Heute findet eine Militärübung der Extraklasse statt: Schweizer Kampfflugzeuge landen auf der Autobahn A1 im Kanton Waadt, und zwar zwischen Avenches und Payerne. watson ist live vor Ort.
Es ist nicht die erste Übung mit Kampfjets auf Schweizer Autobahnen.
Unter dem Codenamen «Strada» wurde am Mittwoch, dem 16. September 1970, erstmals ein Flugtest auf einer Autobahn durchgeführt. Dafür wurde ein 3,5 Kilometer langer Streckenabschnitt komplett gesperrt. Ab 12 Uhr mittags landeten insgesamt zwölf Venom-Jets auf der geraden Strecke nördlich von Kestenholz, zwischen den Brücken Ober-/Niederbuchsiten und Oensingen-Kestenholz. Die Flugzeuge wurden dort betankt und mit Munition versehen, bevor sie zu einem simulierten Kampfeinsatz über einem Schiessplatz aufstiegen.
Während des Kalten Krieges waren Autobahnen als Notlandepisten Teil der militärischen Notfallpläne. Bereits beim Bau wurden bestimmte Abschnitte entsprechend vorbereitet. Der Belag dieser Streckenabschnitte wurde verstärkt, um Starts und Landungen von Kampfjets wie Venom, Hunter und Mirage zu ermöglichen. Anstelle von Grünstreifen waren die Fahrbahnen durch leicht entfernbare Stahlseile getrennt. Die letzte Übung dieser Art fand 1991 im Tessin statt. Mit der Armeereform 1995 wurden die Autobahn-Notlandepisten endgültig aufgegeben.
(aya)