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Ski: Marco Odermatt holt 1. Abfahrts-Weltcupsieg am Lauberhorn

epa11069156 Marco Odermatt of Switzerland in action during the men's downhill race at the FIS Alpine Skiing World Cup in Wengen, Switzerland, 11 January 2024. EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Marco Odermatt fliegt am Hundschopf seinem ersten Weltcupsieg in einer Abfahrt entgegen.Bild: keystone

«Ich habe Vollgas gegeben» – Odermatt holt seinen 1. Abfahrtssieg im Weltcup

Sechs Tage nach dem Riesenslalom-Sieg in Adelboden gelingt Marco Odermatt in Wengen gleich der nächste Triumph vor Heimpublikum. Erstmals siegt der Nidwaldner damit auch in einer Weltcup-Abfahrt.
11.01.2024, 15:3111.01.2024, 16:46
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Odermatt zeigte in Wengen schlicht eine Traumfahrt, vergleichbar mit jener vor knapp einem Jahr an der WM in Courchevel, wo er sich zum Abfahrts-Weltmeister krönte. Der 26-Jährige durchfuhr am Lauberhorn alle Schlüsselstellen wie Minschkante, Brüggli- und Ziel-S in Perfektion. Gleich in vier der fünf Sektoren liess er sich die Bestzeit notieren.

«Es war so oft so knapp und ich wusste, dass eigentlich nicht viel fehlt. Ich habe heute nochmals Vollgas gegeben und im Brüggli-S viel riskiert. Ich habe gemerkt, dass es eine richtig gute Fahrt ist. Wenn man auf der verkürzten Abfahrt 8 Zehntel vor Kilde ins Ziel kommt, weiss man, dass nicht mehr viele oben stehen, die das schlagen können.»
Marco Odermatt

Konkurrenz deklassiert

Um 0,58 Sekunden distanzierte Odermatt seinen ersten Verfolger, den Franzosen Cyprien Sarrazin. Als Dritter verlor Aleksander Kilde bereits mehr als acht Zehntel. Der gesundheitlich angeschlagene Vorjahressieger aus Norwegen übernahm mit Startnummer 6 die Führung, doch sah er sich schon kurz darauf von Odermatt deutlich überflügelt.

Nach elf Podestplätzen in der Abfahrt liess der Riesenslalom- und Super-G-Seriensieger damit auf höchst souveräne Art und Weise den ersten Weltcup-Sieg in der Königsdisziplin folgen. Es sei ein spezieller Moment für ihn, so Odermatt, nachdem es zuvor «so oft so knapp» nicht zum Premieren-Abfahrtssieg gereicht habe.

«Ich wusste, dass eigentlich nicht mehr viel fehlt. Deshalb habe ich wiederum Vollgas gegeben und wieder viel riskiert, auch im Brüggli-S. Ich habe alles perfekt getroffen und freue mich riesig», sagte der nun 30-fache Weltcup-Sieger im SRF-Interview. Für den zuvor letzten Schweizer Abfahrtssieg am Lauberhorn hatte im Januar 2020 Beat Feuz gesorgt. Odermatt seinerseits hatte in Wengen vor zwei Jahren im Super-G schon einmal triumphiert.

«Ich habe hart an meiner mentalen Verfassung gearbeitet. Ich fühle mich gut, habe weniger Angst, baue weniger Unfälle. Es macht mir Spass im Moment. Ich habe 28 Jahre nach einem Mittel für eine gute mentale Verfassung gesucht und im 29. Jahr eine gefunden. Jetzt ist alles möglich.»
Cyprien Sarrazin

Murisier wieder in Top 10

Mit rund eineinhalb Sekunden Rückstand auf Odermatt reihten sich die nächstbesten Schweizer Abfahrer im Paket auf den Rängen 10 bis 14 ein: Justin Murisier (10.) – zuletzt in Bormio Abfahrts-Vierter –, Niels Hintermann (11.), Alexis Monney (12.) und Franjo von Allmen (14.).

Letzterer musste zweimal starten, weil der unmittelbar vor ihm ins Rennen gegangene Teamkollege Marco Kohler gestürzt war. Der Berner kam im Hanneggschuss bei rund Tempo 140 zu Fall. Gemäss Informationen von Swiss-Ski-Geschäftsführer Walter Reusser im SRF-Interview hat sich Kohler im rechten Knie verletzt. Der Berner Oberländer hatte zuletzt in Gröden wie in Bormio mit Top-10-Plätzen auf sich aufmerksam gemacht. Im Rennen in Wengen lag er bei der zweiten Zwischenzeit an siebter Stelle.

Mit dem Lauberhorn und einer Knieverletzung gibt es bei Kohler bereits eine Vorgeschichte. 2020 stürzte er als Vorfahrer im Ziel-S, wobei er sich im linken Knie das Kreuz- und Innenband, die Patellasehne und den Meniskus riss. Es war der Auftakt zu einer langen Leidenszeit. Die Rehabilitation war immer wieder von Rückschlägen geprägt.

Stefan Rogentin, im ersten Training am Dienstag noch Dritter und am Lauberhorn vor Jahresfrist Super-G-Zweiter, enttäuschte als 22. mit fast 2,2 Sekunden Rückstand.

Österreicher ohne Top-Platzierung

Eine Enttäuschung setzte es für die am Lauberhorn oft stark fahrenden Österreicher ab, die auch nach der vierten Abfahrt der Saison weiterhin auf ihre erste Top-3-Platzierung warten. Bester Ski-Austria-Fahrer war als Achter der mit der Nummer 1 gestartete Routinier Otmar Striedinger.

Das reich befrachtete Rennprogramm in Wengen findet am Freitag seine Fortsetzung mit dem Super-G (Start 12.30 Uhr). (abu/sda)

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quelle: watson
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19 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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CuJo
11.01.2024 13:08registriert Mai 2018
Wahnsinnsfahrt.......habe bei seiner Linienwahl immer wieder Angst, dass er mal mit Tempoüberschuss in irgend einer Tannengruppe landet.
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nickname not available
11.01.2024 15:53registriert April 2016
Schade um Marco Kohler. Hoffentlich ist die Verletzung nicht all zu schlimm, und er kann irgendwann Frieden schliessen mit der Lauberhorn Abfahrt.
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TodosSomosSecondos
11.01.2024 13:19registriert April 2016
Mal wieder Wahnsinn was Odermatt da hinlegt... aber erst wenn der Hinterletzte unten ist glaub ich an seinen ersten Abfahrtssieg.. zu oft ist's völlig unerwartet noch schief gegangen..
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