Medaille dank Slalom-Stars möglich – das sind die Schweizer Frauen-Duos in der Team-Kombi
Am Dienstag wird an den Olympischen Spielen von Mailand-Cortina der zweite Medaillensatz der Skirennfahrerinnen vergeben. In der Team-Kombination fährt erst eine Abfahrerin (10.30 Uhr) und anschliessend eine Slalom-Spezialistin (14.00 Uhr). Die Zeiten werden addiert und wer am Schnellsten ist, gewinnt Gold.
So funktionieren Skirennen:
Vordergründig scheint eine Schweizer Medaille ausser Reichweite zu sein. Corinne Suter (14.), Janine Schmitt (17.), Jasmine Flury (18.) und Malorie Blanc (19.) fuhren in der Abfahrt schwach. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.
Klares Favoriten-Duo
Gold scheint für die USA reserviert, wo Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson mit Slalom-Königin Mikaela Shiffrin zusammenspannt. Mit dem Duo Jacqueline Wiles/Paula Moltzan verfügen die Amerikanerinnen trotz dem verletzungsbedingten Ausfall von Lindsey Vonn über ein zweites starkes Duo.
Auch mit Deutschland wird zu rechnen sein. Emma Aicher, die Abfahrtsgold als Zweite nur um vier Hundertstel verpasst hat, hatte als Multitalent die Qual der Wahl. Weil sie in diesem Weltcupwinter auch im Slalom die beste Deutsche ist, wird sie den zweiten Teil bestreiten, in der Abfahrt soll Kira Weidle-Winkelmann vorlegen. Österreich schickt Cornelia Hütter mit Katharina Truppe ins Rennen.
Vier Schweizer Duos
Und dahinter – da lauert mit wenigen anderen Teams die Schweiz. Am Montagmittag hat Swiss-Ski die Paarungen bekanntgegeben. Sie lauten:
- Corinne Suter und Camille Rast
- Jasmine Flury und Wendy Holdener
- Janine Schmitt und Mélanie Meillard
- Delia Durrer und Eliane Christen
Klar ist, dass die Schweizer Abfahrerinnen bessere Leistungen zeigen müssen als am Sonntag. Gelingt ihnen das, können Rast und Holdener mit einem starken Lauf – in Form sind beide – aufs Podest stürmen.
Natürlich ist da auch Wunschdenken im Spiel. Doch der Blick auf die Konkurrenz zeigt, dass die genauso Mühe hat, starke Duos zu bilden.
Slalom-Stars fehlen Abfahrerinnen
Da wäre beispielsweise Italien. Sofia Goggia fuhr in der Abfahrt zur Bronzemedaille, auch Laura Pirovano ist stark. Doch im Slalom haben die Gastgeberinnen nur Lara Della Mea, die einmal Sechste und einmal Achte war in diesem Winter, sowie Martina Peterlini mit Top-Rang 10. Lara Colturi (Albanien), Anna Swenn Larsson (Schweden) oder Zrinka Ljutic (Kroatien) fehlt jeweils eine starke Abfahrerin.
Wir haben also etwa acht Teams, die für drei Medaillen in Frage kommen. Johnson/Shiffrin und Weidle-Winkelmann/Aicher sind zu favorisieren, dahinter ist das Rennen offen. Dies umso mehr, als bei Olympischen Spielen nur die Medaillen zählen und im Slalom jede Fahrerin alles riskieren wird – den einen oder anderen Ausfall könnte es geben.
Wenn Suter und Flury nicht zu viel Zeit auf die Besten einbüssen, liegt für Rast und Holdener noch etwas drin. Sofern nicht ausgerechnet sie diejenigen sind, die beim All-in-gehen einfädeln … (ram)
Österreich: Hütter/Truppe, Rädler/Huber, Ortlieb/Gallhuber, Puchner/Hörhager.
Deutschland: Weidle-Winkelmann/Aicher.
Italien: Goggia/Della Mea.
