freshfocus

Alles nur aufgebauscht?

Doch es scheint, dass das Thema aufgebauscht ist. Die UCI wurde bei ihren seit 2014 etablierten Kontrollen nach illegalen Antrieben erst einmal fündig. Ende Januar dieses Jahres flog Femke van den Driessche bei der Cross-WM auf. Die 19-jährige Belgierin wurde sechs Jahre gesperrt und mit einer Busse von 20'000 Schweizer Franken belegt. Van den Driessche scheint bisher eine Einzeltäterin zu sein, denn auf Elite-Niveau wurden bisher noch nie illegale Antriebe gefunden.

Experten werten die Aktivitäten der Kontrolleure deshalb eher als Signal zur Abschreckung. Ein echtes Problem für den Radsport ist Motordoping jedenfalls im Moment nicht. (sda/dpa)

Die Schweizer Starter an der Tour de France 2016

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